KS Robot

Glasklarer Vorteil

Elektrische Hubzylinder verdrängen Hydraulik
Im KS Robot sind Verstellzylinder von Linak verbaut. Mit dem Handlinggerät lassen sich schwere Fenster und Glasscheiben sicher handhaben. (Foto: Linak)
Das Heben, Kippen und Teleskopieren schwerer Bauteile, bislang eine klassische Aufgabe für hydraulische Systeme, übernehmen zunehmend elektrische Hubzylinder. Spezialmaschinenhersteller K. Schulten setzt beim KS Robot auf Linearantriebe von Linak.

Schulten aus Emsbüren ist Hersteller von Spezialmaschinen und fertigt Maschinen für glasverarbeitende Betriebe, unter anderem Maschinen und Anlagen für den Fenster- und Rollladenbau, Hebetechnik, Automatisierungstechnik, Prüftechnik, Biegeanlagen für PVC-Fenster und Schraubtechnik. Für den Transport und Einbau großer Fensterscheiben und anderer großer Bauteile hat K. Schulten den KS Robot entwickelt – ein motorisch betriebenes Verglasungsgerät, das schwere Glasscheiben, Fenster-, Türenelemente heben, senken, kippen und teleskopieren kann.

Den KS Robot gibt es in drei verschiedenen Varianten. Bei den beiden kleineren Varianten verzichteten die Konstrukteure auf den Einsatz von Hydraulik und setzten ganz auf die Verstellung mit elektrischen Linearantrieben. Mehrere elektrische Verstellzylinder des dänischen Herstellers Linak sorgen dafür, dass sich die bis zu 550 Kilogramm schweren Glasscheiben bequem und sicher einbauen lassen. Durch die energetischen Anforderungen werden zunehmend dreifach verglaste Fenster eingebaut, dadurch sind die Elemente mittlerweile schwerer als früher. Einbau und Transport vor Ort sind ohne Hilfsgeräte kaum noch vorstellbar. Die Automatisierung des Scheibenhandlings bannt außerdem die Gefahr, dass derart hochwertige und teure Scheiben zu Bruch gehen.

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Üblicherweise wäre der Einsatz von Hydraulikzylindern bei einem Gerät wie dem KS Robot naheliegend, aber die elektrischen Linearantriebe von Linak bieten Vorteile. Beispielsweise kann kein Hydrauliköl auslaufen – das ist wichtig, denn der KS Robot kommt oft auch bei Reparaturarbeiten im Gebäudeinneren zum Einsatz; wenn hier Hydrauliköl auf dem Teppich auslaufen würde, hätte die Glaserfirma ein Problem. Für ein Hydrauliksystem müsste ein zusätzliches Aggregat verbaut werden, die elektrischen Systeme lassen sich hingegen direkt an die Stromversorgung des KS Robot anschließen. Auch der Energieverbrauch der Linak-Antriebe nimmt sich gering aus, und die Leistung der Elektrozylinder ist vergleichweise höher. In dem Modell KS Robot 550 sind insgesamt vier Verstellzylinder LA36 verbaut. Jeder von ihnen kann bis zu 10.000 Newton – also eine Tonne – bewegen. Die genaue Lagerückmeldung erfolgt über die in den Antrieben eingebauten Hall-Sensoren. Die Steuerung hat K. Schulten selbst programmiert.

Die Hubzylinder lassen sich in verschiedenen Geschwindigkeiten verfahren – das ist dann relevant, wenn beim Einsetzen der großen Glasscheiben hohe Präzision gefordert ist. Zwei elektrische Hubzylinder heben und senken den Kranausleger, jeweils ein LA36 sorgt für das Kippen und Teleskopieren. Trotz der hohen Kraft haben alle Antriebssysteme eine hohe Verstellgeschwindigkeit. Außerdem sind die Zylinder robust, kompakt und einfach in die Konstruktion integrierbar.

Der KS Robot wird ständig weiterentwickelt. Als nächsten Schritt will der Hersteller auch an dem Greifer ein elektrische System installieren, um die Fensterelemente seitlich schwenken zu können; bisher geschieht das noch per Hand. Das Schwenken wird dann erforderlich, wenn große Scheiben eine Tür passieren müssen. Eine Sauganlage mit vier oder sechs Tellern hält die Scheiben sicher fest. Diese Einheit kann durch Sonderzubehör ergänzt werden. K. Schulten bietet hier verschiedene Möglichkeiten, etwa Haken oder Lastgabel. Damit wird der KS Robot zu einem Multifunktionsgerät für verschiedene Aufgaben.

Auch für andere Aufgaben lässt sich der KS Robot als Basis nutzen, da die elektrischen Antriebe viele Varianten ermöglichen. Der Einsatz elektrischer Hubzylinder hat sich als richtig erwiesen, meint K. Schulten und betont, dass elektrische Systeme eine gute Alternative zu hydraulischen Systemen seien, zum Beispiel im Hinblick auf Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit. Für die linearen elektrischen Verstellsysteme zeichnen sich drei Entwicklungen ab: die Systeme werden stärker und bieten höhere Haltekräfte, sie werden dank integrierter Modbus- und SPS-Steuerung intelligenter, und die Systeme werden noch kompakter. pb

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