Software

Mehr Bio bei besserem Bestandsmanagement

Damit Waren effizient verteilt werden und frisch in den Filialen eintreffen, setzt Alnatura auf ein automatisiertes Bestandsmanagement mit Logomate von Remira. Die Software koordiniert die Disposition für das Zentrallager in Lorsch sowie für das gesamte Filialnetz.

Je nach Saison führen die einzelnen Alnatura-Filialen ein Sortiment von 6.000 bis 7.500 Artikeln © Alnatura

Biolebensmittel sind angesagt. Mittlerweile werden sie von zahlreichen Anbietern produziert und vertrieben. Einer der Vorreiter der Branche ist Alnatura. Das Unternehmen wurde bereits 1984 gegründet und betreibt heute mit seinen Alnatura Super Natur Märkten mehr als 120 eigene Filialen. Je nach Saison führen die einzelnen Filialen ein Sortiment von 6.000 bis 7.500 Artikeln, bestehend aus Frischeprodukten, Backwaren, diversen Trockenprodukten sowie Drogerieartikeln und Textilien.

Die Versorgung mit Trockenprodukten und Drogerieartikeln organisiert Alnatura seit 2010 mit einem eigenen Verteilzentrum im südhessischen Lorsch. Frischeprodukte und Backwaren liefern regionale Anbieter. Das komplett in umweltfreundlicher Holzbauweise errichtete, 30.000 Quadratmeter große Lager in Lorsch gliedert sich in ein Hochregallager sowie ein manuelles Lager und bietet Raum für 50.000 Stellplätze.

Bereits kurz nach dem Betriebsstart des Verteilzentrums führte der Bioanbieter die Dispositions- und Bestandsmanagementsoftware Logomate von Remira ein. Das Ziel war, eine optimale Versorgung der Filialen zu realisieren und Out-of-Stock-Situationen zu vermeiden. Darüber hinaus unterstützt die Software Alnatura dabei, seine Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. „Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben und deswegen entsorgt werden müssen, sowie Lkw, die nur halb ausgelastet die einzelnen Filialen anfahren, passen nicht zu unseren Grundsätzen und sind zudem unwirtschaftlich“, erklärt Matthias Lindner, stellvertretender Leiter Logistik bei Alnatura.

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Automatisierung der Disposition im Verteilzentrum
Alnatura setzt Logomate sowohl für die Versorgung der 127 Filialen ein als auch zur Disposition der Artikel im Verteilzentrum. Dazu ist die Software über eine Schnittstelle an das Warenwirtschaftssystem SAP angeschlossen. Die Alnatura-Mitarbeiter im Verteilzentrum arbeiten direkt mit der Lösung, an der sie die übersichtliche Benutzeroberfläche und die Genauigkeit der Bestellprognosen schätzen.

Das Hochregallager in Lorsch © Alnatura

Logomate synchronisiert täglich über Nacht die Bestands- und Bewegungsdaten mit den Daten aus dem ERP-System. Auf Basis der Warenein- und -ausgänge sowie der aktuellen Bestände ermittelt die Software Bestellvorschläge für die Disponenten. Bei der Prognose werden saisonale Schwankungen, Feiertage und besondere Verkaufsstichtage, aber auch Mindesthaltbarkeitsdaten berücksichtigt. Dabei disponiert die Software so, dass Waren, deren Mindesthaltbarkeitsdatum früher erreicht wird, das Verteilzentrum zuerst verlassen. Auf diese Weise verhindert Logomate den Verderb von Lebensmitteln.

Basis der Bestellvorschläge sind darüber hinaus artikelspezifische Bestellmengen und Bestellvorlaufzeiten sowie vorher von den Disponenten manuell eingegebene Einzelbedarfe und Aktionen. „Logomate liefert präziseund realistische Absatzprognosen, die nur noch vom Disponenten geprüft und freigegeben werden müssen. Das reduziert den Aufwand ganz erheblich. Zudem führt die dynamische Optimierung zu bedarfsgerechten Beständen im Lager“, erläutert Lindner.

Die Bestellung beim Lieferanten erfolgt schließlich über das ERP-System. Gemäß seiner hohen Anforderungen an Nachhaltigkeit möchte Alnatura auch die Transportlogistik umweltverträglich gestalten. Lieferungen werden daher so effizient wie möglich zusammengefasst, um Leerfahrten zu vermeiden. 90 Prozent der Waren holt das Unternehmen selbst bei den Herstellern ab. Die optimale Auslastung der Lkw ermöglicht ebenfalls Logomate. Dazu kalkuliert die Software anhand der Bestellvorlaufzeiten der Hersteller, welche Lieferungen zu welchem Termin gemeinsam abgeholt werden können.

Treffsichere Absatzplanung für die Filialen
Im Unterschied zu den Disponenten im Verteilzentrum in Lorsch arbeiten die Mitarbeiter der Filialen vorwiegend im Warenwirtschaftssystem. Die erforderlichen Informationen stellt die angeschlossene Bestandsmanagementsoftware Logomate bereit. Beim Tagesabschluss werden dazu die aktuellen Bestandsdaten von SAP an Logomate übermittelt. Dieser Datenabgleich liefert zusammen mit einer qualitativen Absatzprognose die Grundlage für den Bestellvorschlag für die betreffende Filiale.

Ihre Treffsicherheit erlangt die Software, indem sie die Verkaufshistorie auf Artikelstandortebene sowie Saisonalitäten und Aktionen berücksichtigt. „Jede Filiale erhält von Logomate über das Warenwirtschaftssystem individuelle Vorschläge für die Bestellmengen einzelner Produkte aus dem Verteilzentrum Lorsch, aber auch bei den regionalen Lieferanten, die die Versorgung mit Frischeprodukten sicherstellen“, erläutert Lindner. Die automatischerzeugten Bestellvorschläge müssen nur noch von den Mitarbeitern geprüft und über das SAP-System an die Logistik nach Lorsch übermittelt werden.

Zeitersparnis durch Automatisierung
„Insbesondere für die Kollegen in den Filialen bewirkt die Software eine massive Zeitersparnis, die uns als Unternehmen einen großen Effizienzgewinn verschafft“, berichtet Lindner. Dies ist für Alnatura jedoch nicht der einzige Vorteil der Digitalisierung: Der Bioanbieter bindet weniger Kapital in den Filialen und erzielt eine bessere Versorgung mit deutlich weniger Out-of-Stock-Situationen. Auch die Dienstleister und regionalen Großhändler, von denen Alnatura Frischeprodukte und Backwaren bezieht, profitieren: Sie erhalten einen realistischen Forecast über kommende Aufträge mit einer Vorlaufzeit von mehreren Wochen. as

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