Lagerverwaltungs-Software

Normierung in der ­Kommissionierung

Standardzeiten erhöhen Produktivität im ­Distributionszentrum
Standardzeiten auch in der ­Distribution? Was in der Montage gut funktioniert, wird nun für die Lagerverwaltung aktuell. Optimierungssoftware hilft dabei, Entnahmetätigkeiten im voraus zu ermitteln.

Rechtzeitige Lieferung ist Gold wert. Diese Aussage trifft erst recht in Zeiten zu, in denen hoher Lieferservice einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor darstellt. Für Lager- und Logistikverantwortliche bedeutet das, die Durchlaufzeiten im Distributionszentrum deutlich zu verkürzen. Falsches Vorgehen mit entsprechenden Folgen kann man durch eine vorausgehende Berechnung des künftigen Pick-Aufkommens entgegenwirken. Die hierfür nötigen Informationen besteht aus Vergangenheitsdaten, anhand derer die künftigen Picktrends für die Auftragsbearbeitung berechnet werden können. Weitere Daten sind Informationen zu Aufträgen, Positionen oder Tagesvolumina.

Die effiziente Nutzung bereits vorhandener Daten ist eine Säule der Optimierung. Die andere ist die Verwendung standardisierter Zeiten. Bei diesen sogenannten MTM-Zeiten handelt es sich um normierte Aussagen für menschliche Bewegungsabläufe. Diese Zeiten werden mit Informationen zu Artikeleigenschaften und mit Angaben zur Beschaffenheit der Kommissionierbereiche kombiniert. Spezielle Softwarelösungen erleichtern die Nutzung der Informationen. Dazu wird zum Beispiel jeder einzelne Lagerplatz mit einer Kennzahl hinterlegt, die den tatsächlichen Zeitaufwand für eine Artikel-Entnahme charakterisiert. Neben den Artikeleigenschaften wird auch jede Bewegung des Arbeiters berücksichtigt sowie die Weglängen zwischen den einzelnen Regalen und Gängen und dem Packpunkt am Förderband.

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Standardzeiten für ­Bewegungsabläufe

Gemeinsam mit den Layout-Daten und Informationen zu den Artikeleigenschaften unterstützen Standardzeiten die Kapazitätsplanung. So kann beispielsweise auf ihrer Basis für alle Aufträge einer Zeitperiode die Gesamtkommissionierzeit ermittelt werden. Ein Optimierungssystems zerlegt die für den einzelnen Auftrag benötigten Bewegungen in kleinste Zeiteinheiten und führt sie anschließend zu einer Soll- Pickzeit zusammen. Dynamische Einflussfaktoren wie Verzögerungen durch Staus oder Überlastungen werden in der Regel dabei berücksichtigt. Vorbeugende Maßnahmen kann man entsprechend frühzeitig ergreifen oder vorhandene Personalkapazitäten besser ausschöpfen. Hinzu kommen Kosteneinsparungen, die sich durch die vereinfachte Steuerung von Überstundenabbau, weniger Nachtschichten und den selteneren Zukauf von Leihpersonal ergeben. Auch Bereiche im Umfeld der Kommissionierung wie Wareneingang, Packerei oder Warenausgang lassen sich in die Kapazitätsplanung einbeziehen.

Wer die Standardzeiten zur Verbesserung seiner Prozesse im Distributionszentrum verwenden möchte, kann mit einer entsprechenden Softwarelösung Zeiten schnell und nutzbringend summieren. Bei der manuellen Kombination aller Bewegungszeiten geht der Überblick schnell verloren. Verständlich, wenn man berücksichtigt, dass die Zahl der Lagerfachbelegungsmöglichkeiten nicht parallel zur Artikelanzahl steigt, sondern überexponentiell. Sind es beispielsweise bei fünf Artikeln noch 120 Kombinationen, so ergeben sich bei zehn Artikeln bereits 3,6 Millionen. Eine Softwarelösung hinterlegt alle Daten direkt im System. Nach der Bewertung und Optimierung erfolgt eine stufenlose Zuordnung der einzulagernden Artikel. Susanne Steidl, Cathrin Leßner (ma)

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