Hochsaison im Online-Handel

Wie Distributionszentren die Lieferketten in Bewegung halten

Inmitten der Covid-19-Pandemie herrscht in den Distributionszentren reger Betrieb. Zur Sicherheit und Erhaltung der Gesundheit werden neue Maßnahmen eingeführt. Der Einsatz von Warehouse Management Systemen unterstützt bei der Koordination der Mitarbeiter und des Materialflusses.

Die Verbreitung des Coronavirus hat zu einem Anstieg der Online-Bestellungen und damit zu einer unerwarteten Hochsaison für Online-Händler und Distributionszentren geführt. © iStock

Während viele Deutsche von zu Hause arbeiten, bearbeiten Lagerarbeiter eine riesige Anzahl von Aufträgen für zum Teil lebensnotwendige Artikel des täglichen Bedarfs. Jeden Tag setzen sie sich selbst Risiken aus, um die Lieferketten in Bewegung zu halten und Verbraucher zu Hause mit allen benötigten Artikeln zu versorgen. Was unternehmen Arbeitgeber, um ihre Mitarbeiter zu schützen? Welche Maßnahmen ergreifen sie, um ihre Mitarbeiter in den Verteilungszentren zu motivieren? Und welche Auswirkungen könnten diese vorübergehenden Vorgehensweisen auf die Zukunft der Lagerverwaltung haben?

Für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz sorgen
Der Fokus der Unternehmen liegt auf der Erhaltung der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld. Es wird jedoch immer schwieriger, in einem Distributionszentrum zu arbeiten und sich strikt an die geltenden Richtlinien für das „Social Distancing“ zu halten. Unabhängig von der Größe eines Warenlagers arbeiten dort oftmals Hunderte von Menschen auf engem Raum. Im Folgenden sind einige der Maßnahmen aufgeführt, mit denen Unternehmen für eine sichere Arbeitsumgebung sorgen: Bereitstellung von Masken, Handschuhen und Handdesinfektionsmitteln; Messung der Körpertemperatur vor dem Betreten des Distributionszentrums; Staffelung der Pausenzeiten zur Trennung der Arbeitnehmer; Desinfizieren von Transportbehältern beim Betreten des Lagers; Entkeimung und Eingrenzung der Mehrfachbenutzung von RFID-Lesegeräten und Headsets; Dauerhaft geöffnete und gesicherte Türen, sodass kein Kontakt mit Türgriffen nötig ist; Desinfektion des gesamten Lagers in regelmäßigen Abständen.

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Technische Lösungen zur Verwaltung von Arbeitsaufträgen tragen zusätzlich dazu bei, eine bessere Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern zu ermöglichen und unterschiedliche Pausenzeiten zu automatisieren. Arbeitgeber begegnen ihrer Belegschaft mit Einfühlungsvermögen, da sie die systemrelevante Arbeit schätzen, die jeden Tag geleistet wird. Diese Wertschätzung wird auch durch höhere Stundenlöhne, Anreize und Prämien ergänzt, um die Arbeitnehmer für die zusätzliche Arbeit und das Einhalten der Sicherheitsvorkehrungen zu belohnen.

Eine unerwartete Hochsaison 
Die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus haben dazu geführt, dass ein Großteil der Bevölkerung online Einkäufe tätigt. Dies hat zu einem großen Anstieg der Online-Bestellungen und damit zu einer unerwarteten Hochsaison für Online-Händler und die Distributionszentren geführt. 

Der Einsatz von Warehouse Management Systemen (WMS) unterstützt Unternehmen dabei, sowohl die Koordination der Mitarbeiter zu handeln, als auch den täglichen Materialfluss und damit den Einfluss der aktuellen Sicherheitsvorgaben zu messen. Im Gegensatz zu früheren saisonalen Peaks, in denen WMS-Lösungen in erster Linie auf die Maximierung von Mitarbeiter-Durchsatz und Produktivität ausgerichtet waren, liegt der Schwerpunkt heute auf der Sicherheit der Mitarbeiter. Trotz der verschärften Gesundheitsmaßnahmen gibt es keinerlei Informationen über negative Auswirkungen auf die Produktivität der Mitarbeiter. Die Wertschätzung und der umfassende Schutz der Belegschaft scheinen entscheidende Faktoren zu sein, um die Motivation auf einem hohen Niveau zu halten.

Wie sieht die Zukunft in den Distributionszentren aus?
Es ist noch zu früh, um mit Sicherheit sagen zu können, welche Folgen die Pandemie haben wird und wie sich die Lockerungen der Restriktionen im Einzelhandel auswirken werden. Es zeigt sich, dass aktuell der Andrang in Deutschland noch überschaubar ist. Grund hierfür kann beispielsweise ein verändertes Einkaufsverhalten mit einer Vorliebe für das Online-Shopping sein, das sich im Zuge der vergangenen Wochen entwickelt hat. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird die Nachfrage im E-Commerce und damit nach Lagerarbeitskräften weiter ansteigen.

Angesichts der Tatsache, dass in den Distributionszentren bereits zuvor Arbeitskräftemangel herrschte und aufgrund der Krise nun die Systemrelevanz deutlich wurde, ist davon auszugehen, dass Arbeitnehmer künftig höhere Erwartungen haben könnten. Zusatzleistungen in Form von beispielsweise Prämien, Boni oder Sonderzahlungen werden wahrscheinlich der Schlüssel für das Anwerben und Binden von Arbeitskräften in Distributionszentren sein. In diesem Fall kann eine WMS-Lösung entscheidend dazu beitragen, die Effizienz zu steigern. Pieter Van den Broecke/as

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