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LagertechnikRetrofit im Hochregallager virtuell getestet

Heitec-Retrofit-Hengstenberg-Hochregallager

Heitec, Artschwager & Kohl und PSI modernisierten und automatisierten das Hochregallager des Nahrungsmittelherstellers Hengstenberg in Bad Friedrichshall im laufenden Betrieb. Dazu testete Heitec vorab Leitsystem sowie die Steuerungs- und Automatisierungstechnik auf Basis von virtuellen Modellen.

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PräzisionskettenProfessionelle Maßarbeit

AKL samt Fördersystem und Anlagensteuerung
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Präzisionsketten: Professionelle  Maßarbeit
Der Begriff „maßgeschneidert“ wird häufig verwendet. Für die von MFI für Iwis Motorsysteme realisierten Systeme muss er allerdings noch um „millime-tergenau“ ergänzt werden.

Bei dem Projekt, bei dem ein neues AKL mit 1.800 Stellplätzen für Schwerlastbehälter, Fördertechnik mit Querverfahrwagen und Steuerungssystemen bei laufendem Betrieb zu realisieren und in die Rund-um-die-Uhr-Fertigung zu integrieren waren, ging es um Haaresbreiten – wegen des vorgegebenen Gebäudes. Der Geschäftsbereich Motorsysteme war an seine Kapazitätsgrenzen gekommen – in den vergangenen 15 Jahren wurde der Umsatz um mindestens 14 Prozent pro Jahr gesteigert. Das alte AKL aus den 70er Jahren hatte ausgedient. Der Durchsatz verzehnfachte sich in dieser Zeit, deshalb musste die Logistik verbessert werden. Bei dem Projekt ging es darum, hocheffizient Fertigwaren für die Montage bereitzustellen sowie die Teilefertigung entkoppelt vom Maschinentakt bedarfsgerecht mit Halbfertigwaren zu versorgen beziehungsweise die Fertigprodukte abzuführen.

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Aus der europaweiten Ausschreibung für einen Generalunternehmer für dieses Projekt erreichten drei Firmen die Endrunde, darunter MFI Systemlogistik aus Benningen. Zu den Auswahlkriterien zählten neben wettbewerbsfähigen Konditionen Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und die Fähigkeit, auf die Wünsche von Iwis einzugehen. MFI erhielt den Zuschlag, da zusätzlich das Know-how und die Bereitschaft gegeben war, Anlagen modular zu bauen und trotz hoher Anforderungen auch einfache Systeme zu installieren. Zu realisieren war ein eingassiges und von einem Regalbediengerät (RBG) bedientes AKL für Stahlbehälter mit jeweils maximal 200 Kilogramm Masse, außerdem drei Querverfahrwagen sowie zwei Senkrechtförderer für die Anbindung des AKL an das erste Obergeschoss. Zum Leistungsumfang zählten auch die SPS für die neuen Lager- und Fördertechniken samt Materialflussrechner mit Anbindung an das vorhandene SAP-System als Lagerverwaltungssystem.

Der Bau der Anlage begann im August 2007, die Inbetriebnahme erfolgte im Januar 2008. Das AKL ist 24 Meter lang, zwei Meter breit und zehn Meter hoch und wird von einem RBG mit einem eigens für die enge Gassenbreite maßgeschneiderten Teleskop bedient. Beim RBG entschied sich MFI für ein Gerät des Typs Stratus von TGW, das mit seiner maximalen Nutzlast von 300 Kilogramm gut für die schweren Behälter geeignet ist. Die eingelagerten Stahlbehälter mit 13,5 Kilogramm Eigenmasse sind für eine Gesamtlast von 200 Kilogramm ausgelegt; sie nehmen die Komponenten für die Ketten auf, die Iwis im Werk München fertigt. Die Teileanzahl pro Behälter wird ausschließlich elektronisch durch den obligatorischen Wiegevorgang vor der Einlagerung der jeweiligen Kisten in das AKL ermittelt: Auf der kurzen Einlagerförderstrecke ist ein Wägesystem integriert, der zuständige Mitarbeiter scannt den Barcode des im Behälter liegenden Datenträgers und übermittelt so mit dem Gewicht gleichzeitig die jeweilige Teilestückzahl an das LVS. Durch den Wiegevorgang direkt auf der Fördertechnik ist zusätzliche Prozesssicherheit gegeben. An jedem Ende des AKL ist ein Senkrechtförderer installiert. Da es mit dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss zwei Ebenen bedient, hat sich diese Lösung auch aufgrund der räumlichen Enge als die zweckmäßigste und wirtschaftlichste erwiesen. Es ist direkt in den Produktionsprozess integriert und erfüllt hier multiple Funktionen. Bei Iwis handelt es sich um eine bestandslose Fertigung, bei der analog zur Menge der Fertigprodukte automatisch Rohmaterial für den kontinuierlichen Fertigungsprozess nachgeschoben wird. Generell sind hier mit einem Mix aus Kanbanprinzip sowie Batch- und Fließfertigung die drei gängigsten Fertigungsprinzipien vorhanden, deshalb verknüpft das AKL aufeinanderfolgende Fertigungsschritte und entkoppelt den Materialfluss vom Maschinentakt. PR/pb

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