Vollautomatisches Hochregallager

Viel Platz für Teegenuss

Vollautomatisches Hochregallager. Gebhardt realisierte für die Ostfriesische Tee Gesellschaft ein modernes Logistikzentrum im bayrischen Grettstadt und schaffte damit Platz für die wachsende Produktion.

Das aus drei Regalgassen bestehende Hochregallager hat eine Gesamthöhe von 19,8 Metern und bietet bei doppeltiefer Lagerung eine Gesamtkapazität von 6.300 Palettenstellplätzen. (Bilder: Gebhardt Fördertechnik)

Im Kräuterhaus Wild (KHW) werden nicht nur Arzneitees, sondern auch die Produkte der Marken der Ostfriesischen Tee Gesellschaft (OTG) Meßmer und Milford abgepackt. Seit August werden der Handel und die Gastronomie aus dem neuen vollautomatischen Hochregallager mit moderner Gebhardt Lager- und Fördertechnik mit den verschiedenen Teesorten versorgt.

Die OTG, ein in vierter Generation geführtes Familienunternehmen der Laurens Spethmann Holding (LSH), zählt zu den führenden Tee-Unternehmen Deutschlands und Europas. Über zehn Milliarden Teebeutel sowie loser Tee der Marken Meßmer, Milford, OnnO Behrends und verschiedener Handelsmarken produzieren die Unternehmen der LSH pro Jahr. Dabei verlangt Tee besondere Sorgfalt – nicht nur in der Herstellung und Verarbeitung, sondern auch beim Transport und in der Logistik, um dem Verbraucher einen verlässlich hochwertigen Teegenuss zu garantieren.

Das Wachstum der LSH, der Ausbau des Produktportfolios – etwa mit Cerealien, Süßstoffen, Riegeln und Fruchtschnitten – und die steigende Teebeutelproduktion für Marken, Handelsmarken und Arzneitees führte die bestehenden Lagerkapazitäten an ihre Grenzen. Zur Zukunftssicherung der schnellen Distribution, entschied sich LSH, ihr OTG-Lager- und Frachtkontor Süd im bayerischen Grettstadt nahe der Produktion auszubauen. Die Gründe, die schließlich für den Neubau gesprochen haben, waren die hohe Umschlagsleistung und das Ziel, möglichst viel Volumen platzsparend auf kleiner Grundfläche zu lagern. Das nun realisierte dreigassige Hochregallager bietet diese Vorteile: bis zu 30 Einlagerungen und gleichzeitig 30 Auslagerungen pro Stunde und Regalbediengerät und eine Lagerkapazität von 6.300 Europaletten.

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Blick auf die Aufgabestation und Vorzone mit automatischer Konturen- und anschließender Überlastkontrolle.

Eine der größten Herausforderungen für die Beteiligten war der sehr straffe Zeitplan für das Projekt: „Wir haben inklusive Bauzeit für das Gebäude nur neun Monate benötigt. Die Realisierung des Lagers musste daher in enger Abstimmung mit dem Bauplan sowie Hand in Hand mit den anderen Gewerken laufen. Als wir im Februar mit der Montage begonnen haben, war die Bodenplatte gerade so trocken“, erinnert sich Projektmanager Tobias Gilbert.

11.000 Quadratmeterzusätzliche Lagerfläche
Nach neun Monaten und zwei Tagen Bauzeit wurde das hochmoderne Logistikzentrum inklusive der Anbindung des bestehenden Lagers dann Anfang August 2016 an den Betreiber übergeben. Insgesamt wurden 640 Tonnen Stahl, 3.000 Kubikmeter Beton und rund 30 Kilometer Kabel verbaut. Im Ergebnis verfügt das OLF Süd nun über rund 11.000 Quadratmeter zusätzliche Lagerfläche in dem neuen vollautomatischen Hochregallager mit vorgelagerter Kommissionierung unter Einsatz von Gebhardt Lager- und Fördertechnik. Zum Lieferumfang gehören drei Paletten-Regalbediengeräte des Typs 748.10, diverse Komponenten aus der Paletten-Fördertechnikserie System 500 sowie die gesamte elektronische Anlagensteuerung.

Die drei elf Tonnen schweren Regalbediengeräte wurden im Gebhardt-Werk in Sinsheim verladen. Am neuen Lager wurde jedes Regal­bediengerät zunächst 50 Meter senkrecht von einem Mobilkran in die Höhe gehoben und über die Dachöffnung in die entsprechende Regalgasse eingebracht.

Das Logistikzentrum im OTG Lager- und Frachtkontor Süd im bayrischen Grettstadt wurde mit Gebhardt Fördertechnik erweitert.

Das aus drei Regalgassen bestehende Hochregallager hat eine Gesamthöhe von 19,8 Metern und bietet bei doppeltiefer Lagerung eine Gesamtkapazität von 6.300 Palettenstellplätzen. Am Wareneingang fahren die Paletten automatisch über die Fördertechnik zum Hochregallager. Das Transportsystem mit Rollenförderern und Kettenförderern mit teilweise geregelten Antrieben befördert bis zu 200 Paletten pro Stunde. In der Vorzone des Lagers passieren sie eine Konturenkontrolle und eine Überlastkontrolle. Hier werden die Konturen, das Gewicht und Palettenmaße erfasst, um so für jede Palette den optimalen Lagerplatz zu finden oder Paletten mit Überständen, Über­last oder Schäden zur Überprüfung auszuschleusen. Ferner erhöhen die Konturenkontrolle und die Überlastkontrolle die Betriebssicherheit des Hochregallagers.

180 Paletten pro Stunde
Innerhalb einer Gasse ist jeweils ein Regalbediengerät für die Ein- und Auslagerung der Paletten zuständig. Mit Fahrgeschwindigkeiten bis zwei Meter pro Sekunde, Beschleunigungen bis 0,5 Meter pro Quadratsekunde und Hubgeschwindigkeiten von 0,5 Meter pro Sekunde schafft jedes Gerät bis zu 30 Doppelspiele pro Stunde. Damit entspricht die Ein- und Auslagerleistung der Gesamtanlage bis zu 180 Paletten pro Stunde.

Für den anschließenden Versand und die Kommissionierung werden die angeforderten Paletten aus dem neuen Hochregallager vom Regalbediengerät an die Fördertechnik in der Vorzone übergeben und an einen Kommissionierarbeitsplatz oder zu den Abnahmestrecken im Versand transportiert. Aus dem Bestandslager ausgelagerte Paletten gelangen über einen Querverfahrwagen zur Kommissionierung. Dieser transportiert immer zwei Paletten gleichzeitig und übergibt die Ware auf die automatische Förderstrecke. Über eine anschließende Sortierung durch vier Gebhardt-Drehtische werden die Paletten an einen von zwei Vertikalförderern übergeben. Diese verbinden das Untergeschoss mit dem Erdgeschoss und transportieren die ausgelagerten Paletten beider Läger an den vorgesehenen Versandbereich oder zur Kommissionierung. as

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