Lager und Logistik

Wirtschaftliche Vielfalt

Fortschrittliche Logistikkonzepte im Produktionsbereich beinhalten geordnete Materialbereitstellung und sorgen für einen reibungslosen Materialtransport. Hierbei ermöglichen Magazinierer das automatisierte Be- und Entladen sowie Zwischenlagern von Bauteilen in Transportbehältern. Unterschiedliche Produkte können umrüstungsfrei einem Fertigungsprozess entnommen oder zugeführt werden. Somit stellen Magazinierer auch ein wichtiges Bindeglied im Fertigungsprozess variantenreicher Produkte dar.

handling: Herr Geiger, nennen Sie uns bitte einige wichtige Eckpunkte zur Firmengeschichte von Berger Lahr!

Geiger: Berger Lahr wurde 1941 gegründet und fertigte zunächst Mess- und Regelgeräte. 1954 erfolgte der Einstieg in die Antriebstechnik, 1972 die Entwicklung und Patentierung des Fünf-Phasen-Schrittmotors. 1976 wurde die Produktion um eine Elektronik-Entwicklung und -Fertigung für Steuerungen erweitert. 1986 kam dann die Erweiterung auf der mechanischen Seite, mit der Entwicklung der ersten Robotik-Module. 1988 wurde unser Unternehmen Teil der schweizerischen SIG-Gruppe und seit 2000 gehören wir zur weltweit tätigen Schneider-Electric-Gruppe, die führend bei elektrischer Energieverteilung und industrieller Steuerungstechnik ist.

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handling: Was sind heute die Hauptgeschäftsfelder Ihres Unternehmens?

Geiger: Berger Lahr fertigt Positionier- und Automatisierungslösungen auf der Basis praxiserprobter Serienprodukte. Das Spektrum reicht von Kleinantrieben in der HKL- oder Kfz-Technik über Positionierantriebe in Maschinen und Fertigungseinrichtungen bis zu kompletten Robotik-Lösungen für die Prozess-Automatisierung.

handling: Auf der Motek präsentierte Berger Lahr einen neuen Einstapel-Magazinierer. Was ist das Besondere dieser Lösung?

Geiger: Der Magazinierer MT im ,,proMo Line"-Design wurde für das Kleinteile-Handling in beengten Fertigungsverhältnissen entwickelt. Bezogen auf die jeweils vorliegende Behältergröße baut dieser Magazinierer sehr kompakt. Dennoch ist er in seiner Funktionalität sehr vielseitig. Je nach Ausführungsvariante können sowohl stapelbare als auch nicht stapelbare Behälter mit dem System be- oder entladen werden. Außerdem ist die Möglichkeit der selektiven Ablage (beispielsweise Gut/Schlecht-Teile) oder der automatischen Umrüstung auf Variantenteile bereits in der Standard-Ausführung gegeben. Damit wird auch der Einsatz an Transfersystemen mit chaotischer Montage ermöglicht. Wie bei den Magazinierern von Berger Lahr üblich, können die Behälterstapel oder Magazine auch hier auf unterschiedlichste Weise – manuell per Transportwagen oder automatisch mittels Transportband – in den Magazinierer eingebracht werden.

Handling: Wie sieht der weitere Ablauf im Materialfluss aus?

Geiger: Der Magazinierer stellt jeweils einen Behälter zur Be- oder Entladung bereit. Bei der Ausführung für nicht stapelbare Trays liegen diese in einzelnen Fächern, werden in der Höhe getaktet und zur Bereitstellung aus dem Stapelmagazin entnommen und positioniert. Ein angebautes, einfaches Zweiachs-Handlingsystem übernimmt nun das Umsetzen der Teile zwischen Behälter und Montageort. Besonders interessant ist hier die Möglichkeit, Behälter in beliebiger Reihenfolge aus dem Magazin zu entnehmen oder sie pro Fach mit unterschiedlichen Variantenteilen zu beladen. Somit hat dieser Magazinierer eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Behälterformen/Geometrien, Variantenteile, Speicherprinzipien und Adaptionsmöglichkeiten.

Handling: Wie fertigen Sie die Magazinierer?

Geiger: Die stückzahl- und variantenflexible Produkterstellung hat bei Berger Lahr Tradition. Sowohl bei den Motoren als auch bei den Linearachsen und Robotern optimierten wir Produktgestaltung, Logistik und Produktion hinsichtlich der wirtschaftlichen Fertigung kleiner Losgrößen. Das übertrugen wir auch auf unsere Produktgruppe Magazinierer und sind damit sehr effizient und erfolgreich. Trotz der hohen Modularität haben wir eine große Anzahl von Gleichteilen und Standard-Baugruppen. Das individuelle Produkt entsteht zu 80 Prozent aus bestehenden Baugruppen und wird mit einem geringen Anteil auftragsspezifischer Besonderheiten ergänzt.

Einen weiteren Vorteil sehen wir darin, dass alle wichtigen Komponenten wie Linearachsen, Steuerungen, Schritt- und Servomotoren im eigenen Hause entwickelt und hergestellt werden. Somit steht uns ein großes Spektrum an erprobten und aufeinander abgestimmten Komponenten zur Verfügung, die wir für den jeweiligen Einsatzfall optimiert einsetzen können.

handling: Verraten Sie uns noch einige technische Daten der Magazinierer?

Geiger: Wir bieten eine Reihe verschiedener Systeme an, um die Magaziniererfunktion an die unterschiedlichsten Anforderungen anpassen zu können. Die Systeme gibt es jeweils in drei Baugrößen, die sich im wesentlichen an den gängigsten Behältergrößen in der Industrie (300 mal 400, 400 mal 600 und 600 mal 800 Millimeter) orientieren. Selbst zur Be- oder Entladung von Behälterstapeln auf Europaletten gibt es standardisierte Lösungen.

Alle Systeme lassen sich jeweils unterschiedlich konfigurieren, so dass bezüglich der Kundenteile, Behälter, Taktzeiten, Platzverhältnisse und sonstige Schnittstellen zum Kunden stets eine individuell optimierte Lösung gefunden werden kann. Typische Taktzeiten der Magazinierer (Teilehandling und Behälterwechsel) liegen zwischen drei und sechs Sekunden, typische Teilegewichte bis zu fünf Kilogramm, Behältergewichte bis zu 30 Kilogramm. Die Autonomiezeiten lassen sich durch die optionale Möglichkeit des automatischen Stapeleinzuges in weiten Bereichen variieren.

handling: Die technische Lösung ist beeindruckend. Doch wie sieht es mit dem Service aus?

Geiger: Wir bieten umfassende Beratungs-, Engineering- und Serviceleistungen. Als direkter Lösungspartner unterstützen unsere Vertriebsbüros die Kunden bei der Definition der Anforderungen sowie bei der Projektierung und Inbetriebnahme. Das Gespräch führte Gunthart Mau.

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