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LagertechnikRetrofit im Hochregallager virtuell getestet

Heitec-Retrofit-Hengstenberg-Hochregallager

Heitec, Artschwager & Kohl und PSI modernisierten und automatisierten das Hochregallager des Nahrungsmittelherstellers Hengstenberg in Bad Friedrichshall im laufenden Betrieb. Dazu testete Heitec vorab Leitsystem sowie die Steuerungs- und Automatisierungstechnik auf Basis von virtuellen Modellen.

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LogistikplanungPrognose und Planung

BVL: Materialengpässe durch Organisation vermeiden
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Logistikplanung: Prognose und Planung
Rekrutierung und Bindung von Personalressourcen, Bereitstellung von Produktionsmitteln: Besonders in China zählt Loyalität wenig. Der BVL betrachtete auf einem Forum logistische Prozesse vor allem unter dem Blickwinkel des Reichs der Mitte.

Herausforderungen, Chancen und Risiken bei der Internationalisierung von Produktionsnetzwerken standen im Fokus des 9. Branchenforums Automobil-Logistik im Audi-Forum in Ingolstadt. Mehr als 400 Teilnehmer und knapp 20 Aussteller konnte die Bundesvereinigung Logistik (BVL) Ende Januar begrüßen. Auf dem Forum schilderten Vertreter aus Automobil-Produktion, Zulieferung und Logistik-Dienstleistung ihre Strategien und präsentierten Best Practices.

Im Verlauf des Forums kristallisierten sich neben interkulturellen Unterschieden die Rekrutierung, Qualifizierung und Bindung von Personal sowie die Versorgungssicherheit innerhalb des Produktionsnetzwerks als die größten Herausforderungen heraus. Je nach Unternehmensstruktur haben die Unternehmen verschiedene Lösungsansätze entwickelt, über die in Ingolstadt berichtet wurde. Arne Lakeit, Leiter Produktions- und Werksplanung bei Audi, beschrieb, wie mit der Gestaltung des Produktionsnetzwerks auch der weltweite Unternehmenserfolg gestaltet werden kann. Die anschließende Vortragssequenz „Produktions- und Lieferantennetzwerke länderübergreifend optimieren“ wurde moderiert von Hans-Georg Frischkorn, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Lars Bäumann, Leiter Behältermanagement Konzern, Volkswagen AG, Wolfsburg, sprach über die Grenzen der Internationalisierung in der logistischen Prozesskette. Einhergehend mit der steigenden Internationalisierung beobachtet er auch eine zunehmende Komplexität der Produktionsnetzwerke und Warenströme. Laut Bäumann sieht VW zum Beispiel in der weitestmöglichen Standardisierung der Prozesse und Lokalisierung der Produktion eine Möglichkeit, die Versorgung mit Teilen sicherzustellen.

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Thema des Senior Vice President von Case New Holland, Luc Billiet, war die Integration durch Standardisierung bei globalen Supply Chains. Dass das internationale Wachstum des Unternehmens hauptsächlich durch Zusammenschlüsse mit und Übernahmen von anderen Unternehmen erfolgte, stellt Case New Holland vor ganz besondere Herausforderungen. 30.000 Mitarbeiter arbeiten an Standorten mit jeweils sehr unterschiedlichem historischem und kulturellem Hintergrund in 170 Ländern weltweit. Standardisierung und Optimierung haben oberste Priorität, um dieses Unternehmensnetzwerk steuern und kontrollieren zu können. Dabei muss laut Billiet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Standardisierung und Anpassung an lokale Eigenheiten gewahrt bleiben, damit sowohl die Produkte als auch die Unternehmenskultur, Prozesse und Qualitätsmaßstäbe akzeptiert werden.

Schwer zu überzeugen

„Logistikstrukturen an weltweiten Standorten gestalten“ war der Titel der zweiten Vortragssequenz, moderiert von Prof. Thomas Wimmer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der BVL. In diesem Rahmen beschrieb Jürgen Weets, Leiter Logistik von FAW VW in Changchung, China, die Herausforderungen für die Logistik auf dem Produktions- und Absatzmarkt China. Für Weets sind das insbesondere die Personalrekrutierung und das Personalmanagement. Absolventen stünden kaum zur Verfügung, Mitarbeiter aus anderen Ländern von einem Einsatz in China zu überzeugen sei schwierig. Duale Ausbildungsmöglichkeiten wie in vielen europäischen Ländern gebe es nicht. Durch das vollkommen andere Hierarchieverständnis der Chinesen könne es zudem schnell zu Reibungsverlusten bei der Mitarbeiterführung kommen.

Dr. Jörg Biesemann, Director Logistics Automotive Asia/Pacific bei Continental Automotive Asia Pacific Co. Ltd, Shanghai, China, schilderte seine Erfahrungen bei der Einbindung lokaler und globaler Lieferanten zur Versorgung chinesischer Werke. Er macht die interessante Beobachtung, dass sich schon jetzt aus Kostengründen neue Produktionsstätten nicht mehr in den „teuren“ Gegenden wie der Region Shanghai, sondern eher in Zentralchina ansiedeln. Als eine der großen Herausforderung in China sieht er die fehlende Markenloyalität der Chinesen, welche Absatzprognose und -planung erschwert. Vor diesem Hintergrund sei auch die generelle Materialknappheit ein Problem. Sein Unternehmen versuche, dem durch einen steigenden Anteil lokal produzierter Komponenten zu begegnen.

Wie man durch vernetzte Produktionsstandorte die flexible Versorgung von OEMs sicherstellt, erläuterte Stefan Singer, Leiter Zentrale Logistik bei Novem Car Interior Design. Ebenso wie sein Vorredner betonte er die Bedeutung möglichst guter Prognosen und langer Planungszeiträume, um Materialengpässe zu vermeiden. Den Abschluss des Vormittags bildete Michael Neumann, CCO des Kontrakt-Logistikers Syncreon. Seine Ausführungen standen unter dem Titel „Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Robustheit“. Besonders stolz zeigte sich Neumann darüber, dass sein Unternehmen als erster Logistik-Dienstleister überhaupt die gesamte Disposition für die Logistik eines Automobil-Herstellers übernommen hat. Den Nachmittag des Forums gestalteten Marcus Schick, Leiter Geschäftsbereichslogistik Bosch Diesel Systems, und Dr. Ernst-Hermann Krog, Leiter Markenlogistik bei Audi. Herausforderungen und Strategien bei der Gestaltung von Supply Chains im internationalen Fertigungsverbund am Bespiel Indiens waren das Thema von Marcus Schick. Dr. Ernst-Hermann Krog verriet den Teilnehmern, wie man durch Premiumprozesse Kunden für Wertschöpfung begeistern kann. Zum Abschluss des Forums konnten die Teilnehmer wählen zwischen drei Werksführungen und einem Planspiel namens „Operative Logistik live erproben“. Der Clou: Im Rahmen des Planspiels wurde die komplexe Welt der Materialbereitstellung in Form einer „Sandwich-Linie“ begreifbar gemacht. Auf einer eigens aufgebauten Kommissionierstraße wurden die Zutaten für bestimmte belegte Brötchen – jedes benannt nach einen Audi-Modell - bereitgestellt und waren anhand einer Pickliste (Rezept) in der richtigen Reihenfolge und Zusammenstellung auszuwählen. Schließlich wurde das Sandwich montiert und verzehrt. bw

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