Lager und Logistik

Vom Bau ins Lager

Transportbühne „zweckentfremdet”
Ein Unternehmen aus Eppingen installiert eine mobile und ursprünglich nur für den Einsatz am Bau gedachte Transportbühne fest in ein Gebäude. Als Ergebnis gibt es eine kostengünstige und praktische Lösung für Lageranwendung­en.

Baumaschinen sind heute nicht mehr nur ausschließlich auf Baustellen zu finden. Auch ein Einsatz in einem vollkommen anderen Umfeld ist möglich, kann sinnvoll und kostengünstig sein. Wie so etwas funktionieren kann, zeigten die Ingenieure von Alimak Hek aus Eppingen. Sie bauten die Transportbühne GTP 1500 fest in eine Lagerhalle des Unternehmens Winkels Messe- und Ausstellungsbau, Kleve, ein. Dort dient sie mit einer Plattformlänge von vier Metern und einer Breite von 1,5 Metern dazu, Messematerial in dem neu errichteten Stahllager auf unterschiedliche Ebenen zu transportieren. Personenbegleitung ist ebenfalls möglich und ordnungsgemäß vom TÜV zugelassen.

Im Kern liegen die hier zu lösenden Probleme nicht in der technischen Möglichkeit, eine Baumaschine als Ersatz für einen herkömmlichen Permanentaufzug zu verwenden. „Dies ist kein Problem und technisch jederzeit realisierbar.”, so Peter Klem von Alimak Hek. Vielmehr benötigte die Hebebühne eine neue spezielle Zulassung, da die ursprüngliche „bestimmungsgemäße Verwendung” dieser Maschine der Einsatz auf Baustellen und nicht der Einsatz als fest in Gebäuden installierter Permanentaufzug ist. „Da es sich bei der Maschine um eine Transportbühne handelt, mit der normalerweise nur Arbeiten am Bau durchgeführt werden, und bei Winkels eine andere ´bestimmungsgemäße Verwendung‘ vorlag, musste die Transportbühne unter anderem als Hebeeinrichtung mit Personenbeförderung zugelassen beziehungsweise gemäß Anhang IV der Maschinenrichtlinie 98/37EG neu zertifiziert werden.”, so Peter Klem weiter.

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Ersatz durchaus möglich

Die Maschine wurde vollständig den Änderungswünschen und Gegebenheiten des Gebäudes angepasst. Dazu zählen nicht nur die spezielle Bodenumwehrung und die Haltestellen auf jeder Ebene, sondern auch die Lackierung der Transportbühne in den Farben gelb und grün – den Logofarben des Messebauunternehmens. Nach dem Einbau in das Gebäude erfolgte die Abnahme durch einen örtlichen Sachverständigen. ”Alles hat reibungslos funktioniert und war bestens geplant.”, freut sich Karl-Heinz Wynhoff von Winkels.

Dieses Projekt zeigt auf, dass sich die Transportbühne als vollwertiges Substitut für herkömmliche Personen-/Lastenaufzüge innerhalb von Gebäuden (und nicht nur zum Einsatz auf Baustellen) verwenden lässt. Die Hebeeinrichtung ist eine kompakte Maschine für Personen und Material und hat eine Nutzlast von 1.500 Kilogramm bei zwölf m/min Hubgeschwindigkeit. Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Es gibt standardmäßig eine Motorbremse und eine Fallgeschwindigkeitsbremse. Die wirkt über eine Welle auf beide Zahnstangen. Zum Schluss noch etwas für die Controller: Der Einbau und Einsatz der Transportbühne war laut des Herstellers kostengünstiger als der einer konventionellen Aufzugslösung.(ma)

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