Lager und Logistik

Vom Laser geführt

Automatisierte Regeltechnik
Auf der diesjährigen Cemat präsentierte SSI Schäfer erstmals ein automatisiertes Verschieberegal, das von einem lasergesteuerten Regalfahrzeug bedient wird. Dabei kombiniert das System die Vorteile der Verschieberegale mit der ­Effizienz ­automatisierter Lösungen.

Kompakte Lagerung und optimale Raumausnutzung – geht es um effizientes Flächenmanagement, so sind Verschieberegale eine bewährte Lösung. Denn weil nur ein Bediengang für den Zugriff auf alle Regalzeilen benötigt wird, kann im Vergleich zu stationären Regalen bei gleicher Grundfläche bis zu 80 Prozent mehr Lagerkapazität erzielt werden. Auf der diesjährigen Cemat in Hannover stellte der Neunkirchener Logistik-Hersteller SSI Schäfer dem Messepublikum nun die Kombination der Verschieberegal-Technik mit einem lasergesteuerten, fahrerlosen Schmalgangstapler vor. Diese Neuheit aus dem Produktfeld der dynamischen Lagersysteme besteht aus den fünf Komponenten Verschieberegalanlage, lasernavigierter Schmalgangstapler, Verkehrsmanagementsystem und Materialflussrechner für die fördertechnische Anbindung sowie Fördertechnik.

Mit diese automatisierten Verschieberegal können die anfallenden Betriebskosten von zwei Seiten gesenkt werden. Erstens wird durch die kompakte Raumnutzung bei der Verschieberegaltechnik der Platzbedarf auf ein Minimum reduziert. Und zweitens ermöglicht die zusätzliche Automatisierung eine optimale Auslastung der Anlage durch die Arbeit im Mehrschichtbetrieb. Die neue Technologie eignet sich auch für den Einsatz in Kühl- und Tiefkühllagern.

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Drei Partner, eine Lösung

Die automatisierte Verschieberegalanlage wurde von SSI Schäfer entwickelt. Als Systempartner stellt Stapler-Hersteller Still den Schmalgangstapler (Typs MX-X sowie MX-Q) als Plattform bereit. Die Lasernavigation des Staplers wurde im Auftrag von SSI Schäfer von der LogObject AG als weiterem Systempartner entwickelt. Eine erste Anlage realisierte SSI Schäfer beim Logistikdienstleister Simon Hegele im Logistikzentrum in Kemnath.

Und so gestaltet sich der Materialfluss im neuen System: Auf einer aus Standardkomponenten bestehenden Förderanlage werden die einzulagernden Paletten oder Gitterboxen zu der oder den jeweils geöffneten Regalgasse(n) des Verschieberegals transportiert und auf Transferplätzen zur automatischen Übernahme durch das Regalfahrzeug bereitgestellt. Koordiniert von einer kundenspezifisch angepassten Lagersteuerung auf Grundlage Standardsoftware „ant“ von SSI Schäfer übernimmt ein automatisierter Schmalgangstapler das Lagergut von den Transferplätzen und fährt den vorgesehenen Lagerplatz in der Regalgasse an.

Navigation mit Lasertechnik

Der gesamte Materialfluss läuft mannlos ab. Die Prozesse sind voll automatisiert. Die Bewegungen des Förderzeugs in der Regalgasse und im Gangwechselbereich erfolgen rechnergestützt. Die Orientierung im Raum erledigen zwei bodennah am Regalfahrzeug angebrachte Lasersensoren, die die Geometrie des Regals über Reflektoren in Echtzeit abtasten. Ein weiterer am Hubwagen montierter Lasersensor erkennt die exakte Übergabeposition im Regal beim Ein- und Auslagern.

Die Leistung eines Regalfahrzeugs liegt in der Größenordnung von etwa 20 Doppel- oder 35 Einzelspielen pro Stunde. Leistungsdefinierende Faktoren sind unter anderem die Anzahl der Verschieberegale, die Regalgeometrie und die Anzahl der erforderlichen Gassenwechsel. Durch eine via Sensorik überwachte optimale Öffnungsweite der Regalgasse kann das Regalfahrzeug aus einer mittigen Position im Regalgang auf beiden Seiten Palettenbewegungen ausführen.

Durch diese Technik genügt beim automatisierten Verschieberegal mit dem Einsatz von Standard-Schmalgangstaplern eine gegenüber nicht-automatisierten Verschieberegalen um 50 Prozent geringere Öffnungsbreite des Bediengangs. Die Ein- und Auslagerungsprozesse erfolgen schneller und vor allem kontinuierlich. Die Entkopplung von manuellen Funktionsflächen und automatisierten Lagerbereichen ermöglicht die optimale Anpassung an die logistischen Abläufe im Lager und erhöht darüber hinaus die Sicherheit.

Modular und vollautomatisch

Der modulare Aufbau aus flexiblen und bewährten Systemkomponenten gewährleistet eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der gesamten Anlage sowie schnelle Realisierungszeiten. Die Abläufe im automatisierten Verschieberegal können auf die Anforderungen des Kunden zugeschnitten und bei verändertem Profil flexibel erweitert werden.

Für den Logistikdienstleister Simon Hegele hat SSI Schäfer im Logistikzentrum in Kemnath eine automatisierte Verschieberegalanlage integriert. Durch die Vollautomation des Systems inklusive angeschlossener Fördertechnik konnte dieser Bereich optimal mit dem Wareneingang und der Kommissionierzone verknüpft werden. Die Anlage bei Hegele gliedert sich in vier Verschieberegalblöcke mit jeweils fünf Verfahrwagen.(ms)

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