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Intralogistik

Mit Drohnenschwärmen in die Zukunft

Hartmut Schaffroth, Leiter Fertigung bei Kardex Mlog, spricht über häufige Planungsfehler beim Bau von Logistikanlagen und das Potenzial von Drohnen in der Intralogistik.

Hartmut Schaffroth, Leiter Fertigung bei Kardex Mlog © Kardex Mlog

Welche Planungsfehler sollten unbedingt vermieden werden?
Schaffroth: Auf alle Fälle sollte man vermeiden, dass einzelne Güter bei der Planung vergessen werden. Das gilt besonders für Ladungen, die sehr oft umgeschlagen werden. Diese müssen in der richtigen Menge und mit realistischen Maßen und Gewichten im Mengengerüst berücksichtigt werden. Als Bauherr muss ich also das Spektrum der einzulagernden Artikel sehr genau kennen. Das klingt jetzt vielleicht selbstverständlich, führt in der Praxis aber immer wieder zu Fehlern. Außerdem muss schon während der Planung bekannt sein, was am betreffenden Standort überhaupt gebaut werden darf. Es kommt vor, dass Beschränkungen in der Bauhöhe oder Restriktionen bei der farblichen Gestaltung der Fassade übersehen werden. Gleiches gilt für die Beschaffenheit des Baugrunds: Ist dieser überhaupt tragfähig oder werden zusätzliche Fundamente benötigt? Wer auf Sand bauen will, muss mit erheblich höheren Baukosten rechnen. Das kann letzten Endes zum Scheitern des Projekts führen.

Gibt es denn die völlig fehlerfreie Projektplanung, die während der Bauphase nicht mehr verändert werden muss?
Das ist bei der Planung und dem Bau einer hochkomplexen Logistikanlage immer anzustreben. Während der Bauphase ergeben sich aber manchmal Gegebenheiten, die Änderungen auf der Detailebene verursachen können. Für solche Fälle ist es ehr effektiv, einen Anbieter mit eigener Produktion zu beauftragen. Bei einer großen Nähe zur Fertigung sind Änderungen schnell möglich.

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Welche weiteren Vorteile bietet die Fertigung am Standort Deutschland?
Unsere Anlagen bilden oft das Herzstück einer Logistikanlage. Sie sichern den Transport innerhalb eines Betriebes vom Wareneingang über Lager und Produktion bis hin zum Warenausgang. Der Kunde ist deshalb auf eine möglichst hohe Verfügbarkeit angewiesen, die möglichst nahe 100 Prozent liegen sollte, also bei 98 bis 99 Prozent. Das kann nur sichergestellt werden, wenn wir den Entstehungsprozess des Produktes von Anfang bis Ende begleiten. Das beginnt beim Design und gilt gleichermaßen für Materialbeschaffung, Konstruktion und Herstellung bis hin zu Qualitätssicherung, Montage und Inbetriebnahme. Das ist der wesentliche Vorteil, den wir bieten können, wenn wir in Deutschland produzieren und alles aus einer Hand liefern.

Als wissenschaftlicher Beirat sind Sie auch in aktuelle Forschungsprojekte involviert. Was spricht aus heutiger Sicht gegen den Einsatz von Drohnen im Materialfluss?
Derzeit gehören noch die Geschwindigkeit sowie die Geräuschentwicklung von Drohnen zu den größten Hemmnissen. Hinzu kommt die begrenzte Kapazität der Akkus, weshalb die Drohnen den benötigten Strom häufig nachtanken müssen. Bei einer Transportkapazität von 20 bis 30 Kilogramm beträgt die mögliche Flugzeit nur etwa sechs Minuten. Der größte Klärungsbedarf besteht jedoch im Hinblick auf die Sicherheit. Das gilt vor allem dort, wo Drohnen am Arbeitsplatz über die Köpfe von Menschen hinwegfliegen. Hier muss noch sauber geregelt werden, wie Unfälle vermieden werden und wie im Falle eines Absturzes verfahren werden muss. Vor diesem Hintergrund sind Drohneneinsätze in mannlosen Fertigungen viel eher denkbar.

Wo liegt denn hier der Vorteil gegenüber fahrerlosen Transportsystemen?
Speziell im Kleinteilebereich können Drohnen viel schneller agieren, um den Nachschub in der hochflexiblen Fertigung vollautomatisch und bedarfsgerecht zu sichern. Denkbar wäre hier auch der Einsatz von Drohnenschwärmen. as

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