Unternehmenssimulation

Firmen-Spielplatz

Planspiele in der Logistikausbildung
Schema des Datentransfers im Planspielablauf
Weiterbildung in der Logistik während der beruflichen Tätigkeit stellt häufig die beste Basis für die nächsten Karriereschritte dar. Hierzu bietet das RIS-Kompetenzzentrum für Verkehr und Logistik Logis.Net in Kooperation mit der FH Osnabrück eine Möglichkeit an, mit Hilfe von wenigen Präsenzstunden und überwiegendem Distance-Learning „spielerisch“ die Zusammenhänge von Logistik-Prozessen sowie die Auswirkungen von Management-Strategien auf diese zu erfahren und zu verstehen.

Vor dem Hintergrund immer komplexer werdender Logistikdienstleistungen sind die Anforderungen an die Ausbildung in der Logistikbranche deutlich gestiegen. Dieser Trend wurde durch die Gestaltung vieler neuer Logistik-Studienprogramme an den Hochschulen aufgegriffen, so dass der Branche nun jährlich circa 3.000 Logistik-Absolventen zur Verfügung stehen. Dennoch fehlen jedes Jahr etwa 5.000 akademisch ausgebildete Logistik-Fachleute. Umso wichtiger ist es daher, für ein qualitativ hochwertiges und praxisorientiertes akademisches Ausbildungsniveau zu sorgen. Management-Simulationen beziehungsweise Unternehmensplanspiele sind ein probates Mittel, diesen Anwendungsbezug in die Hochschulausbildung zu integrieren.

Für den Einsatz in der betriebswirtschaftlichen Ausbildung eignen sich insbesondere computergestützte Unternehmensplanspiele. Diese Simulationen stellen eine modellhafte Abbildung von Unternehmen oder Teilbereichen dar, in denen die sehr komplexen Sachverhalte der Realität auf die wesentlichen unternehmensinternen und -externen Aspekte reduziert werden. Dadurch erhalten die Studierenden ein Verständnis der grundlegenden Zusammenhänge und lernen die Konsequenzen aus einzelnen betriebswirtschaftlichen Entscheidungen verstehen.

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Leiten ohne Risiko

Die Teilnehmer einer Managementsimulation übernehmen die Leitung von Unternehmen, die in einem virtuellen Markt über mehrere Geschäftsperioden miteinander im Wettbewerb stehen. Dabei bestimmen ihre Managemententscheidungen die Entwicklung des eigenen Unternehmens, die des Marktes und somit auch die Performance der Wettbewerber. Auf diese Art und Weise werden die Teilnehmer in einem risikofreien Umfeld mit den typischen Unsicherheiten und Zielkonflikten der betriebswirtschaftlichen Entscheidungsfindung konfrontiert. Ferner sind Sie gezwungen, die vielfältigen Entscheidungen fundiert unter Zeitdruck und im Team zu fällen.

Das populärste Planspiel für die Ausbildung in der Logistik ist das Simulationsprogramm Topsim-Logistics der Tübinger Firma Tata Interactive Systems. Das ist ein Planspiel, dessen Kernthema die Optimierung der Logistikprozesse wie Beschaffungs-, Produktions- und Absatzlogistik ist.

Ausbildungsziel ist es, den Teilnehmern die Gesamtzusammenhänge innerhalb der Logistikkette zu verdeutlichen und die Auswirkungen verschiedenster Logistikentscheidungen auf Kosten und Durchlaufzeiten im Produktionsprozess und auf die marktseitige Distribution zu verdeutlichen.
Die von den Studierenden geführten Unternehmen erstellen in einem mehrstufigen Produktionsprozess Fotokopierer, die über verschiedene Distributionskanäle (Fachhandel, E-Commerce) auf bis zu fünf Absatzmärkten vertrieben werden. Diese Simulationsstruktur erfordert in jeder Geschäftsperiode eine Vielzahl strategischer und operativer Logistikentscheidungen, die auf Basis eines detaillierten Berichtswesens zu treffen sind. Dabei spielen neben rein quantitativen Faktoren auch qualitative Gesichtspunkte wie die Zuverlässigkeit von Lieferanten und Spediteuren, eine bedeutende Rolle.

Die Teilnehmerzahl für einen Planspieldurchlauf liegt zwischen zwölf und 25, wobei jeweils drei bis fünf Studierende ein Unternehmen leiten. Entsprechend der Lehrziele und des Anspruchsniveaus der Zielgruppe kann die Komplexität eines Simulationslaufes erheblich variiert werden. Ein typischer Planspiellauf dauert je nach Anzahl der simulierten Geschäftsquartale (maximal acht) zwischen drei und fünf Tagen. Dabei ist es häufig sinnvoll, das Planspiel um Zusatzprojekte, zum Beispiel aus einer konkreten betrieblichen Umwelt oder mit aktuellen Logistikfragestellungen einer konkreten Branche, zu ergänzen.

Der Datentransfer zwischen den einzelnen Unternehmen und der Spielleitung erfolgt elektronisch und umfasst neben den Planungen und Entscheidungen der Teilnehmer auch ein ausführliches Feedback durch die Spielleitung zu den Ergebnissen der einzelnen Simulationsperioden.

Die Räumlichkeiten für die Spielleitung (je nach Teilnehmerzahl ein bis zwei Personen) und für die Teilnehmer sollten eine wettbewerbsorientierte Simulationsführung ermöglichen. Darüber hinaus werden für die Spielleitung ein Spielleiter-PC mit der Simulationssoftware nebst Drucker eingesetzt. Auch die einzelnen Teilnehmer aus der Praxis müssen jeweils über mindestens einen Rechner mit dem Topsim-Logistics-Teilnehmersystem verfügen. Wolfgang Bode, Thomas Temme

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