Logistiksysteme

Ohne Stillstand

Clevere Prozesse für Tages-Saisonalität
Im IDC von Varta orientieren sich die intralogistischen Prozesse an den Abfahrtszeiten der Lkw. Auch die Auffüllung und Wiederbefüllung der insgesamt 10.000 Hochregal- und Fließlager-Stellplätze sowie der rund 2.500 Sperrgutlagerplätze richten sich nach den Zielabfahrtszeiten. (Foto: Logisys)
Das International Distribution Center von Varta ist mit zukunftsweisender Logistik-IT und permanenter Prozess-Optimierung fit für die weltweite Distribution. An Spitzentagen verlassen 400 Tonnen Waren das Lager – mehr als 40.000 Tonnen im Jahr und rund 460.000 Palettenbewegungen.

Die Kundenbelieferung in 20 Länder Europas und an Distributeure in weitere 60 Nationen weltweit stellen höchste Anforderungen an die logistische Performance des International Distribution Center (IDC) von Varta Consumerbatteries in Ellwangen. Dabei ist das 1992 erbaute, seit dieser Zeit nur um einige physische Komponenten erweiterte, aber permanent durch professionelle Logistik-IT optimierte IDC hinsichtlich Qualität, Verfügbarkeit und Performanz bei sämtlichen intralogistischen Aufgaben stark gefordert. Maßgeschneiderte IT-Betreuung und permanente Prozess-Optimierungen verleihen dem Logistikzentrum Stabilität für immer höhere Leistungs-Kapazitäten.

Eine Art Tages-Saisonalität prägt die Abläufe: Es sind täglich bei permanentem Auftragseingang sehr stark schwankende Ordervolumina und damit sehr unterschiedliche Distributionsmengen zu bewältigen: An einem Tag sind 300 Tonnen auszuliefern, am nächsten können es nur 150 Tonnen sein. Weitere Herausforderung für die IDC-Logistiker sind die trotz dieser nicht zu beeinflussenden Schwankungen strikt einzuhaltenden Ordercut-Zeiten sowie die je nach Destination unterschiedlichen Abfahrtszeiten der externen Distributions-Dienstleister. Zudem sind die Aufgaben qualitativ und quantitativ stetig angewachsen. Hinzu kommen alle zwei Jahre ein Produkt-Relaunch und ständig neue Sortimente. Daher ist eine permanente Lagerplatzoptimierung für Produkte und Chargen erforderlich.
Varta Consumer Batteries hat Logisys Logistiksysteme in Ulmen mit der Optimierung der intralogistischen Abläufe beauftragt. Dieses Unternehmen hatte bereits 1992 hier das Lagerverwaltungssystem realisiert. Das Ziel war es, im IDC trotz der permanent steigenden Leistungsanforderungen das Lagersystem stabil zu halten. Wegen der ständig und stark differierenden Auftragsmengen war die Anlage nicht auf absolute Spitzenleistungen zu trimmen, sondern auf einen hohen Mittelwert auszurichten und damit eine Glättung der Prozesse zu erreichen. Durch stabile Abläufe und permanent optimierte Prozesse sollte die Intralogistik kostengünstig, transparent und gleichmäßig zu steuern sein.

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Nach der Weiterentwicklung des Lagersystems in den Bereichen Datenfunk und Steuerung haben die beiden Kooperationspartner die automatisierte Pick-Bahnhofs-Belegung mit Auftragsstart durchgeführt. Das betrifft vor allem den Auftragsstart im komplexen, permanenten Auftragseingang mit unterschiedlichsten Kundenanforderungen – sonst wäre der situationsbezogene, wechselnde Auftragseingang nicht mehr zu handhaben. Dabei geht es hauptsächlich auch um ein Kapazitäten-Modul für die Auftragsabwicklung, um Über- und Unterlast in den Abwicklungsprozessen zu verhindern. Zudem sollte die Pickleistung durch eine transparente und zielzeitorientierte Auftragsabwicklung und die Verhinderung jeglicher Tot- und Anfahrzeiten in den Prozessen erhöht werden. Der Kooperationsvertrag erhöht die Verfügbarkeit des Logistiksystems und entlastet den operativen Betrieb von der Betreuung der im IDC installierten Hard- und Software sowie der SAP/ WMS-Schnittstelle. Auch die Back-Up-Umsetzung mit Cluster-Server sowie einem Online-Mirror hat Logisys übernommen. Bedingt durch neue Kundenanforderungen und Launches beziehungsweise Produkt-Relaunches sowie veränderter Verpackungen und Displays schafft eine solche Kooperation die schnelle Umsetzung des Lastenheftes. Ein Vergleich der Leistungszahlen zeigt, welche Performancesteigerungen seit der Inbetriebnahme bis heute realisiert werden konnten: Waren es 1992 waren es 20 Palettenbewegungen pro Stunde, heute sind es stündlich 200 Paletten.

Reinhard Irrgang/pb

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