Unicompact von Kasto

Waben-Langgutlager sorgt für optimierten Stahlhandel

Kürzere Lieferzeiten und schwankende Losgrößen veranlassten den Multi Metal Distributor Debrunner Acifer im Schweizer Birsfelden, seine Lagertechnik zu optimieren. Kasto installierte sein Langgutlager Unicompact 3.0.

Das Lagersystem ist mit einer Ein- und vier Auslagerstationen sowie Kommissioniergeräten zur Entnahme der benötigten Artikel ausgestattet. © Kasto

Das Distributionscenter von Debrunner in Birsfelden im Kanton Basel-Land ist das größte Logistikzentrum der Schweiz für Multimetalprodukte. Der 1953 errichtete Standort ist historisch gewachsen und umfasste in den vergangenen Jahren bereits zwei Hochregallager am Standort Birsfelden. Auf einer Fläche von insgesamt 60.000 Quadratmetern lagert ein breites Stahl- und Metallsortiment. Dazu zählen Träger, Blank- und Stabstahl, Rohre, Hohlprofile und Flachprodukte. Von hier aus beliefert Debrunner seine Regionalgesellschaften und Endkunden. Darüber hinaus bietet das Unternehmen verschiedene Anarbeitungs- und Logistikdienstleistungen an wie etwa das Anarbeiten nach Kundenvorgabe.

Aus Sicht des Stahlhändlers war die Situation aber nicht mehr zufriedenstellend. „Der Unterhalt der beiden vorhandenen Lager mit jeweils 1.100 Kassetten und einem Zweischicht-Betrieb war kostenintensiv“, schildert Standortleiter Roger Durand. „Wir mussten parallel zwei separate Infrastrukturen unterhalten und hatten aufgrund der vielen Ein- und Auslagerstationen Nachteile bei der Transportlogistik.“ Zwar wurden in den vergangenen Jahren Prozesse kontinuierlich optimiert, entscheidende Produktivitätssteigerungen waren jedoch nicht mehr zu erzielen. „Beide Anlagen waren nach 28-jähriger intensiver Nutzung an ihre Grenzen gestoßen“, sagt Durand. Debrunner entschied sich, in ein neues automatisches Hochregallager für Langprodukte zu investieren. Ziel war es, mit diesem Projekt den Standort als Kompetenzzentrum beim Warenhandling und in der Anarbeitung weiter zu stärken, Transportwege einzusparen und zentrale Dienstleistungen auszubauen.

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In den knapp 3.000 Kassettenfächern lagert das Unternehmen Träger, Blank- und Stabstahl, Rohre und Hohlprofile. © Kasto

Wichtiges Ziel: hohe Anlagensicherheit
Die Anforderungen von Debrunner waren klar definiert: Moderne Hochregallagertechnik sollte die Anlagensicherheit erhöhen und Ausfälle vermeiden. „Wir wollten zudem die Produktivität beim kundenspezifischen Zuschneiden der Werkstoffe durch ein effizientes Materialfluss-Konzept verbessern“, fasst Roger Durand zusammen. Aus einer Ausschreibung gingen mehrere Projektvorschläge ein, die intensiv diskutiert wurden. Die Verantwortlichen entschieden sich schließlich für die Variante von Kasto. Diese überzeugte durch eine optimale Kosten-Nutzen-Rechnung, eine gute Anbindungsmöglichkeit für die zentrale Anarbeitung und eine geeignete Materialflusslösung inklusive der schnellen Verladung auf Lkw. „Darüber hinaus können wir das Lager bei Bedarf ohne großen Aufwand flexibel erweitern – das ist für uns ein wichtiger Faktor“, fügt Durand hinzu.

Schnelle Bereitstellung
Kasto hat den Lagertyp Unicompact für sehr kurze Bereitstellzeiten entwickelt. Das Waben-Langgutlager optimiert den Bedarf an teurem Lagerplatz: Durch die geringen Anfahrmaße des Regalbediengerätes können Anwender den Raum für das Einlagern optimal nutzen. Unicompact arbeitet nach dem Prinzip „Ware zum Mann“ – die angeforderten Güter werden automatisch an den Ausgabestationen bereitgestellt. Für eine optimierte Anzahl an Fahrbewegungen sorgt das Wanderkassettenprinzip von Kasto, bei dem Ein- und Auslagervorgänge parallel stattfinden. Schnelle Antriebe und simultan arbeitende Kassetten-Zugvorrichtungen ermöglichen es, dass das Material innerhalb von 60 Sekunden an den Bearbeitungsstationen bereit steht.

Das Lager fasst Materialien mit einer Länge bis zu sieben Metern. © Kasto

Kasto bietet das Langgutlager für Bauhöhen bis 26 Meter und bis zu acht Tonnen Nutzlast an. Das Lagervolumen liegt zwischen 500 und 10.000 Kassetten bei Längen von drei bis 14 Metern. In Birsfelden kann Debrunner jetzt Material bis zu einer Länge von sieben Metern einlagern. Insgesamt stehen 2.936 Fächer zur Verfügung. Das 20 Meter hohe und 40 Meter lange Lagersystem ist in Silobauweise konstruiert und mit einer Ein- und vier Auslagerstationen sowie sieben Krananlagen zur Entnahme der benötigten Artikel ausgestattet. Das Regalbediengerät arbeitet mit einer Nutzlast von maximal drei Tonnen. Die Kassettenabmessungen liegen bei 620 mal 350 Millimeter und 620 mal 600 Millimeter – jede Kassette nimmt Material bis zu einem Gewicht von drei Tonnen auf.

Per Kommissioniergerät werden die gewünschten Artikel ergonomisch den angebundenen Sägemaschinen zugeführt. © Kasto

Mehr Produktivität
Die Entscheidung für Unicompact 3.0 hat sich für Debrunner ausbezahlt. Die neue Hochregallagertechnik stellt das Material an den jeweiligen Sägestationen zuverlässig bereit. „Hier können wir bereits Kassetten für Folgeaufträge anfordern. Reaktionszeiten werden dadurch erheblich verkürzt, und anlagenbedingte Wartezeiten gibt es nicht“, freut sich Roger Durand. Durch die Einlagerung von Puffermengen entfallen zeitintensive Nachschubprozesse. Mehr Produktivität erreicht Debrunner auch durch die zentrale Anarbeitung, die eine Mehrmaschinen-Bedienung erlaubt. Sägeaufträge unterschiedlicher Kunden lassen sich bei gleichem Einsatzmaterial zusammenfassen. Dank der Zentralisierung sparen die Schweizer im Vergleich zu früher zwei Sägen ein.

Für effiziente Prozesse sorgt eine verbesserte Ergonomie am Arbeitsplatz. Alle Sägen sind optimal an das Lager angebunden und haben ein Rückmelde-Terminal, ein Kasto-Kommissioniergerät mit Magnetanlage für die leichtere Zuführung an die Stationen und die Möglichkeit, fertige Positionen effizient weiter zu geben. „Durch die straffe Organisation können sich die Sägebediener auf die Anarbeitung konzentrieren“, sagt Durand. Das neue Lkw-Verladekonzept basiert auf einer effektiven Logistiklösung mittels Verschiebewagen. Dadurch werden Suchzeiten vermieden und fertige Kundenaufträge aus Kommissionierung und Anarbeitung an nur einem Verladepunkt konzentriert.

Für eine optimierte Anzahl an Fahrbewegungen sorgt das Wanderkassettenprinzip, bei dem Ein- und Auslagervorgänge parallel stattfinden © Kasto

Anbindung an ERP-System
Die Kasto-Experten banden die Steuerung des Lagers zudem nahtlos an das bestehende ERP-System bei Debrunner an – für den Stahlhändler ein nicht zu unterschätzender Vorteil: „Unsere Branche befindet sich mitten in der digitalen Transformation. Da ist es wichtig, dass unsere Prozesse nicht nur auf Hardwareseite optimal ineinandergreifen, sondern auch auf Softwareebene“, beschreibt Durand. Die einheitliche Steuerung sorgt für reibungslose Abläufe, maximale Transparenz und eine einfache Bedienbarkeit. Außerdem hat Debrunner so für sämtliche Fragen rund um die Lagertechnik ein und denselben Ansprechpartner. „Auch das war ein Grund, warum wir uns für Kasto entschieden haben“, betont Durand.

Über die Bedienterminals können die Mitarbeiter zum Beispiel Kassetten für Folgeaufträge anfordern. Dies verkürzt die Reaktionszeiten erheblich und vermeidet anlagenbedingte Wartezeiten. © Kasto

Seit Juni 2018 ist das neue Hochregallager anstelle der beiden bisherigen Lösungen im Einsatz. Mit der Anlage von Kasto hat Debrunner seine Optimierungsziele erreicht. „Wir sind mit dem Unicompact bestens auf kommende Herausforderungen bei der wirtschaftlichen Lagerung von Langgut vorbereitet“, erklärt Roger Durand. „Die Ausfallzeiten sind äußerst gering – das sorgt für einen zuverlässigen und reibungslosen Betrieb. Die schnellen und optimal aufeinander abgestimmten Abläufe in dem neuen System ermöglichen uns, unsere Kunden auch bei sinkenden Losgrößen und steigenden Auftragszahlen mit kurzen Reaktionszeiten zu beliefern.“ as

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