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Daten im BlickBeschleunigte Bestellabwicklung mit Datenbrille

Ecomal-Datenbrille

Beim Elektronik-Distributor Ecomal optimiert die Abwicklung der Bestellvorgänge. Dreh- und Angelpunkt ist eine Pick-by-Vision-Anwendung, die sämtliche Mitarbeiter per Datenbrille auf kürzestem Weg zu den bestellten Artikeln führt und damit Fehlbearbeitungen und Verzögerungen ausschließt.

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Lager und LogistikInnovative Strukturhilfe

Simulation optimiert Intralogistik
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Lager und Logistik: Innovative Strukturhilfe
Simulation und Optimierung sind die Schlagwörter des 21. Jahrhunderts, wenn es um die effizientere Gestaltung von Produktions- und Logistikprozessen geht. Besonders im Mittelstand gilt es, das bestehende Verbesserungspotenzial im Bereich der Logistikorganisation genauer in Augenschein zu nehmen, weil hier erhebliche Kosteneinsparungen möglich sind.

Gegenüber dem Einsatz neuer Technologien zur Optimierung der Intralogistik besteht häufig eine gewisse Hemmschwelle. Die Ursachen hierfür sind vielfältig; meist kann die angestrebte Verbesserung nicht komplex belegt respektive dargestellt werden. Und bevor nicht rechnerisch bewiesen ist, dass sich tatsächlich Einsparungen in Größenordnungen realisieren lassen (beziehungsweise offensichtliche Prozessverbesserungen belegbar sind), lässt man den vermeintlich gut laufenden Prozess bestehen und die Finger von den nötigen Veränderungen. Es sei denn, die Unternehmen sind aufgrund von Kostendruck oder bestimmten Problemstellungen wie Lieferschwierigkeiten, Termintreue, hohen Stillstandszeiten und Beständen oder Lager- und Pufferüberbelegungen zum Handeln gezwungen. „Hier wird oft an der falschen Stelle gespart oder die Kunden kommen erst zu uns, wenn das Kind sprichwörtlich bereits in den Brunnen gefallen ist. Häufig verkennen die Entscheider die Präventionsmöglichkeiten durch den Einsatz von Simulation und Optimierung“, erläuterte Heike Krug, Geschäftsführerin der Dualis GmbH IT Solution, nach dem Normalfall im Projektgeschäft ihres Unternehmens befragt. Umso reizvoller sind dann auch jene Projekte, bei denen die Unternehmen geplante Umstrukturierungen oder künftige Investitionen im Voraus mit den Möglichkeiten von Simulation und Optimierung absichern wollen. Genau hier kommen die innovativen Softwarelösungen des jungen Unternehmens aus Sachsen rechtzeitig und Ziel führend zum Einsatz.

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Das Ganze im Blick

Ein sehr positives Beispiel hierfür ist die Papierfabrik Louisenthal, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Unternehmensgruppe Giesecke und Devrient in Gmund am Tegernsee. Als Hersteller hochwertiger, fälschungsgeschützter Sicherheitspapiere bietet Louisenthal alle Sicherheitselemente, um einen optimalen Schutz für Banknoten- und Sicherheitspapiere zu gewährleisten: vom klassischen dreidimensionalen Wasserzeichen bis hin zum optisch variablen Element (OVD). Neben Banknotenpapier umfasst das Produktprogramm zahlreiche weitere Anwendungen, zum Beispiel Sicherheitspapier und Hologramm-Folien.

Angesichts der stetig positiven Entwicklung und Vergrößerung der Firma musste die Produktionsstruktur über die Jahre an die gewachsenen Anforderungen angepasst werden. Die Logistikstrukturen folgten dieser Entwicklung. Eine Vielzahl einzelner Lagerflächen, oft aus der Notwendigkeit entstanden, war die logische Folge. Die Straffung und Optimierung dieser über Jahre gewachsenen Logistikstrukturen ist das Ziel eines Optimierungsprojekts, dass die Verantwortlichen der Papierfabrik gemeinsam mit Dualis seit Jahresbeginn bearbeiten.

Den Ausgangspunkt bildeten die Ideen und Konzepte der Verantwortlichen in Louisenthal. Die zentrale Fragestellung nach den Auswirkungen der verschiedenen Ansätze auf den Gesamtprozess war aufgrund der Dynamik und Abhängigkeiten der Einflussfaktoren kaum oder nur ungenau durch statische Betrachtungen zu beantworten. Daher entschied man sich seitens der Papierfabrik für den innovativen Untersuchungsansatz mit Hilfe der Simulation und die Abbildung der Konzepte mit dem Simulationswerkzeug Speedsim von Dualis. Die Zielstellungen, die Ausgangssituation und der Projektverlauf wurden vor dem Start in Form einer Projektspezifikation definiert.

Speedsim lässt sich für vielfältigste Simulationsaufgaben der Fertigungsindustrie anwenden. Über die vorhandene Drag-and-Drop–Funktionalität wird zuerst das Layout des betrachteten Produktionsunternehmens in den Simulator übertragen. Dabei werden die tatsächlichen Eigenschaften beziehungsweise Lagertypen für die einzelnen Lagerressourcen definiert, die sich auch bei späteren Veränderungen schnell anpassen lassen. Die Eingangsdatenbasis wird in Excel vorgehalten und über Schnittstellen vom Simulator eingelesen. Änderungen in der Datenbasis, beispielsweise eine Erweiterung des Produktionsprogramms, können sofort simuliert und ihre Auswirkungen dargestellt werden.

Das ist auch das Ziel in Louisenthal. In der validierten Gesamtlösung sollen verschiedene, bereits erarbeitete Szenarien und deren Auswirkungen auf die Bestände der Ausgangsstoffe, die Auslastung der unterschiedlichen Lagerorte sowie Transportressourcen und Fahrwege dynamisch betrachtet werden. Im Ergebnis sehen die Verantwortlichen verschiedenen Ansatzpunkte zur Optimierung, die vor der Umsetzung auf diese Weise schnell und einfach überprüft werden können. Hierzu gehört beispielsweise die Zielstellung, Lagerplatz durch Umstrukturierungen und Zusammenlegen von Lagerorten einzusparen, was ebenfalls eine Optimierung der Transportwege nach sich zieht. Aber auch die Bestandoptimierung ist ein wichtiger Punkt. Hier liefert die Simulation beispielsweise die benötigten Mindestbestände von Ausgangsstoffen für bestimmte Produktionsszenarien, die wiederum als Grundlage für einen optimierten Einkauf dienen können.

Positiver Nebeneffekt: aktualisierte Betriebsdaten

Die zu simulierenden Prozesse werden mit einfachen Grundbefehlen beschrieben. Die Programmierung der Simulationslogik übernimmt ein Simulationsexperte der Dresdner Firma vor Ort. Auf diese Weise wird der gesamte logistische Prozess abgebildet, von der Anlieferung über die Zwischenlagerung bis hin zur Verarbeitung der Ausgangsstoffe in der Produktion. Bereits nach kurzer Zeit sind die eigenen Strukturen am PC erkennbar und erste Untersuchungen und Vergleiche mit der Realität geben Aufschluss über die Qualität der Abbildung des Ist-Zustandes und der Eingangsdatenbasis. Momentan wird an einer Verbesserung der Eingangsdaten und der Prozessvalidierung gearbeitet, um die angestrebte rechnergestützte Optimierung schnellstmöglich durchführen zu können.

Die Grundlage der Datenbasis bilden die – gemeinsam mit dem Einkauf unter verschiedenen Gesichtspunkten analysierten – Ausgangskriterien für die Produktion wie Bestellmengen, Lieferhäufigkeit und tatsächliche Lagerorte, um nur einige zu nennen. In dieser aufwändigen Datenstrukturierung, die für eine realitätsnahe Simulation nötig ist, liegt ein Problempunkt, der nicht vernachlässigt werden darf. Aber die Ergebnisse der späteren Optimierung hängen in entscheidendem Maß von der Qualität der Eingangsdaten ab. Aus diesem Aufwand, der dabei notwendigerweise betrieben wird, ergibt sich aber auch ein wichtiger Pluspunkt: Nicht selten werden die vorhandenen, betriebsinternen Stammdaten auf diese Weise auf Herzen und Nieren geprüft. Deutlich transparentere und aktuellere Datenstrukturen sind so ein Nebenprodukt eines derartigen Projekts. „Wir sehen eine große Chance im dauerhaften Einsatz einer derartigen Lösung, die bei uns als Werkzeug auch für künftige planerische Entscheidungen zum Einsatz kommen soll, beispielsweise für die Untersuchung der Auswirkungen bei Erweiterung oder Änderung unseres Produktionsprogramms.“ konstatiert Jürgen Lorenz, Leiter Organisation der Papierfabrik Louisenthal.

Untersuchungen komplexer dynamischer Logistik- und Produktionsstrukturen sind heute nur noch mit Simulation tatsächlich aussagekräftig. Manuelles Probieren, das Durchspielen von geplanten Szenarien und Produktionsprogrammen ist – wenn überhaupt möglich – viel zu teuer und verursacht bei Betrachtung der statisch erzielbaren Ergebnisse einen zu hohen zeitlichen Aufwand. Auf der anderen Seite zwingt der enorme Kostendruck vor allem mittelständische Unternehmen zur effizienten Nutzung vorhandener Ressourcen und zur ständigen Anpassung der Fertigungs- und Logistikstrukturen an sich verändernde Ausgangssituationen – für eine dauerhaft erfolgreiche Positionierung am Markt. hk (gm)

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