Lagerlift

Bindeglied mit Garantie

8.000 Picks pro Tag für den Nachschub in der ITK-Distribution.

Das Schweizer ITK-Distributionsunternehmen Also kommissioniert pro Jahr rund 600.000 Aufträge. Lagerlifte von Kardex Remstar und kombinierte Kommissionierstrategien erhöhen die Produktivität im Logistikcenter.

Emmen in der Zentralschweiz, 17 Uhr. Das Geschäft im Logistikcenter des ITK-Distributionsunternehmens Also läuft auf Hochtouren. Im Kleinteilelager arbeiten die Mitarbeiter an insgesamt 18 Lagerliften. Sie entnehmen zügig und konzentriert die Waren aus Lagergeräten, quittieren die Entnahme per Barcodescanner, kommissionieren sie auftragsbezogen und schicken sie per Förderband zum Versandausgang. Tablet-Computer, Digitalkameras, digitale Bilderrahmen, Druckerpatronen oder Ladegeräte treten so ihre Reise zu Fachhändlern und Systemhäusern in der ganzen Schweiz an. Bis zum nächsten Tag um 14 Uhr müssen die georderten Waren in den Regalen der Wiederverkäufer liegen. Weil Lkw ab 22 Uhr Fahrverbot haben, ist das Zeitfenster eng. Jeder Handgriff muss sitzen. Tritt in der Logistikkette ein Fehler auf, dürfen die Kunden von Also eine Entschädigung fordern. Diese Praxis ist einzigartig in der Schweiz. Auch deshalb und weil die Qualität stimmen muss, gilt in Emmen das Null-Fehler-Prinzip. Mit 99,94 Prozent Liefergenauigkeit ist das Ziel so gut wie erreicht. Edwin Duss, langjähriger Logistikchef der Also Schweiz, über die Haltung seines Unternehmens: "Wir versprechen unseren Kunden nur das, was wir halten können."

Bindeglied zwischen Hersteller und Wiederverkäufer
Der Distributor gehört zum Also-Konzern, der 2011 durch einen Zusammenschluss der in der Schweiz ansässigen gleichnamigen Holding-AG und der deutschen Actebis GmbH entstanden ist. Als Großhandelsunternehmen und Logistikdienstleister für Informationstechnologie, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation betreibt der Konzern Standorte in zwölf europäischen Ländern und rangiert in seinem Geschäftsfeld europaweit auf Platz drei. Also Schweiz ist Marktführer in der Schweiz und das Bindeglied zwischen Hersteller und Wiederverkäufer. Das Unternehmen arbeitet dort mit allen namhaften Herstellern von Hard- und Software zusammen und erbringt zusätzliche Mehrwertdienste in den Bereichen Highend-Server, Storage, Sicherheit und Netzwerke. Individuelle Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ergänzen das Leistungsportfolio.

Kompaktes Kleinteilelager über drei Stockwerke
Zu den Kunden gehören Provider und Hersteller im ITK-Segment. Rund 600.000 Aufträge werden im Logistikcenter in Emmen pro Jahr kommissioniert. Auf insgesamt 26.000 Quadratmetern Fläche lagern auf drei Stockwerke verteilt und durch Fördertechnik miteinander verbunden Produkte mit den unterschiedlichsten Geometrien: von großformatigen Bildschirmen über Waschmaschinen bis zu USB-Sticks. Dafür gibt es mehrere Lagerzonen: Paletten- und Kleinteilelager. Zum Sortiment der Also Schweiz gehören rund 45.000 Artikel. Etwa 8.000 davon werden in 18 Lagerliften des Typs Shuttle XP 250 von Kardex Remstar vorgehalten. Die Lagerlifte sind über 19 Meter hoch und über drei Stockwerke in das Gebäude integriert. Entnahmeöffnungen gibt es auf zwei Ebenen: Im Erdgeschoss werden die Waren eingelagert, im ersten Stock finden Auslagerung und Kommissionierung statt. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen und der Just-in-time-Lieferung zum Kunden ist eine hohe Verfügbarkeit bei Also ein absolutes Muss.

Duss hat sich 2010 bewusst gegen eine Vollautomatisierung des Lagers entschieden: "Mit der halbautomatischen Lösung sind wir einfach flexibler." Bei der Entwicklung der logistischen Prozesse hat Duss vor allem auf Kosteneffizienz geachtet: "Zwei Hauptkostentreiber galt es zu reduzieren: die Versandkosten und die Wegezeiten innerhalb des Lagers." Ersteres wurde dadurch erreicht, dass Versandartikel nach Möglichkeit gebündelt verschickt werden. Bei der Reduzierung der Wegezeiten innerhalb des Lagers kommen dem Versender die Lagerlifte von Kardex Remstar entgegen, die nach dem 'Ware zur Person'-Prinzip konzipiert sind. Einen Extraschub erhält die Produktivität durch verschiedene Kommissionierstrategien, die intelligent miteinander verknüpft sind. So wurden je drei Shuttles zu einer Kommissionierzone zusammengefasst. Damit kann der Kommissionierer Aufträge parallel bearbeiten und Leerlauf vermeiden. Unterstützt wird er dabei auch durch die redundante Einlagerung: Derselbe Artikel wird in verschiedenen Lagerliften vorgehalten und ist so schneller am richtigen Ort verfügbar.

Ein besonderes Feature ist die Doppelentnahme von Artikeln. Während für den Kommissionierer üblicherweise nur ein Tablar mit den eingelagerten Artikeln bereitsteht, schieben sich bei den Schweizern in kurzem zeitlichen Abstand zwei Tablare in die Entnahmeöffnung und stehen dort für einen Moment gleichzeitig bereit. Die Parallelisierung von eigentlich hintereinander ablaufenden Prozessen führt zu einer erheblichen Zeitersparnis. Die Strategien zur Steigerung der Produktivität werden von einer nahtlosen Integration der Maschinensteuerung ins Warehouse Management des Unternehmens unterstützt. Das Warehouse Management System (WMS), Materialflusscontroller und die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) sind miteinander verzahnt.

20 Prozent mehr Produktivität
Mit effizienten Prozessen befördert der Logistiker das Geschäft seiner Kunden. Das ITK-Distributionsunternehmen sieht sich als Partner von Fachhändlern, Systemhäusern und Telekommunikationsanbietern, nicht als Konkurrenten. So können Endkunden zwar bei Also Ware bestellen, aber das ist nur über einen der Partner möglich, nicht direkt - ein Geschäftsmodell mit Zukunft. Das hat auch Auswirkungen auf das Logistikcenter in Emmen. Mit dem kompakten und leistungsfähigen Lagersystem von Kardex Remstar und durchdachten Kommissionierstrategien war es möglich, die Produktivität im Lager um rund 20 Prozent zu steigern. Logistikchef Duss: "Wir bestücken im Moment die restlichen noch freien Tablare. Dann ist das Kleinteilelager voll." Die Erweiterung wird jedoch schon geplant.

bw

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