Vollautomatische Fertigung

Vom Lager zum Laser

Vor einem Jahr integrierte König Metall ein automatisiertes Lagersystem in seinen Produktionsablauf. Ziel waren eine kürzere Reaktionszeiten und mehr Flexibilität. Das neue Gesamtkonstrukt besteht aus dem Blechlager Midi Extended und der Automationslösung Laser Flex 4.0 zur mannlosen Versorgung von Lasern.

Das Blechlager Midi baut kompakt und lagerdicht. (Foto: Remmert)

König Metall ist Zulieferer von Blech- und Metallkomponenten für die Metall- und Elektroindustrie sowie für die Bereiche Automotive und Maschinenbau. Der Spezialist für Rohrtechnik bearbeitet sein Material nach individuellen Kundenwünschen und muss ein Höchstmaß an Flexibilität bieten; hierzu sind diverse Maschinen im Einsatz, etwa Stanz-Nibbeln und Laseranlagen.

Gestiegene Herausforderungen bei der Lagerung äußerten sich dadurch, dass der Bestand bei König Metall deutlich angewachsen war und folglich größere Lagerflächen benötigt wurden. Der Grund dafür war unter anderem die Teileverlagerung eines Großkunden, der die hauseigene Fertigung aufgelöst hatte. Insgesamt nahm das Material 350 Lagerplätze ein, was für ein reines Platzlager kaum zu bewerkstelligen war. Die Lagerung erfolgte ungeordnet auf rund 600 Quadratmetern innerhalb der Produktionsfläche. Diese unübersichtliche Situation führte trotz des Einsatzes eines ERP-Systems immer wieder zu Fehlbeständen. Außerdem war die Bereitstellung der Blech- und Metalltafeln an den Bearbeitungsmaschinen zeitaufwändig. Denn das Material musste erst gesucht, umgelagert und dann manuell per Stapler befördert werden. Die Lagerhaltung vor Ort verursachte entsprechend lange Reaktionszeiten, und es kam durch häufiges Handling und Umsetzen oft zur Kratzerbildung und in der Folge zu Tafelausschuss.

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Die avisierte Lösung beinhaltete in erster Linie die direkte Anbindung des Lagers an die Fertigungsanlagen und damit die Einführung einer vollautomatisierten Zentralversorgung. Ziel war es, Material automatisch den Bearbeitungsmaschinen zuzuführen und die angearbeiteten Teile von den Anlagen zurück in das Regal zu lagern. Auch die Bestandsführung des Rohmaterials sowie der Fertigteile sollte verbessert werden, um den hohen Kundenanforderungen in Bezug auf Chargen- und Dokumentationspflicht dauerhaft genügen zu können. Dazu war eine automatisierte Bestandsführung inklusive Buchungsprotokoll mit größtmöglicher Transparenz gewünscht.

Der Laser Flex 4.0 ist eine schnelle Lösung zur vollautomatischen Ver- und Entsorgung von Laseranlagen. (Foto: Remmert)

Für das optimale Lagermanagement erhielt Remmert den Zuschlag. Die Experten für Langgut- und Blechlagersysteme sowie Automationslösungen lieferten alles aus einer Hand, von der Beratung über die Lager- und Automationslösungen bis hin zum After-Sales-Service. Das neue System ist modular aufgebaut und jederzeit erweiterbar, und die vorhandenen Bearbeitungsmaschinen sind in das neue Logistiksystem integrierbar. Remmert baute das Lager zu einer zentralen Einheit um und siedelte die vorhandenen Bearbeitungsmaschinen um die Regale herum an. Das sparte Platz ein, zudem wurden die Transportprozesse schneller und einfacher. Herzstück der neuen Zentraleinheit ist ein Blechlager des Typs Midi Extended mit einer Höhe von sechs Metern, 595 Lagerplätzen und einem maximalen Lagervolumen von 1.785 Tonnen. Dieses System ist gekennzeichnet durch eine kompakte Bauweise und die hohe Lagerdichte. Nun benötigt König Metall nur noch 300 Quadratmeter Lagerfläche.

Zwei der an das System angeschlossenen Maschinen werden parallel über den Laser Flex 4.0 mit Rohmaterial aus dem Lager versorgt und sind 24 Stunden am Tag in Betrieb. Der Laser Flex 4.0 ist die derzeit schnellste Lösung zur vollautomatischen Ver- und Entsorgung von Laseranlagen und ermöglicht Materialwechsel in weniger als 60 Sekunden. So werden die Maschinenauslastung und der Durchlauf erhöht, während die Stillstandszeiten verringert werden. Sobald eine Fertigungsmaschine einen Auftrag erteilt, greift die automatisierte Versorger-Vakuumeinheit des Laser Flex 4.0 auf das Rohmaterial im Blechlager zu und transportiert dieses selbstständig zu den angebundenen Lasermaschinen. Nach dem Zuschnitt hebt die Entsorger-Gabeleinheit der Remmert-Automationslösung die bearbeitete Metallplatte vom Wechseltisch des Lasers und lagert sie entweder wieder ein oder bringt sie zum nächsten Prozessschritt. Die Anbindung des Systems an die Bearbeitungsmaschinen managt die Lagerverwaltungssoftware Pro WMS Enterprise von Remmert. Hiermit kommunizieren die Maschinen automatisch, und das Regalbediengerät liefert selbsttätig das gewünschte Material, sobald ein Fertigungsauftrag geladen wird. Zudem registriert die Software alle Materialien nach deren Eintreffen und sorgt so für eine umfassende und präzise Abrufbarkeit und Dokumentation der Bestände. Insgesamt entfallen durch das neue Lagersystem fast alle manuellen Arbeitsschritte. Rund ein Jahr nach der Inbetriebnahme des Lagersystems verzeichnet König Metall eine deutliche Steigerung der Produktivität. Der Staplerverkehr zur Materialbeförderung, der wöchentlich drei bis fünf Mitarbeiter in Anspruch nahm, entfällt komplett. pb

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