Optimierte Lagerverwaltung

Effizienter Service für Tinte und Toner

Der Spezialist für Drucker- und Kopierzubehör UFP Deutschland hat rund 6.500 sofort lieferbare Artikel im Portfolio, etwa 30.000 versandte Pakete monatlich erfordern hocheffiziente logistische Prozesse. Das Unternehmen optimierte seine Lagerverwaltung und integrierte im Zentrallager in Kamp-Lintfort das Lagerführungssystem LFS.wms von Ehrhardt + Partner.

Rund 11.000 Quadratmeter Lagerfläche umfasst das Zentrallager von UFP Deutschland in Kamp-Lintfort bei Düsseldorf. (Bild: E+P)

Seit 1997 gehört UFP Deutschland dem französischen Konzern UFP (Union Française de Papeterie) an. Als Experte für Druckersupplies und Speichermedien berät und beliefert das Unternehmen heute rund 1.200 Kunden im Bundesgebiet. Eine Besonderheit des Zulieferers ist die komplexe Kundenstruktur und der Multi-Channel-Vertrieb. „Wir bedienen zusammen mit 40 Großkunden auch zahlreiche Retail-Unternehmen, mittelgroße und kleinere Händler, die auch kleine und Kleinstmengen kaufen“, sagt Adriaan Zwaneveld, Direktor Sales & Logistics. „Dementsprechend vielfältig und komplex sind auch unser Lager und die Prozessabläufe aufgebaut.“

Auf 11.000 Quadratmeter Lagerfläche bevorratet die Handelsgesellschaft 3D-Drucker, Papier, Toner und Patronen, Speichermedien sowie weiteres Zubehör. „In den vergangenen Jahren sind die Anforderungen unserer Zulieferer und Kunden immer weiter gestiegen“, so Zwaneveld. „Mit unserer alten Lagerverwaltungssoftware und einer papierbasierten Kommissionierung waren wir nicht mehr flexibel genug.“ Daher entschied sich das Unternehmen für LFS.wms als Lagerführungssystem mit größerem Funktionsumfang, das sich zudem modular an unterschiedliche Voraussetzungen anpassen lässt. Die Anforderungen des Lieferanten für Drucker und Druckerzubehör lagen dabei auf der Hand: Die komplexen Prozesse sollten einheitlich und von nur einem System abgebildet werden – inklusive aller vor- und nachgelagerten Prozesse.

Anzeige

Besonderheiten im Handling

Neben der vielfältigen Kundenstruktur erfordern die zahlreichen Produkte einige Besonderheiten im Handling. So sind beispielsweise bei Tonern und Druckerpatronen Mindesthaltbarkeitsdaten zu beachten. Bei der Kommissionierung von Sicherheitsware – besonders hochwertigen Artikeln wie teuren Speichermedien – ist ebenfalls ein gesonderter Pickprozess notwendig. Für den Versand aller Artikel sind außerdem bestimmte Packrichtlinien zu berücksichtigen: Die empfindlichen Inkjet-Patronen dürfen beispielsweise nicht unter andere, schwere Ware wie Toner verpackt werden, und Papier muss oft komplett separat verschickt werden.

„Die Anforderungen unserer Kunden und an die Produkte mussten unsere Mitarbeiter im Lager jeweils ganz genau kennen. Dadurch hat es mit der papierbasierten Kommissionierung sehr lange gedauert, bis neue Mitarbeiter uns produktiv unterstützen konnten“, macht Zwaneveld deutlich. Die Integration des Lagerführungssystems sorgt für einen wesentlich effizienteren Einsatz des Personals ohne lange Einarbeitungszeiten. Statt mit Listen auf Papier kommissionieren die Mitarbeiter im Lager mit MDE-Geräten. Alle wichtigen Daten zu Kunden und Verpackungsvorgaben sind im System hinterlegt und werden den Mitarbeitern im Lager via MDE-Gerät angezeigt.

Damit das richtige Produkt gepickt wird, mussten die Fachkräfte im Lager in der Vergangenheit beispielswiese oft den Text auf der Produktverpackung mit den Auftragsdaten abgleichen. Jetzt ist ein kurzer Scanvorgang ausreichend, um sicherzustellen, dass das richtige Produkt kommissioniert wird. So konnte UFP die Fehlerquote beim Pickvorgang reduzieren. Dank der wegeoptimierten Steuerung und Multi-Order-Picking können die Kommissionierer die vorhandenen Aufträge außerdem in kürzerer Zeit bearbeiten.

Scan und Reporting

Viele der großen Druckerhersteller wie Lexmark und HP erwarten von den Händlern die lückenlose Dokumentation der Verkaufsstationen eines Produktes. Daher fordern sie immer häufiger, dass alle Seriennummern der verkauften Artikel pro Lieferadresse reportet werden. Mit dem alten Lagerverwaltungssystem und der papierbasierten Kommissionierung war das für UFP schlichtweg nicht machbar. LFS.wms unterstützt jetzt verschiedene Verfahren zum Scan der Seriennummern. Statt einzelne Artikel zu scannen, können auch Umverpackungen mit mehreren Seriennummern mit einem einzigen Scan aufgenommen werden. Das spart insbesondere dann Zeit, wenn große Mengen und nicht einzelne Artikel entnommen werden. „Bei den kleinteiligen Bestellungen arbeiten unsere Kommissionierer mit der EAN-Nummer zur Identifikation und scannen die Seriennummer des Artikels direkt bei der Entnahme an. Die Aufträge für die Großhändler müssen wir aber anders abwickeln, da dann ganze Paletten versandt werden“, erklärt Adriaan Zwaneveld. „Im Palettenlager wird der Picker erst dann aufgefordert die Seriennummer zu scannen, wenn die Palette vom Staplerfahrer entnommen und im Palettenversand abgestellt wurde.“

Auch bei der bisherigen Halbjahres- und Jahresinventur bietet LFS.wms Vorteile: Mit dem neuen System hat der Lieferant von Druckern und Druckerzubehör dank permanenter Inventur jederzeit einen transparenten Überblick über die aktuellen Bestände. Jede Artikelbewegung wird von LFS.wms dokumentiert und alle Lagerplätze sind exakt inventarisiert.

Dynamische Platzvergabe

Da der Lieferant extrem unterschiedliche Artikeldimensionen bevorratet, ist zudem ein flexibles System für die Lagerhaltung sehr wichtig: LFS.wms belegt die Lagerplätze daher systemgeführt mittels dynamischer Feldbelegung und lagert entweder Varianten zu einem bestehenden Lagerplatz hinzu oder belegt einen neuen. „Mit einer zusätzlichen Platzsegmentierung der Fachbodenregale konnten wir den vorhandenen Lagerplatz optimal auslasten. LFS.wms berücksichtigt dabei auch die unterschiedlichen Artikelgrößen vom sehr kleinen USB-Stick bis hin zum größeren Druckertoner“, erklärt David Emmel, Logistic Consultant bei Ehrhardt + Partner.

6.500 sofort lieferbare Artikel aus dem Bereich Drucker- und Kopierzubehör hat UFP Deutschland für ihre Kunden auf Lager. (Bild: E+P)

Der Retail- und Kleinkunden-Bereich ist ein besonders anspruchsvoller Vertriebskanal bei UFP. Um die Aufträge innerhalb von 24 Stunden zum Kunden zu bringen, wurde der Kommissionierablauf effizienter gestaltet: Statt jede Bestellung einzeln zu erledigen, werden mit Multi-Order-Picking mehrere Aufträge zugleich abgearbeitet. Mittels Pick-and-Pack-Kommissionierung können die oftmals sehr kleinteiligen Bestellungen außerdem ohne Zwischenstationen sofort vom Lagerplatz in den Versandkarton gepackt werden.

Weiterhin fordert LFS.wms die Kommissionierer schon vor dem Pickvorgang dazu auf, das passende Versandmittel auf den Kommissionierwagen zu laden. Beim Picken werden die einzelnen Artikel dann direkt in den Versandkarton gepackt. Die Größe des Versandmittels, der Artikel und das Gewicht des Auftrages berechnet LFS.wms anhand der Artikelstammdaten bereits im Voraus. Das System gibt dem Kommissionierer genau vor, wie die Artikel zu packen sind und ob Sonderlagerungen beachtet werden müssen. Ist der Auftrag abgeschlossen, entfällt für UFP so ein weiterer Prozessschritt. „Um zu gewährleisten, dass die richtigen Artikel beim Kunden ankommen, haben wir früher Kontrollprozesse mit Kameras durchgeführt. Mit dem Scannen der EAN-Codes und der exakten Gewichtskontrolle von LFS.wms ist das für uns kein Thema mehr. Ausschließlich für den Versand von Paletten an unsere Großkunden setzen wir weiterhin Kameras ein“, erklärt Zwaneveld. Stimmt das Endgewicht nicht mit den Berechnungen des Systems zum gepickten Auftrag überein, fordert LFS.wms die Mitarbeiter zusätzlich zu einer manuellen Kontrolle auf.

„Wir sind sehr zufrieden mit LFS.wms und haben das System an unsere Kollegen aus Spanien weiterempfohlen“, erklärt Zwaneveld abschließend. „Als Nächstes testen wir die Möglichkeiten einer sprachgeführten Kommissionierung. Wir wollen wissen, ob eine Voice-Lösung uns weiteres Potenzial zur Optimierung bietet.“ as

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Kegelradgetriebe

Für das Elektro-FFZ

Für elektrisch betriebene Flurförderzeuge hat ABM Greiffenberger das Kegelradgetriebe TDB230/254 Kombi entwickelt. Es lässt sich in bestehende Fahrzeugreihen integrieren. Die merkmale: hohe Drehmomente, große Laufruhe, lange Lebensdauer.

mehr...

Lagerverwaltungssystem

HRL für Künstlerpapier

Reflex, Hersteller von Spezial- und Künstlerpapier, hat am Standort Düren ein automatisches Hochregallager in Betrieb genommen. In Kombination mit einem Lagerverwaltungssystem (LVS) von S&P Computersysteme ermöglicht dies Reflex in Zukunft neben...

mehr...

Deichselstapler

Lasten gut gedeichselt

Combilift hat in den vergangenen Jahren Deichselstapler seinem Programm hinzugefügt und die Modelle dieser Serie erweitert. Für das Handling leichterer Lasten bevorzugen Kunden zunehmend aus Sicherheitsgründen handgeführte Stapler statt Gabelstapler.

mehr...
Anzeige

Ladehilfe

Ende mit der Plackerei

Be- und Entladesysteme Xetto. Hoerbiger hat das multifunktionsfähige Be- und Entladesysteme Xetto verbessert. Eine neue Bedieneinheit und eine neue Auffahrrampe sorgen für Ergonomie und Komfort.

mehr...