Lager und Logistik

Fürstlicher Schmalgang

Neue Palettenförderanlage und Lagerverwaltungssoftware
Das Thema menschenleere Fabrik ist immer wieder im Gespräch. Was für eine Werkhalle noch wie Zukunftsmusik klingt, ist in einem Lager der Fürstlich Hohenzollernschen Werke schon Realität.

Nicht für die hohle Gasse, durch die der heimkehrende Geßler bei Wilhelm Tell nur kommen konnte, sondern für schmale Gänge ist der vollautomatische Schmalgangstapler von Dambach, Gaggenau, gemacht. Unter anderem sorgt er dafür das bei der Firma Zollern Antriebstechnik eine neu errichtete Anlage automatisch läuft. Die Firma, ein Unternehmen der Fürstlich Hohenzollernschen Werke Laucherthal, stellt in Herbertingen bei Sigmaringen Getriebe, Winden und Portalroboter für alle Bereiche des Fahrzeug- und Maschinenbaus her. In dem Standort wird neben einem Kleinteilelager mit zwei Regalbediengeräten (RGB), ein Auftragsteilelager mit einem RBG und eine vollautomatische Förderanlage mit mehreren Kommissionierplätzen betrieben. Der größte Teil des Lagers, ein Palettenlager mit acht Gassen, wurde bisher mit zwei bis drei manuell geführten Schmalgangstaplern bedient. Nach der Errichtung der vollautomatischen Palettenförderanlage ist dieser Teil des Lagers nun an die Anlage angebunden. Ziel war es, den bereits weitgehend automatisierten internen Materialfluss auch auf das vorhandene, mit Flurförderzeugen bediente Schmalganglager auszudehnen.

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Induktiv geführt

Weil Zollern bereits seit einigen Jahren ein Regalbediengerät der Lagerspezialisten einsetzt, lag es nahe, die Lücke in der automatischen Materialflusskette ebenfalls mit dem Partner aus Gaggenau zu schließen. Seit Mitte des Jahres arbeiten zwei induktiv geführte Schmalgangstapler vom Typ Hi-Racker 1400 AC Automatic mit Teleskopschubgabeln unbemannt in zwei Schichten. Die Fahrzeuge bedienen etwa 4.000 Palettenplätze in acht Gassen, wobei die Anbindung an die Palettenförderanlage an einem Ende, die Wechselzone der Fahrzeuge am anderen Ende des Lagers angeordnet ist. Die über das Lagerverwaltungssystem angeforderten Paletten werden vollautomatisch und mit einer Geschwindigkeit von circa sieben km/h vom Regalplatz zum Übergabeplatz auf der Palettenförderanlage oder zurück transportiert. Die Aufträge werden dabei in einem Datenkonzentrator in Form eines Industrie-PC zwischengepuffert und per Datenfunk an den jeweils optimal verfügbaren Stapler übermittelt. Der Industrie-PC dient gleichzeitig als Visualisierungs- und Kontrollrechner. Bei Ausfall des Lagerverwaltungssystems könnte auch die Konsole das System im Notbetrieb am Laufen halten.

Nutzung als Man-Up

Durch die optimale Nutzung der vorhandenen Regale führt die Lösung nicht zum Verlust von Lagerplätzen und das Fachraster mit sehr engen seitlichen Freiräumen konnte beibehalten werden. Möglich wurde das durch die fachbezogene Absolutpositionierung der Stapler. Das und der vorgegebene Umsetzgang, ermöglichen eine optimale Raumnutzung. Ein ununterbrochener Zweischichtbetrieb ohne Zwischenladung der Batterie ist durch das effektive Energiemanagement der Fahrzeuge möglich. Im Falle eines Falles, beim Erkennen des Mindestladezustandes der Batterie, fährt der Stapler die im Boden integrierte Ladestation automatisch an. Ein flexibles Notfallkonzept durch Nutzung der Stapler als Man-Up Kommissionierstapler runden die Vorteile ab.

Zu Beginn der Umrüstung entschieden sich die Partner, die Anlage mit einem Semi-Automatikbetrieb zu starten. Die Aufträge wurden dabei wie zuvor auf Kommissionierterminals auf dem Gerät angezeigt und von einem Bediener von Hand in die Fahrzeugsteuerung eingegeben. Alle weiteren Funktionen erfolgten dann automatisch. Vorteil dieser Vorgehensweise war, dass Schwachstellen wie eine fehlende Palettenzentrierung auf der Förderanlage direkt erkannt wurden und das Personal sie sofort beseitigte. Seit Sommer 2004 läuft die Anlage nun vollautomatisch. Durch die Nutzung der Flurförderzeuge im Mehrschichtbetrieb und die hohe Verfügbarkeit erfolgt eine rasche Amortisierung der Investition. Das bisher in mehreren Schichten arbeitende Personal ist nun an anderer Stelle produktiver und kostengünstiger eingesetzt. ma

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