Lager und Logistik

„RFID hyped!“

Transpondertechnik in der Forschung
Als regelrechter Hype erweist sich momentan die RFID-Technik. Sie ermöglicht die berührungslose Erkennung über bestimmte Distanzen, auch ohne direkten Sichtkontakt. Obwohl diese Technik an sich nicht neu ist, steckt ihre Verbreitung allerdings noch in den Kinderschuhen. Das Fachgebiet Logistik der Universität Dortmund zählt zu den wissenschaftlichen Schrittmachern auf diesem Gebiet.

Das Fachgebiet Logistik (FLog) der Universität Dortmund beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem innovativen Einsatz von Identifikationsverfahren auf Transponderbasis. Dabei erwarb das Team um Professor Dr.-Ing. Rolf Jansen in zahlreichen Forschungs- und Industrieprojekten einschlägige Erfahrungen und Kompetenzen auf dem Gebiet der Auto-ID-Technologien. Durch Veröffentlichungen in Fachmedien, die Integration der Transpondertechnik in den Lehrbetrieb der Universität Dortmund und Seminarveranstaltungen sowie die Berücksichtigung in der Richtlinienarbeit des VDI wird diese Technologie einer breiten Öffentlichkeit erschlossen. Mit dem universitätseigenen RFID-Test- und Demon­strationslabor und einem Freigelände, auf dem zahlreiche praxisnahe Systemeinflüsse und Faktoren simuliert werden, kann das FLog die theoretisch gewonnen Erkenntnisse praktisch absichern.

Technik und Vision

Der Begriff „Transponder“ ist ein Kunstprodukt, das sich aus „Transmitter“ (Sender) und „Responder“ (Empfänger) zusammensetzt. RFID-Systeme lassen sich nach unterschiedlichen Merkmalen differenzieren. Exemplarisch seien die Programmierbarkeit, Energieversorgung und Reichweite sowie die Transponderbauform und der Frequenzbereich als Unterscheidungskriterien genannt.

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Experten räumen der RFID-Technologie sehr große Wachstumschancen ein. Insbesondere dort, wo andere Auto-ID-Technologien nicht mehr den Anforderungen der Unternehmen genügen. Das sind zum Beispiel die dezentrale Datenhaltung, die direkte Kopplung des Informationsflusses mit dem Materialfluss bei gleichzeitiger Umprogrammierungs-Möglichkeit oder die Nutzung in widrigen Umgebungsverhältnissen. Hier bietet der Transponder eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten. Vor allem der symbiotische Einsatz des bewährten Mediums Barcode mit einer neuen, innovativen Technik wie dem 13,56-Megahertz-Folientransponder könnte für eine höhere Effizienz bei Identifikationsprozessen sorgen. Diese Kombination von Barcode und Transponder wird häufig auch als „Smart Label“ bezeichnet.

Entscheidend für den weiteren Erfolg der RFID-Technik wird vor allem der ganzheitliche Einsatz im Sinne einer Supply-Chain-Betrachtung sein. Das heißt, dass alle beteiligten Marktpartner einer Wertschöpfungskette – hierzu zählen Lieferanten, Produzenten, Händler und Logistikdienstleister – diese Technologie einsetzen können und hieraus einen Nutzen generieren. Diese Betrachtung muss vor dem Hintergrund sich ständig ändernder Rahmenbedingungen sogar auf die Product-Life-Chain erweitert werden, um auch dem Aspekt der Entsorgung Rechnung zu tragen. Gerade durch gesetzliche Verordnungen, die die Hersteller im Rahmen der Produktverantwortung zur Rücknahme von Altgeräten verpflichten, kann der Einsatz der RFID-Technologie erhebliche Effizienzsteigerungen im Informationsfluss und somit eine spürbare Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bedeuten. Gunthart Mau

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