Paletten- und Kragarmregal

Platz gewonnen

Lager für sperrige und tonnenschwere Nutzfahrzeugteile
Der Logistikbereichsleiter von Granit, Thorsten Kayser (Mitte), analysierte Lagergegebenheiten, Artikelstruktur und gewünschte Kommissionierabläufe. Mit Holger Dietrich und Bernd Wildemann (rechts), Gebietsverkäufer von Still, wählten sie die entsprechenden Regalsysteme in Kombination mit den geeigneten Fahrzeugen aus.
Ob Getränkehandel, Textilherstellung oder Nutzfahrzeugindustrie: Ein effizientes Lager orientiert sich an der gestellten Aufgabe. In Zusammenarbeit mit Still plante Granit Quality Parts ein durchdachtes Multifunktionslager, das Paletten- und Kragarmregale miteinander kombiniert.

Die volle Bandbreite – von der kleinsten Schraube bis zum riesigen Traktorreifen: Im zentralen Ersatzteillager Heeslingen hält Granit Quality Parts etwa 125.000 Positionen im Artikelsortiment für Landmaschinen, Gartentechnik, Nutzfahrzeuge und Baumaschinen ständig auf Lager. Über Nacht liefert das Unternehmen der Fricke Gruppe rund 4.000 Bestellungen an 17.000 Bestandskunden nach ganz Europa. Als Branchenspezialist unterhält Granit dieses einmalige Sortiment an Ersatzteilen, um die Kunden schnell und zuverlässig versorgen zu können. Mit einem neuen Lagerkonzept reagierte das Unternehmen auf veränderte Anforderungen: Einerseits musste die Verfügbarkeit der Ersatzteile gesteigert werden, wobei auch die Anzahl der über eine Palettenkontur stehenden Artikel sich spürbar erhöht hat. Andererseits sollte auch die im Außenbereich ungeschützt gelagerte, überlange sowie sperrige und wertvolle Ware ohne Hallenneubau in das bestehende Lager integriert werden.

Multifunktionslager geplant

Wie kommt die Ware aus dem Regal in die Kommissionierzone oder zum Warenausgang – manuell mit dem Stapler oder vollautomatisiert mit dem Regalbediengerät? In den meisten Fällen muss die Frage differenzierter betrachtet werden, da nicht nur die vorhandene Raumhöhe ausschlaggebend ist. Bei der Planung und Realisierung von Lagersystemen sind Artikelstruktur, Eigenschaften des Lagerguts und geforderte Umschlagleistungen im Lager weitere wesentliche Parameter.

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Thorsten Kayser, Bereichsleiter für die Logistik bei Granit, bestätigt: „Für die ständig zunehmende Anzahl an nicht palettenkonformen Artikeln, an sperriger Ware und für Artikel mit besonderen Lageranforderungen mussten wir ein neues Lager aufbauen. In der bestehenden, über 13 Meter hohen Halle konnten und wollten wir die gesamte Höhe nutzen.“ Eine Automatisierung des Lagers schloss Still wegen des hohen Prozentsatzes an übergroßen und unhandlichen Teilen von Anfang an aus, denn ein automatisches Lager erreicht nicht die hohe Flexibilität eines mit wendigen Schubmaststaplern betriebenen Breitganglagers.

Der Logistikbereichsleiter von Granit analysierte Lagergegebenheiten, Artikelstruktur und gewünschte Kommissionierabläufe. Gemeinsam mit Holger Dietrich, Produktmanager für die Regalsysteme von Still, und dem Gebietsverkäufer Bernd Wildemann wählten sie die entsprechenden Regalsysteme in Kombination mit den geeigneten Fahrzeugen aus. Die individuellen Ergebnisse wurden schnell in effiziente Lagerkonzepte samt Lagerlayout umgesetzt. Zudem wollte Thorsten Kayser in der Regalanlage Euro-Paletten und übergroße Sonderladehilfsmittel kombiniert unterbringen.

Anforderungen gestellt

An das Multifunktionslager gab es folgende Anforderungen: Erhöhung der Verfügbarkeit der Ware durch Minimierung der Ein- und Auslagerungszeiten, schnellere Wareneingänge bei Anlieferungen von Containern und vollen Lastzügen, flexible Einlagerung der Europaletten und Sonder-Ladehilfsmittel in übergroßen Palettenfächern, verzugloses und sicheres Handling der Ware sowie die gesamte Lagertechnik (Regale, Software und Fahrzeuge) aus einer Hand. Die fachgerechte Montage geschah im laufenden Lagerbetrieb durch speziell geschulte Montageteams – nahezu „lautlos“, freut sich der Projektleiter von Granit: „Still erfüllte unsere Erwartungen, präsentierte sich mit einem professionellen Projektmanagement und hat alle Termine eingehalten.“

Still liefert individuell maßgeschneiderte Regalanlagen. Das Prinzip heißt: mehr Umschlagleistung mit weniger Aufwand. Der Hamburger Intralogistikspezialist lieferte für Fricke zwei einseitige Kragarmregale, jeweils 10,5 Meter hoch und 143 Meter lang. Mit dem Vorteil, dass dabei alle Ebenen mit Gitterrosten ausgelegt sind. Sondergestelle mit Übermaß, Einwegpaletten und Materialien, die man nicht im Palettenregal lagern kann, lassen sich somit problemlos auch im Kragarmregal unterbringen. Durch Verwendung von Kragarmbrücken konnte bei gleicher Belastung der Ständerabstand verdoppelt und die gesamte verbaute Stahlmenge auf insgesamt 180 Tonnen verringert werden. Das neue Kragarmlager wird besonders für sperrige, überlange und werthaltige Artikel genutzt, die zuvor ungeschützt unter freiem Himmel im Außenbereich lagerten.

Die Palettenregale bieten Platz für 3.150 Paletten. Alle Plätze sind mit einer Fachabdeckung aus Gitterrosten ausgestattet. So lassen sich ebenso wie im Kragarmregal Euro-Paletten, Einwegpaletten und Sondergestelle gemeinsam unterbringen und bequem mit den Schubmaststaplern ein- und auslagern. Eine Regalebene kann drei Tonnen aufnehmen. Traversen mit angeschweißter Einhängeplatte verbinden die Regalständer, bilden ein Regalfeld und werden mit einem Sicherungsstift gegen Ausheben gesichert. Je Feld können so bis zu 15 Tonnen Last gefahren werden. Ferner garantiert eine neue Einhängeverbindung für die Schwerlastregale eine erleichterte Montage und eine verbesserte Statik. Abstandshalter verbinden zwei Regalreihen auf einen festgelegten Abstand und sorgen für größere Stabilität. Sie dienen obendrein zur Befestigung der Leitungen für die Sprinkleranlage. pb

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