Lager und Logistik

Angepasstes Wachstum

Individualisierte Software steuert Logistik
Die Anpassung logistischer Prozesse an die Unternehmens­entwicklung lässt sich erst dann effizient nutzen, wenn die IT architektonisch alle Datenströme nach den neuen Erfordernissen steuert und die involvierten Systeme miteinander kommunizieren. Mit einer individualisierten Softwarelösung im SAP-Umfeld konnte die Walldorfer Mind Solutions GmbH bei Checkpoint Systems auch komplizierte Situationsbilder erfassen.

Checkpoint Systems (USA) zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Artikelsicherungs-, Auszeichnungs- und Identifikationssystemen. Die gute Geschäftsentwicklung und zunehmende Bedienung anderer europäischer Märkte führte bei Checkpoint Systems International in Heppenheim (Südhessen) zu einem geographisch verzweigten Netz von Betriebsstätten. Dabei sind die innerbetrieblichen Warenströme zunehmend verästelt.

Der Produktionsbetrieb in Hirschhorn sowie die verschiedenen Warehouses und das Versandzentrum wurden über zwei Warehouse Management Systeme (WMS) gesteuert. Teilaufgaben der Logistik erledigte ein Logistikdienstleister in Heppenheim. Sönke Kühl, Direktor für das Supply Chain Management: „Die dynamische Nachfrageentwicklung auf den Märkten erfordert eine schnelle und konsequente Kundenbelieferung. Deshalb mussten wir unsere logistischen Strukturen straffen, Warenein- und -ausgänge konzentrieren und die Steuerungs-Modalitäten unserer IT entsprechend anpassen.“

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Die gesamte Auslieferung erfolgt jetzt aus dem neuen European Distribution Center in Simmern, in das die Fertigprodukte aus dem Werk Hirschhorn und die Kaufteile externer Lieferanten für partielle Komplettierungen einfließen. Für die Distribution ist als neuer Logistikdienstleister DHL verantwortlich. „Wir haben uns für diesen Logistiker entschieden, weil das Leistungsspektrum bezüglich Tiefe, Zuverlässigkeit und Internationalität unserem Anforderungsprofil am besten entspricht“, erläutert Sönke Kühl den Wechsel des Logistikdienstleisters. Mit der Anpassung der IT-Struktur wurde Mind Solutions aus Walldorf verpflichtet, die sich auf den Einsatz von SAP R/3 für die Logistiksteuerung spezialisiert hat und Checkpoint Systems schon seit über vier Jahre betreut.

„Durch den Wegfall eines WMS mussten wir die extrem hohe Datenmenge so steuern, dass eine einwandfreie Kommunikation zwischen dem nunmehr singulären dezentralen WMS mit dem zentralen ERP-System gewährleistet ist“, erläutert Michael Kraft, Geschäftsführer von Mind Solutions, die Kundenanforderungen. Dabei war sicherzustellen, dass alle Stammdatenveränderungen schnell eingebracht werden können. Für die Grundkonzeption wurde die vorhandene SAP-Standard-Schnittstelle entsprechend erweitert. Aus dem SAP-Modul Logistics Execution System (LES) verwendeten die IT-Experten verschiedene Teile, so dass eine maßgeschneiderte Softwarelösung im SAP-Umfeld entstand.

Störungsfreie ­Umstellung

Trotz der Fülle von Detailmaßnahmen gelangen die Anpassungen und die Umstellung der innerbetrieblichen Logistik innerhalb von sechs Monaten ohne Störungen des normalen Ablaufs, ohne Beeinträchtigung der Produktion und ohne Bestands­erhöhung. So musste beispielsweise die Wareneingangs-Abwicklung vollständig auf Anlieferung umgestellt werden, wobei gleichzeitig der Geodatenaustausch (wiegen und abmessen der eingehenden Waren) integriert wurde. Im Rahmen der notwendigen Umstellung der Produktionseingänge war ein Volumen von mehreren Tausend Eingängen zu berücksichtigen. Die Optimierung der Prozesse machte neben der Abbildung aller Dokumente zudem auch die Implementierung neuer Dokumente erforderlich.

„Mit der Anpassung der Prozesse ist es gelungen, die Abläufe einfacher und eindeutiger zu gestalten. Wir konnten im erheblichen Umfang Fehlerquellen eliminieren und gleichzeitig insgesamt mehr Transparenz schaffen“, resümiert der Direktor für das Supply Chain Management bei Checkpoint Systems International, Sönke Kühl, die erfolgreiche Modifizierung der IT-Landschaft an die neuen Unternehmensanforderungen. Willkommene Nebeneffekte bieten die nun vorhandenen Möglichkeiten, Effizienzprüfungen bei extern eingebrachten Dienstleistungen durchzuführen. Kühl: „Mit der höheren Datenqualität hat sich auch die Messbarkeit von Logistiker-Leistungen erheblich verbessert“. Wolfgang Musiol (gm)

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