Lager und Logistik

Quer durch Deutschland

Transport eines Airbuscockpits
Für Transporte der etwas größeren Art ist ein Logistikunternehmen aus Osnabrück gut gerüstet. So kann es auch Rumpfelemente eines Flugzeugs sicher über unsere Straßen befördern. Seien es neue Teile in eine Montagehalle oder ausgemusterte zu Versuchszwecken in ein Forschungsinstitut.

Zu wissenschaftlichen Untersuchungen braucht das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) einen Flugzeugrumpf. Airbus ist bereit das Segment einer knapp 20 Jahre alten, ausgemusterten A310-200 zur Verfügung zu stellen. Doch wie bekommt man ein 16,60 Meter langes, im Durchmesser 5,64 Meter großes und 15 Tonnen schweres Cockpit, das auf dem Tieflader eine Gesamthöhe von sechs Metern hat, von Nord- nach Süddeutschland? Den Spezialtransport organisierte Hellmann Worldwide Logistics. Er ging von Lemwerder bei Bremen zum Institutsteil Holzkirchen (kurz hinter München) des IBP. Natürlich lässt sich der gesamte Transport nicht auf der Strasse allein – und schon gar nicht auf einem Fahrstreifen – durchführen. Die Logistiker nutzten die gesamte Breite der Straße (inklusive der Gegenfahrbahn) und auch den Luftweg. Beim Bewegen des großen und schweren Brockens auf der Strasse musste der Fahrer auch Verkehrsinseln überqueren. Dazu entfernten die Transportspezialisten unter anderem Straßenschilder und -laternen, bauten sie anschließen wieder auf, schalteten Oberleitungen für die Bundes- und S-Bahnen aus, hängten sie ab und brachten anschließend alles wieder in den alten Zustand.

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Auf der Straße

In Lemwerder stellten die Transporteure eine Kesselbrücke und zwei Automobilkräne bereit. Die Kesselbrücke besteht aus einem Metallrahmen und Holzgestell; sie ist eine Spezialanfertigung für den Tieflader. Zur Befestigung des Rumpfes mit Gurten ist das Holzgestell entsprechend ausgesägt und mit Laschen versehen. Den Metallrahmen schnitten die Spezialisten passend zur Innenbreite des Kesselbettes zu. Während des gesamten Transportes verblieb das Gestell am Rumpf des Flugzeugs. Allein für die Beladung und Ladungssicherung der Fracht brauchte ein Team von sieben Leuten knapp sechs Stunden.

Der Transport von Lemwerder in das Güterverkehrszentrum (GVZ) in Bremen startete nach Anbruch des Tageslichtes und Freigabe der Polizei. Die insgesamt 31,5 Meter lange Kesselbrücke trat den ersten Schritt des Transportes an. Für die cirka 30 Kilometer lange Strecke benötigte der Tross drei Stunden. Aufgrund der Höhe mieden die Spezialisten Brücken und auf der ganzen Strecke war der Gegenverkehr gesperrt.

Der Transport vom GVZ zum Airbus-Gelände auf dem Flughafen Bremen erfolgte nachts, um die Verkehrsbehinderung so gering wie möglich zu halten. Diverse Maßnahmen führen die Logistiker auch hier durch. Angefangen bei einer Bahnabschaltung, weiter mit der Leitplankendemontage an der B 75, bis hin zur Anhebung von Straßenbahn Leitungen.

In der Luft

Für die Beladung des Spezialtransportflugzeuges “Beluga” stand auf dem Airbusgelände in Bremen ein Cargo-Loader bereit. Damit konnten die Arbeiter den Transportflieger in 45 Minuten beladen. Nach der Ankunft und dem Aufbau einer speziellen Plattform war das Entladen des Frontteil der A 310 -200 für die Monteure fast schon ein Kinderspiel. Der letzte Teil der Strecke – vom Flughafen Franz-Josef-Strauß nach Holzkirchen – ist etwa 100 Kilometer lang. Im Institut angekommen, dient das Rumpfsegment nun als Fluglabor für die Wissenschaftler des Fraunhofer Institut. Sie können mit Hilfe diverser Einhausungen des Cockpits die Druck-, Temperatur- und Feuchteverhältnisse während eines Flugs realitätsnah am Boden nachstellen. ma

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