Lagerführungssysteme

In der Software laufen die Fäden zusammen

Lagermodernisierung. Das Lagerführungssystem LFS.wms optimiert die Logistik für Textilmaschinen der Itema-Group.

Rund 56.000 verschiedene Artikel und insgesamt 100.000 Teile bevorratet Itema in Zuchwil. Die Auftragszusammenführung erfolgt auf einer Sorteranlage mit 40 Bahnhöfen. (Bild: E+P)

Die Itema-Group, Hersteller von Textilmaschinen, suchte zur Modernisierung des Logistikzentrums am Schweizer Standort Zuchwil neue Systeme für die Steuerung der manuellen und automatischen Prozesse. Für den weltweiten Ersatzteilservice und die Versorgung der Produktion lieferte Ehrhardt + Partner (E+P) als Generalunternehmer sein Lagerführungssystem LFS.wms, einen Materialflussrechner sowie eine neue SPS-Steuerung. Das Ergebnis sind optimierte und zuverlässige Abläufe im Lager mit hoher Warenverfügbarkeit. Die Kommissionierleistung in Zuchwil hat sich dadurch deutlich verbessert, und auch bei hoher Auslastung gelingt Itema nun ein wirtschaftlicher und effizienter Materialfluss.

Mehr als 300.000 Webmaschinen von Itema sind weltweit im Einsatz und produzieren hochwertige Modestoffe, Massenware und Industriegewebe. Das Unternehmen ist der einzige Hersteller, der mit Greifer-, Luft- und Projektilwebmaschinen die drei führenden Eintragstechnologien für das Weben von Textilien anbietet. In mehr als 100 Ländern sorgt Itema mit einem zuverlässigen Service für die maximale Produktionsfähigkeit seiner Anlagen. Vor allem die Projektilwebmaschinensparte ist für ihren Ersatzteilservice bekannt. Itema bevorratet Ersatzteile für bis zu 30 Jahre alte Maschinen – 95 Prozent aller Teile hat das Unternehmen durchgängig auf Lager.

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100.000 Teile immer auf Lager
Für diesen einzigartigen Service sowie die Belieferung der eigenen Montagewerke unterhält Itema am Standort Zuchwil in der Schweiz ein hochmodernes Logistikzentrum. Das zentrale Teilelager besteht aus einem automatischen Kleinteilelager (AKL), einem Hochregalpalettenlager sowie einem Handlager für Kleinteile. Der konventionelle Lagerbereich ist über eine automatische Fördertechnik mit dem AKL sowie dem Hochregalpalettenlager verbunden. Rund 56.000 verschiedene Artikel und insgesamt 100.000 Teile bevorratet Itema in Zuchwil. Die Auftragszusammenführung erfolgt auf einer Sorteranlage mit 40 Bahnhöfen.

Zur weiteren Modernisierung der Lagerprozesse war eine Logistiksoftware nötig, die die teilweise selbst programmierten Systeme ablösen und Systemsicherheit bringen sollte. Mit der Umstellung auf MDE-Kommissionierung in den manuellen sowie den Langteilelagern sollte sich darüber hinaus die Effizienz bei der Auftragskonsolidierung steigern. Das System von E+P wurde bei laufendem Betrieb eingeführt.

LFS.wms koordiniert Warenzusammenführung
Um sowohl die Anforderungen der Produktion als auch die des Ersatzteildienstes zu erfüllen, hat LFS.wms zwei verschiedene Schnittstellen zum vorhandenen ERP-System. Das Lagerführungssystem koordiniert die Warenzusammenführung für die Produktion und für die weltweiten Ersatzteilbestellungen von Kunden getrennt. Am Standort Zuchwil beliefert Itema seine Produktion just in sequence: Die Auftragszusammenstellung im Lager orientiert sich am Fertigungstakt in der Produktion. Alle Bauteile werden in der korrekten Reihenfolge und Menge zur richtigen Zeit an einen ganz bestimmten Produktionsplatz geliefert. Bei den Lagerprozessen für den weltweiten Ersatzteildienst ist die Geschwindigkeit entscheidend. LFS.wms steuert die Auftragskonsolidierung so, dass alle Ersatzteile innerhalb Europas in 24 Stunden geliefert werden können. Weltweit garantiert Itema eine Lieferzeit von 48 Stunden.

LFS steuert die Lagerauslastung
Gleichzeitig mit der Einführung von LFS.wms stellte Itema seine Kommissionierstrategie um. In den manuellen Lagern löste die mobile Datenerfassung (MDE) die belegorientierte Kommissionierung ab. Bis zu 20.000 Positionen arbeitet Itema jeden Monat allein für den Ersatzteildienst ab, rund 4.000 picken die Mitarbeiter jeden Monat für die Belieferung der eigenen Montage. Hinzu kommen etwa 4.000 Einlagerungen jeden Monat. Durch den Einsatz von MDE wurden die Mitarbeiter entlastet. Die Kommissioniergeschwindigkeit hat sich erhöht, und die Fehlerrate ist gesunken. Neben der Kommissionierung steuert LFS auch die Auftragszusammenführung auf der Sorteranlage mit ihren 40 Bahnhöfen. LFS.wms ordnet jedem Auftrag einzeln eine Sorterbahn zu. Je mehr Bahnen freigeschaltet sind, desto mehr Aufträge werden parallel konsolidiert. Über den Lagerleitstand lässt sich beispielsweise die Mitarbeiter- und Lagerauslastung steuern. Der manuelle Lagerbereich ist über eine Fördertechnik mit dem Kleinteile- und dem Palettenlager verbunden.

Ersatzteildienst am zentralen Standort
Nach der Modernisierung des Logistikzentrums wurde der Ersatzteildienst der gesamten Itema-Group nach Zuchwil in der Schweiz verlegt. So hat das Projekt dazu beigetragen, die Konkurrenzfähigkeit des Standorts Schweiz zu erhalten. LFS.wms sorgt für eine schnellere Durchlaufzeit von nur 3,5 Stunden. Die Sortersteuerung verbessert die Auftragszusammenführung aus den verschiedenen Lagerbereichen. Rund 800.000 Picks werden pro Jahr in Zuchwil durchgeführt – das sind bis zu 5.000 Tonnen Ware. pb

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