Lager und Logistik

Karussellversand

Schnelldrehende Kommissionieranlage
Ein Lagerspezialist von Montagematerial hat ein vollautomatisches Umlaufsystem als Sequenzierungspuffer im Einsatz. Es soll für eine Steigerung des Warenumschlags bei gleichzeitiger Prozesssicherheit sorgen.

„Zur Optimierung unseres Logistik-Zentrums setzen wir auf eine dynamische, Waren bewegende Lageranlage“, erklärt Frank Freudenberger, Leiter Kanban-Logistik bei Würth Industrie Service. „Damit können wir die vorhandenen Platzverhältnisse besser nutzen, ein großes Artikelspektrum auf engem Raum puffern und zugleich die bestehende Förderanlage entlasten.“ Die Entscheidung fiel auf das vollautomatische Carousel System (SCS) von SSI Schaefer Noell, Giebelstadt. Durch spezielle Anpassung an die Kundenanforderungen ist das Karussellsystem hier als Lager- und Kommissionierpuffer im Einsatz und verbindet so die Vorteile von kompakten Umlaufsystemen mit denen weiterer Automation. Außerdem sorgt es für eine hohe Beschleunigung und Geschwindigkeit bei gleichzeitiger Lagerung auf engem Raum.

Prinzip Ware zum Mann

Heber mit Lastaufnahmemittel bedienen das SCS, das funktioniert ähnlich wie bei einem automatischen Kleinteilelager. Die Anlage versorgt die Kommissionierer über einen Fördertechnik-Kreislauf an jeder beliebigen horizontalen oder vertikalen Stelle mit Ware. Damit haben die als Kommissionier- und Produktionspuffer in Betrieb gehenden Umlaufförderer das Prinzip „Ware zum Mann“ gut umgesetzt. Dabei bieten sie ein hohes Maß an Flexibilität, guter Verfügbarkeit und schneller Bearbeitung.

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Hintergrund für die Entwicklung des Karussellsystems war zum einen die Erkenntnis einer zunehmenden Atomisierung von Auftrags- und Losgrößen. Zum anderen ist gerade im Kleinteilebereich der effiziente „Griff aus der Kiste“ bei beliebigem Artikelspektrum nur mit der Hand des Menschen realisierbar. Dem entsprechend zielt die Neuentwicklung auf eine weitere Optimierung des Kommissionierprinzips Ware zum Mann. So besteht das System in der Standardversion aus vier Karussells mit 6.000 Behälterplätzen. In vertikalen und/oder horizontalen Kreisläufen können aus den vier Gassen über je einen Heber mit Lastaufnahmemittel pro Stunde bis zu 1.000 Doppelspiele, Behälterein- und -auslagerungen erfolgen.

Besondere Verwendung

Bei Würth kommen die vier Karussellspeicher nicht als Kommissioniersystem, sondern als Sequenzierungspuffer zum Einsatz. Als spezielle Lösung für die Auftragszusammenstellung und Sortierung im Warenausgang wird die Karussellanlage direkt in den vorhandenen Materialflussprozess integriert. Dort ermöglicht es maximale Stellplatzkapazität auf kleinstem Raum: 3.800 Stellplätzen stehen mit dem System zur Verfügung. Ergänzend zum direkten Warenausgang werden die über ein bis zwei Tage verteilten Aufträge darin als Kommissionierungen gepuffert. Das sequenziert Gesamtaufträge und gleichzeitig sind die Abrufzyklen jederzeit frei wählbar.

Bei Abruf der jeweiligen C-Teile erfolgt die vollautomatische Auslagerung und anschließende Übergabe der gewünschten Artikel an einen von vier so genannten Bahnhöfen. Dort steuert ein Lagerverwaltungssystem die automatische Bedienerführung. Es sorgt für eine Bereitstellung alle Informationen des SCS wie Zugangsdaten, Füllgrad und spezielle Lagerparameter. Trotz Einsparung von Bereitstellungsfläche kann eine zusätzliche manuelle Sortierstufe für die Palettierung entfallen und die Verdichtung des Lagervolumens führt zu deutlichen Einsparungen im Transportbereich durch den Wegfall von Wegezeiten und Fördermitteleinsatz. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das SCS temporär auch zur Vorhaltung von Leergut für die Kommissionierung zu nutzen. „Mit dem Einsatz des Karussellsystems erwarten wir eine Produktivitätssteigerung im Warenausgang“, fasst Frank Freudenberger zusammen. ma

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