Pick-by-Vision

Kommissionieren mit Durchblick

Datenbrillen. Auch im anspruchsvollen Umfeld der Kontraktlogistik kann Pick-by-Vision die Effizienz steigern und Fehler weiter reduzieren.

Die Lagerarbeiter bei Weerts kommen dank ergonomischer Bewegungsabläufe und übersichtlicher Anweisungen auf zwölf Prozent Zeitersparnis. (Bild: Picavi)

Kontraktlogistik – oder international Third Party Logistics (3PL) – ist einer der Hauptantriebe des aktuellen E-Commerce-Booms. Die hochspezialisierten Dienstleister der Branche machen für viele Online-Shops oder Verteilzentren die schnellen Lieferzeiten erst möglich und stehen dabei unter einem hohen Kosten- und Leistungsdruck. Innovationen sind gefragt, um die Prozesse noch weiter optimieren zu können und Effizienz wie Nachhaltigkeit zu erhöhen.

Pick-by-Vision sorgt dank der Schritt-für-Schritt-Prozessführung innerhalb kürzester Zeit für effektive Zeiteinsparungen und einen effizienteren Materialfluss. Die Implementierung von Picavi in die vorhandene Lager- und IT-Infrastruktur erfolgt innerhalb weniger Wochen mit überschaubarem Aufwand. Die Einarbeitung der Benutzer nimmt gar nur 30 Minuten in Anspruch. Die klar gegliederte und intuitiv zu handhabende Picking-Software auf der Datenbrille beherrscht alle möglichen Prozesse, die bei der Warenkommissionierung durchgeführt werden müssen, und lässt sich bei Bedarf an jeden Ablauf anpassen.

Das Kommissioniersystem Picavi bietet so auch für die schon weitestgehend optimierten Arbeitsweisen bei Kontraktlogistikern ein großes Potenzial. Die Pick-by-Vision-Lösung führt den Lagermitarbeiter visuell durch den Pickprozess. Dank der Datenbrille hat der Lagermitarbeiter immer beide Hände frei für seine Haupttätigkeiten und muss nicht mit einem Handheld hantieren. Zugleich führt ihn das Display seiner Brille durch die einzelnen Schritte des Prozesses und versorgt ihn mit allen aktuell benötigten Informationen. Während er sich so seiner primären Aufgabe widmen kann, werden sämtliche Daten in Echtzeit an das bestandsführende System übermittelt – was wurde gepickt und wo geht es als nächstes hin? Picavi kann – vom Wareneingang bis hin zur Inventur, der Ein- und Auslagerungen oder dem Retourenmanagement – in allen Bereichen eingesetzt werden.

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Der Picavi Power Control spendet Energie für mindestens eine Schicht und hat fünf große Tasten für die Prozesssteuerung. (Bild: Picavi)

Dabei sind die Voraussetzungen für die Intralogistik-Lösung gering: Für die Echtzeit-Kommunikation mit dem bestandsführenden System ist eine entsprechende WLAN-Abdeckung im gesamten Lager nötig. Die überall verwendeten 1D- oder 2D-Barcodes können sowohl über den integrierten Scanner der Brille als auch per Ringscanner erfasst werden. Ringscanner werden auf den Zeigefinger aufgesteckt – gewährleisten also weiterhin bestmögliche Bewegungsfreiheit – und per Bluetooth in das System eingebunden. Sie erfassen auch ungünstig oder sehr niedrig angebrachte Barcodes – etwa am Fuß oder an der Seite einer Palette, wo der Scan mit der Brille erschwert ist.

Die kontextabhängige Darstellung von Artikelnummer, Anzahl der Picks sowie Entnahme- und Ablageort erfolgt über das Brillen-Display, das dem Nutzer so am Rand seines Blickfelds eingeblendet wird, dass das Auge nicht neu fokussieren muss. Bei dieser Art der Visualisierung, wenn Daten die eigentliche Realität zur Assisted Reality erweitern, sind Informationseinblendung und Umgebung klar abgegrenzt. Der Nutzer entscheidet immer selbst, ob er zur Informationsaufnahme auf das in scheinbar einem Meter Entfernung liegende Display schaut oder sich auf seine Kerntätigkeit fokussiert. Das macht das Arbeiten entschieden effizienter und angenehmer als in Augmented-Reality-Umgebungen, wo virtuelle Objekte vollständig mit der Umgebung verschmelzen.

Ergonomische Bewegungsabläufe und das übersichtliche, auf das Notwendige reduzierte User-Interface sorgen für eine hohe Akzeptanz bei den Lagerarbeitern. Nach einer kurzen Einführung und ein bis zwei Tagen der Eingewöhnung tragen und nutzen Mitarbeiter die Datenbrille in der Regel wie selbstverständlich. Gerade bei Jüngeren und Technikaffinen im Team stößt Pick-by-Vision häufig sogar auf Begeisterung. „Unsere Mitarbeiter haben das Picken mit der Datenbrille sehr schnell erlernt. Das Feedback war durchweg positiv. Die Brille ist angenehm zu tragen und zeigt auch nur dann Informationen an, wenn sie benötigt werden“, berichtet Jens Ritscher. Er ist bei der Fiege-Gruppe, einem der führenden Kontraktlogistiker Europas, für das Projekt Pick-by-Vision verantwortlich.

Neben Fiege setzen auch zahlreiche weitere nationale und internationale Logistik-Dienstleister die intelligente Lösung von Picavi ein. Hier hat sich Pick-by-Vision auch bei hohen Pickdichten beziehungsweise einem sehr schnellen Materialfluss als effizient erwiesen. Die Datenbrille hat Leistungsvorteile im Vergleich zu Kommissioniermethoden mithilfe des traditionellen Handhelds (Pick-by-Scan) oder Ansagen über Kopfhörer (Pick-by-Voice): „Mit dem neuen Kommissioniersystem gewinnen wir wertvolle Zeit – für uns als Kontraktlogistiker ein besonders wichtiges Argument für diese Technik“, erklärt Michael Suden, Managing Director bei Fiege. „Unsere Mitarbeiter haben eine Zeitersparnis von bis zu zehn Prozent erreicht“, ergänzt Ritscher.

Bei Weerts Supply Chain – einem belgischen Kontraktlogistiker, der leicht verderbliche Nahrungsmittel zwischenlagert und für den Weitertransport vorbereitet – ist Picavi ebenfalls im Einsatz. Mit 15 Datenbrillen erzielt der Logistik-Dienstleister eine Zeitersparnis von zwölf Prozent. Dank freier Hände und visueller Prozessführung, inklusive optimierter Lauf- und Fahrwege, erreichen andere Auftraggeber sogar bis zu 30 Prozent. Von den Optimierungen durch die innovative Technik profitieren auch die Endkunden: Fehllieferungen sind beinahe ausgeschlossen, Aufträge werden schneller bearbeitet und lassen sich jederzeit transparent nachverfolgen.

Dank ihres modularen Aufbaus und vielfältiger Anbindungsmöglichkeiten fügt sich die praxiserprobte Intralogistik-Lösung reibungslos und schnell in jede vorhandene Systemarchitektur ein. Auch zu Telnet-Protokollen – wie sie etwa vom weitverbreiteten Midrangesystem IBM System i (früher AS/400) verwendet werden – hat Picavi eine Standard-Schnittstelle entwickelt. Tiefgehende Eingriffe in die zentrale IT können so konsequent vermieden werden. Die Implementierung geht sehr schnell und einfach, ohne dass der laufende Betrieb davon beeinflusst wird. Als schlanke Ergänzung zum Lagerverwaltungs- oder ERP-System arbeitet Picavi direkt mit den vorhandenen Daten in jedem Format und bereitet sie – ohne Middleware – passend für die Datenbrillen auf. as

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