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Artikel und Hintergründe zum Thema

Logistik-Indikator, viertes Quartal 2014

Zukunftsfähigkeit durch Kooperation

„Lage gut, Zukunft mäßig“ lautet, auf wenige Worte verkürzt, die Botschaft des drittstärksten deutschen Wirtschaftsbereichs zum Jahresende 2014. Schon während des Deutschen Logistik-Kongresses Ende Oktober zogen die 3.122 Teilnehmer aus mehr als 40 Nationen ein einmütiges Fazit: Die geopolitischen Krisenherde und die anhaltende Eurokrise verunsichern die gesamte Weltwirtschaft, sowohl in der kurz- als auch in der mittelfristigen Perspektive.

Die Erwartungen bei Industrie und Handel gehen für die nächsten zwölf Monate zurück. Kooperation in Wertschöpfungsketten bewerten mehr als zwei Drittel der Befragten als die größte Chance, um entgegen allen Widrigkeiten Erfolgsspielräume nutzen zu können. Ein solcher Weg erfordert den unternehmerischen Mut, sich partnerschaftlich auf Kunden, Lieferanten und Dienstleister einzulassen. (Grafik: BVL)

Die Ergebnisse der Dezemberumfrage zum Logistik-Indikator der BVL bestätigen und aktualisieren die Eindrücke aus dem Herbst. Während die momentane wirtschaftliche Lage positiver beschrieben wird – Industrie und Handel korrigieren ihre Lageeinschätzung spürbar nach oben, die Dienstleister nur leicht – gehen die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate auf beiden Marktseiten deutlich zurück. Die zeitnahen positiven Signale zum Jahresende werden durch die mäßigen Zukunftserwartungen überkompensiert.

Per Saldo führt dies dazu, dass der Gesamtklimawert nachgibt auf einen Wert oberhalb der Normallinie im expansiven Bereich und auf dem Niveau von September 2013. Damals war die Tendenz allerdings steigend. In der heutigen Detailnachfrage mit Blick auf die nächsten drei Monate erwarten die Dienstleister keine Veränderung der geschäftlichen Lage. Industrie und Handel gehen von einer leichten Verschlechterung aus, die aber im Handel und Konsumgüterbereich durchaus saisonbedingt sein kann.

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Trotz der rückläufigen Erwartungshaltung bauen Dienstleister sowie Industrie und Handel weiter Sachkapazitäten auf und planen weitere Einstellungen – die Dienstleister sogar stärker als im Vorquartal. Das Bild ist also ambivalent und spiegelt die Situation wider, die schon seit längerem zu beobachten ist: Die gelernten Konjunkturindikatoren taugen nur noch bedingt zu einer tragfähigen Prognose. Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen werden als volatil und wenig verlässlich erlebt. Die BVL wird sich im kommenden Jahr intensiv mit dieser Entwicklung beschäftigen. Folglich lautet das Jahres- und Kongressmotto 2015 „Eine Welt in Bewegung“.

In der Zusatzfrage zum Logistik-Indikator Dezember ging es speziell um die Chancen und Risiken für das kommende Jahr. Kooperation in Wertschöpfungsketten bewerten mehr als zwei Drittel der Befragten als die größte Chance, um entgegen allen Widrigkeiten Erfolgsspielräume nutzen zu können. Ein solcher Weg erfordert den unternehmerischen Mut, sich partnerschaftlich auf Kunden, Lieferanten und Dienstleister einzulassen. Es ist ein innovativer Ansatz, der in einer Welt in Bewegung Zukunftsfähigkeit sichern kann. pb

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