Effiziente Raumnutzung senkt die Lagerkosten

Im Lager geht’s hoch her

Für die Luft wird's dünn im Lager, denn wenn die gesamte Raumhöhe des Gebäudes genutzt werden kann, ist das nicht nur sparsam, sondern auch effektiv. Luft wird zugunsten von Lagerfläche verdrängt. Hänel ist ein typischer Vertreter dieses Prinzips. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr das 60-jährige Bestehen.

Die Automobilbranche ist für den Lagerlift-Produzenten Hänel von zentraler Bedeutung. Zahlreiche deutsche Renommierunternehmen der Branche zählen zu den Kunden. (Foto: Hänel)

Die Kundenliste zeigt feinste Adressen der internationalen Wirtschaft: Ob Nestlé, GlaxoSmithKline, Siemens, Bayer oder große Teile der deutschen Automobilwirtschaft von BMW bis VW: Hänel gilt als anerkannter Partner, wenn es darum geht Produktionslogistik oder Büroarchive technisch und organisatorisch aufzufrischen. "Bereits seit 60 Jahren steht Hänel für innovative Lösungen in der automatisierten Materiallagerung und -bereitstellung", konstatiert Joachim Hänel, der zusammen mit seinem Bruder Michael das Familienunternehmen aus Bad Friedrichshall, beschaulich gelegen an Kocher, Jagst und Neckar unweit von Heilbronn, leitet. Die Nordschwaben haben das Vertikallager zum Prinzip gemacht. Gelagert wird in die Höhe, nicht in die Tiefe. Rotomat, Lean-Lift und Multispace sind dynamische Lagersysteme nach dem Umlauf- und Förderprinzip. Nach der Gründung 1953 als Stahlmöbelunternehmen hielt der Rotomat, ein Umlaufregal nach dem Paternosterprinzip, bereits 1957 Einzug in das Produktspektrum von Hänel. Denn bereits damals sah Unternehmensgründer Gerhard Hänel den Bedarf, für Büro- und Verwaltungswesen automatisierte Systeme zu entwickeln.

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Entscheidendes Moment dabei: Die gewünschte Ware oder Akte kommt zum Bediener - und nicht umgekehrt. Der Vorteil des Hochlagers führt zu einer kompakten Lagerfläche, die den Raum und seine Höhe effektiv nutzt. Nach Berechnungen des Unternehmens kann mit den Rotomat-Umlaufregalen bis zu 60 Prozent mehr Lagerfläche auf gleichem Flächenmaß geschaffen werden. Vertriebsleiter Harald Ellwanger ist überzeugt: "Wir lassen die Luft aus dem Lager." Anfang der 70er Jahre wurden die ersten Rotomat-Umlaufregale für den industriellen Einsatz konzipiert und realisiert. Unterschiedlichste Facheinteilungen der Tablare erweiterten den Einsatzzweck um viele Bereiche und schaffen somit individuelle Lösungen für eine Vielzahl von Anwendungen und Branchen. Die hohe Lagerkapazität von damals 250 Kilogramm pro Tablar war geeignet für die Lagerung von industriellen Teilen. Bis heute konnte die Tragfähigkeit auf 750 Kilogramm pro Tablar gesteigert werden.

"Flexibilität in der Herstellung ist dabei Bedingung," meint Harald Ellwanger, "und kein Rotomat gleicht dem anderen, weil jede Aufgabe eine exakt definierte Lösung erfordert."

Der Lockomat kommt als gesicherte Variante zum Kunden. Er eignet sich als Lagersystem für die gesicherte Bereitstellung von Kleinteilen wie Werkzeugen, Elektronikteilen oder Medikamenten. Die Benutzerautorisierung erfolgt über eine Identifizierung des Nutzers wie PIN-Code oder mit Transponder. Die Lösung ist in vielen Branchen einsetzbar: Chemieindustrie, Banken, Pharmazie - überall dort, wo äußerlich gleiche, jedoch mit unterschiedlichem Innenleben bestückte Teile schnell, verwechslungssicher gelagert und abgerufen werden müssen, meint Ellwanger.

Der Lean-Lift gilt als Lagerrationalisierung und Lagergut-Schutz in einem: Im Zentrum des Vertikallifts arbeitet ein rechnergesteuerter Positionierlift  der sogenannte Extraktor. Davor und dahinter sind die Lagerregale angeordnet.

Dort wird das Lagergut stationär in Containern gelagert. Die Lagerorte werden automatisch über die elektronische Steuerung angefahren. Die Bedienung erfolgt im Entnahmebereich.

Mit dem Hänel Multi-Space will das Unternehmen Hänel das Prinzip der Drei-Achs-Lagerlifte optimieren. Das System ist gekennzeichnet durch ein Höchstmaß an Flexibilität, Geschwindigkeit und Raumausnutzung. Hänel kann den Drei-Achs-Lagerlift in einer Breite von mehr als neun Metern anbieten und auch nachträglich noch in Höhe und Breite variieren.

Der Büro-Rotomat findet in unzähligen Branchen Anwendung. Durch die flexible Mikroprozessor-Steuerung lassen sich die Systeme direkt in die Software einbinden. bw

Gerhard Hänel, der Gründer

Aus einer - wie Gründer Gerhard Hänel sie nennt - "kleinen Holzhütte" belieferte er ab 1953 Kunden mit Friseur- und Stahlblechschränken. Mitte der 50er-Jahre sieht er in einem amerikanischen Prospekt automatisierte Bürolifte und setzt diese Idee für Deutschland um. Hänel produziert als erster serienmäßig Registraturlifte nach dem Paternosterprinzip in Europa. Die Firma ist heute noch ältester existierender Hersteller weltweit. Mit 65 Jahren überträgt er seinen beiden Söhnen die Firmenleitung - bleibt aber weiter maßgeblich aktiv. Mit 85 Jahren ist Gerhard Hänel sogar noch an der Entwicklung des Lean-Liftes beteiligt. Als Gerhard Hänel im Alter von 95 Jahren stirbt, ist Hänel ein weltweit operierendes Unternehmen mit festen Niederlassungen in Frankreich, den Niederlanden, in der Schweiz und in den USA.

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