Stahlhandelslager für die Zukunft

Hier wandern die Kassetten

Hoher Umschlag, flexible Reaktion auf spezielle Kundenwünsche und schnelle Belieferung per Lkw: Diesen Herausforderungen muss sich der Schweizer Stahlspezialist Carl Spaeter täglich stellen. Kasto realisierte eine Lager- und Sägelösung mit integrierter Verteillogistik und Informationstechnologie.

Mehr als 3.000 Lagerplätze

Gesamtansicht der Anarbeitung mit sechs integrierten Sägemaschinen. (Foto: Kasto)

Die drei um das eigentliche Hochregallager angeordneten Bereiche Anarbeitung (Sägen), Kommissionierung und Tourenverteilung erfüllen die vielfältigen Anforderungen der Spaeter-Kunden von der Auftragsentgegennahme bis zur Bereitstellung für die Lkw-Verladung. Kasto baute in Basel ein Wabenlager vom Typ Unicompact 3.0. Mit einer Länge von knapp 65 Meter und einer Höhe von 12,6 Meter hat die Anlage 3.139 Lagerplätze. Die hierfür verwendeten Kassetten bieten mit einer nutzbaren Breite von 600 Millimeter und einer nutzbaren Höhe von 350 Millimeter Platz für eine Vielzahl verschiedenster Materialien mit bis zu sieben Meter Länge und einer Zuladung je Kassette bis zu 3.000 Kilogramm. Das Regalbediengerät wurde in der Ausführung mit zwei Kassettenplätzen zur Realisierung des Kasto-Wanderkassettenprinzips geliefert. Neueste Antriebstechnik verbunden mit der Systemsoftware ermöglicht ein funktions- und zeitoptimales Fahrkurvenverhalten für sämtliche Bewegungsabläufe und ermöglichen Geschwindigkeiten bis 160 Meter pro Minute in der Längsfahrt.

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Sechs integrierte Sägemaschinen - drei Bandsägen und drei Kreissägen - übernehmen die Abarbeitung der Zuschnitte der Kundenaufträge. Die Bereitstellung des Materials erfolgt über separate Längsstationen, von denen aus über Kran die Einzelstäbe an der Säge vorgelagert werden. Die Verteilung der Aufträge auf die Sägen erfolgt in Abhängigkeit der Sägequerschnitte automatisch via SAP zum Lagerverwaltungssystem Kasto-lvr; Sägeaufträge werden am jeweiligen Arbeitsplatz angezeigt. Jede Säge verfügt über einen eigenen Materialspeicher und garantiert damit die optimale Wahl der Schnittparameter eines jeden Sägeauftrags. Durch die Nutzung des Kasto-Softwaretools kann über Vorausberechnung der Sägezeiten am Lagerleitstand die Auslastung der einzelnen Sägen dargestellt werden und eine zeitgerechte Umschichtung der Aufträge zwischen den Sägen erfolgen - ein Quasi-PPS für Sägemaschinen egal welchen Herstellers. Das System denkt noch weiter: Der Vorschlag für eine automatische Zusammenfassung unterschiedlicher Sägeauftragspositionen mit identischem Einsatzmaterial führt zu einer Minimierung der Handlingzeiten für den Bediener.

Jede Station hat ein Kommissioniergerät

Zwei Umlaufstationen mit drei beziehungsweise vier Vorlageplätzen sorgen dafür, dass die eingehenden Aufträge schnellstmöglich abgerichtet werden können. An einer sogenannten Wickelmaschine können auch oberflächenempfindliche Materialien, üblicherweise Edelstähle, separat verpackt werden. Wie bei der Anarbeitung erfolgt durch das Lagerverwaltungssystem in Abhängigkeit verschiedener Parameter eine automatische Zuweisung der einzelnen Positionen eines Auftrags zur sinnvollsten Umlaufstation (Kommissionierplatz). Um eine schnelle und effiziente Stabentnahme zu erreichen, ist jede Station mit einem besonderen Kommissioniergerät (KSG) ausgestattet. Eine starre Traversenführung des KSG verhindert ein Pendeln der Traverse sowohl bei der Magnet- als auch bei der "Schlaufenentnahme". Eine Etikettierung der Aufträge mit allen erforderlichen Informationen auf dem Etikett schließt den Prozess der Kommissionierung ab und leitet die Ware zur Tourenplanung.

Das schnellste Kommissionieren und Sägen nützt nichts, wenn die Ware nicht zeitgerecht beim Kunden ist. Um hier einen weiteren Schritt in der Tourenplanung durch Kasto erledigen zu lassen, wurde ein Verteil-System entwickelt, das die kommissionierte Ware automatisch zu verschiedenen Verlade-/Tourenplätzen transportiert. Erledigt wird diese Verteilung über ein an der Hallenstirnseite installiertes Monorail-System mit Transporttraverse. Ein Aufnahmegewicht von bis zu zwei Tonnen und eine Geschwindigkeit von maximal 160 Meter pro Minute erlauben eine schnelle und mannlose Verladevorbereitung. Das auf der SAP-Seite vorliegende Tourenplanungssystem liefert dem Lagerverwaltungssystem die notwendigen Informationen und organisiert die Beauftragung der Tourenverteilung. Was bleibt, ist nur noch die eigentliche Lkw-Verladung, aber auch diese wird dank der Softwaremöglichkeiten von Kasto besser planbar und kann abends oder morgens erfolgen.

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