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Materialfluss für ­Schwergewichte

Hochregallager für Stahlprodukte mit Direktverbindung zum Versand
Die finnischen Logistik-Spezialisten von Pesmel und AWA erhielten 2004 einen Auftrag für die Realisierung eines Hochregallagers für Stahlcoils und -bündel in Holland. Auftraggeber war Outokumpu Stainless in Terneuzen. Für die Skandinavier war dieses Projekt ein Folgeauftrag, der sich an eine in 2003 gelieferte Verpackungsanlage für Stahlcoils anschloss.

Bei diesem neuen Projekt ging es darum, ein automatisertes Hochregallager mitsamt der logistischen Anbindung an die Bereiche Verpackung und Versand zu realisieren. Dabei verlangte die Vielseitigkeit der Produkte nach zwei verschiedenen Lagerhaus-Lösungen: Ein System für Coils mit einem Regalbediengerät und ein weiteres für Platten mit zwei Regalbediengeräten. Das Lagerhaus bietet heute insgesamt 8800 Lagerplätze. Die Inbetriebnahme des Gesamtsystems erfolgte im Winter 2005.

Materialfluss-Spezialist Pesmel war dabei für die Transport- und Fördertechnik verantwortlich. Aufgrund der hohen Gewichte der Stahlprodukte stellte die logistische Anbindung an Verpackung und Versand hohe Anforderungen an die eingesetzte Fördertechnik. Immerhin müssen Stahlcoils mit Einzelgewichten von bis zu 30 Tonnen und Stahlbündel mit bis zu 6,5 Tonnen Gewicht nach ihrer Verpackung und Palettierung hinüber ins Lagerhaus transportiert werden

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Die Stahlplatten werden nach der Querteilung palettiert und verpackt. Die Bündel werden dann identifiziert und mit fördertechnischen Anlagen über eine Strecke von mehr als 250 Metern in die Abnahmestation des Lagerhauses transportiert. Ein EDV-System zeigt dabei automatisch den günstigsten Platz im Lager an. Bei Stahlcoils ist das Verfahren prinzipiell dasselbe.

Alles im Blick

Lagerhaus und Warentransportsystem sind mit einem visuellen Logistik-Kontrollsystem ausgerüstet. Mit Hilfe dieses Systems sind die Operatoren jederzeit – und das heißt hier in Realzeit - auf dem aktuellen Stand der Dinge, und können erkennen, wo sich einzelne Packstücke gerade befinden und was der momentane Status der Anlage ist.

Das Visualisierungssystem besteht aus graphischen Abbildungen der Anlage, die ebenso auf dem Bildschirm zu sehen sind wie das Layout und die dazu gehörenden präzisierten Einzelbilder. Mit dem In-Touch Programm von Pesmel kann der Operator die Anlage und deren Funktionen genau beobachten. Es ist sofort zu sehen, wo, wann und in welchem Zustand sich die einzelnen Materialobjekte oder Sensoren jeweils befinden. Das System ermöglicht eine gute Kontrolle der Anlage, und die Lokalisierung und Behebung von Störungen wird vereinfacht. Das erhöht auch das Sicherheitsniveau.

Nachdem das Lagerhaus während der Nacht anhand der Informationen aus der EDV automatisch die gelagerten Waren für den Versand sortiert hat, stehen die Coils und Bündel für die Abholung bereit. So lassen sich optimierte und schnelle Ladezeiten erreichen. Der Versandbereich besteht aus drei Ladestationen, an denen Pesmel-Roboter die Beladung der Lkw übernehmen.

Das Konzept des Lagerhauses wurde während der Planungsphase gemeinsam mit dem Kunden optimiert.. Dabei arbeiteten die Spezialisten mit einem Simulationsprogramm und pflegten den engen Austausch mit dem Kunden. Die gesamte Anlage ist so geplant und gebaut, dass zukünftige Erweiterungen reibungslos möglich sind.(ms)

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