Sicherheitsbremsen

Wenn Gefahr von oben droht

Sicherheitsbremsen für vertikale Achsen. Die Sicherheitsbremse Roba-guidestop von Mayr Antriebstechnik wirkt direkt auf bewegte Massen der Vertikalachse. In Verbindung mit einer sicheren Ansteuerung minimiert sie das Gefährdungsrisiko von Personen und Anlagen. Die Klemmeinheit gibt es in neuen Baugrößen.

Einbauposition der Sicherheitsbremse im Schlitten: Das Bremskonzept klemmt mit hoher Steifigkeit direkt auf die Profilschiene. (Foto: Mayr)

Schwebende Lasten in Maschinen und Anlagen sind ein erhebliches Gefährdungspotenzial – besonders dann, wenn sich Personen darunter aufhalten. Kommt es zu einem unbeabsichtigtem Absinken oder Absturz, muss die Last innerhalb kürzester Zeit zum Stillstand gebracht werden, um Personen und Material zuverlässig zu schützen. Mit der Roba-guidestop hat Mayr Antriebstechnik eine Sicherheitsbremse und spielfreie Klemmeinheit für Profilschienenführungen entwickelt, die Bewegungen sicher und schnell abbremst und die Achsen während des laufenden Prozesses klemmt. Nun erweitert der Bremsenspezialist das bewährte Konzept auf acht Baugrößen und deckt damit Haltekräfte von fünf bis 34 Kilonewton ab. Die Ausführungen sind für vier Schienenbaugrößen der gängigen Linearführungshersteller designt. Neu sind zudem die kompakte Ausführung in kurzer Bauform und die integrierte Schaltzustandsüberwachung mit berührungslosem Näherungsinitiator.

Klemmung direkt an der Führung
Das Bremskonzept klemmt mit hoher Steifigkeit und wirkt direkt auf die Linearführung. Die Roba-guidestop-Bremsen sind unmittelbar an den Massen angebracht, die abgebremst beziehungsweise gehalten werden sollen. Dies bringt gerade bei schwerkraftbelasteten Achsen, wenn das Gefährdungsrisiko von Personen minimiert werden soll, einen entscheidenden Vorteil: Antriebselemente zwischen Motor und bewegter Masse wie zum Beispiel Spindel, Spindelmutter, Wellenkupplung oder Getriebe haben keinen Einfluss auf die Sicherheit – anders als bei Konzepten mit Motorbremse, wo alle Antriebselemente das Bremsmoment bis zum Schlitten übertragen. Hinzu kommt, dass sich jedes Element zwischen Bremse und Schlitten negativ auf die Steifigkeit auswirkt. Roba-guidestop-Bremsen sind also steifer als die oft spielbehafteten Motorbremsen und als Stangen- oder Bandbremsen.

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Bremse für große Hubwege
Die Roba-guidestop Sicherheitsbremsen arbeiten nach dem Fail-Safe-Prinzip, das heißt sie sind im energielosen Zustand geschlossen. Vorgespannte Tellerfedern pressen die Bremsbacken auf die „Taille“ der Profilschiene, die Schiene ist somit geklemmt. Gelüftet wird die Bremse hydraulisch mit einem Nenndruck von 70 bar; das ist im Verhältnis zu den hohen Haltekräften wenig. Der Bremsmechanismus ist für relativ große Hubwege ausgelegt. Dadurch kann die Bremse Fertigungstoleranzen bei Profilschienen ausgleichen, ohne dabei an Bremskraft zu verlieren. Die Roba-guidestop sind mit zwei voneinander unabhängigen Bremskreisen ausgeführt: Dies ermöglicht entweder doppelte Haltekräfte oder eine redundante Auslegung.

Nebeneffekt: zusätzliche Versteifung der NC-Achse
Die spielfreie Klemmung der Roba-guidestop direkt auf die Profilschiene hat noch weitere Vorteile: Die zusätzliche Versteifung der NC-Achse erhöht die Prozessgenauigkeit, steigert die Zerspanleistung und kann beispielsweise bei der Schwerzerspanung weitere technologische Vorteile bringen. Die Bearbeitung ist schwingungsärmer, und somit wird die Oberflächengüte des Werksstücks positiv beeinflusst. Bei stillstehender Achse, zum Beispiel während der Bearbeitung, übernimmt die Bremse die Last. Dadurch kann in dieser Phase der Antriebsmotor abgeschaltet und aus der Regelung genommen werden. Das eliminiert die Regelbewegungen und schont die Kugelrollspindel. Die geschlossene Bremse nimmt Axialkräfte auf; Standzeit und Wartungsintervalle werden verlängert.  pb

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