Lagersysteme für Langgut und Blech

In jedem Fall das Richtige

Auf dem Weg zum geeigneten Lagersystem für Langgut und Blech
Für die richtige Auswahl des Lagers sollte ein Berater zu Rate gezogen werden.
Aufgrund der breiten Angebotspalette unterschiedlicher Lagertypen empfiehlt es sich, alle konkrete Randbedingungen zu analysieren und einen Berater in Auswahl und Entscheidung mit einzubeziehen.




Materialvielfalt und Bestandsreduzierung in der Metallbe- und verarbeitung setzen Transparenz in der Materialwirtschaft voraus. Nach Rationalisierung und Automatisierung in verschiedenen Fertigungsverfahren ist bei der Suche nach weiteren Einsparpotentialen das Lagern von Werkstoffen, Werkzeugen, Vorrichtungen, Hilfs- und Betriebsstoffen stärker in den Vordergrund des Interesses gerückt. Ziel einer durchgängigen Intralogistik ist der schnelle Materialumschlag auf geringer Fläche. Unterstützt wird dieser Prozess dadurch, dass in vielen Fällen eine Verlagerung der Wertschöpfung durch Outsourcing erfolgt ist und in der Folge hochautomatisierte Distributionszentren entstanden sind. Heute gibt es für jeden Bedarfsfall und jede Betriebsgröße das passende Lager in der passenden Automatisierungsstufe.

Bei einem Lager sind viele Faktoren zu berücksichtigen: Materialvielfalt (Vollmaterial, rund, vierkant, flach, Rohr, Profile, Platten), Bestände, Umschlagshäufigkeit, Anzahl der Zugriffe (Spiele), Einbindung in den internen Materialfluss sowie bauliche Gegebenheiten (Bebauungsplan, Bodenbeschaffenheit, Untergrund). Die baulichen Gegebenheiten sind vor Ort zu klären, wobei der Hersteller die statischen Berechnungen der Kräfte, die in das Fundament eingeleitet werden müssen, mitliefert. Bei großen und hohen Anlagen ist je nach Region ein Bodengutachten erforderlich, damit das Fundament richtig ausgelegt werden kann, um die erheblichen Lasten des Lagers aufzunehmen. Wird das Lager mit Dach- und Wandverkleidungen ausgestattet, sind auch Erdbebenlasten, Schneelasten und Windlasten zu berücksichtigen. Unabhängig davon ist das Lager in jedem Fall nach der regionalen Erdbebenzone auszulegen.

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Welches Lagersystem für einen bestimmten Anwendungsfall richtig ist, muss analysiert werden. Zunächst hilft eine Grobklassifizierung – die wichtigsten Lagertypen bezogen auf die Anzahl der einzulagernden Kassetten. Ausgangspunkt ist eine Analyse der Materialbewegungen zum Beispiel der vergangenen zwei Wochen, die dann zu einer rechnergestützten Volumenberechnung des Lagers führen und damit den Lagertyp weitgehend festlegen. Das Spektrum reicht vom einfachen Lift und dem ein- oder zweiseitigen Turmlager bei geringeren Materialmengen über Portal-, Überfahr- und Wabenlager für große Mengen bis hin zum Sägezentrum, der Kombination aus Lager und Säge- beziehungsweise Blechbearbeitungsmaschinen. Längslager sind meist maschinennahe Lager an Blechbearbeitungsmaschinen mit hohem Durchsatz. Stapeljoche haben den Vorteil, dass man preisgünstig mit Jochen und einer Traverse mit wenigen Modifikationen am vorhandenen Kran einen Einstieg hat. Es lassen sich auch überlange Materialien in Jochen stapeln. Vor allem im Stahlhandel findet die automatisierte Ausführung in Verbindung mit einem Lagerverwaltungsrechner Verwendung. Diese Klassifizierung stellt lediglich eine Orientierungshilfe dar. In der Praxis sind die Übergänge von einem Lagertyp auf den anderen fließend und von einer Reihe von unterschiedlichen Einsatzbedingungen abhängig.

Die Vorteile, die ein Lager bietet, liegen auf der Hand: Platzeinsparung, mehr Ordnung, höhere Sicherheit, bessere Übersichtlichkeit und kürzere Auftragsdurchlaufzeiten. Bei der Kaufentscheidung zu einem kompakten Lagersystem ist die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von absoluter Priorität. Lager gehören zu den langlebigen Wirtschaftsgütern, die über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren abgeschrieben werden – bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren oder mehr. Auch ohne nicht quantifizierbare Vorteile, etwa Abbau der Lagerbestände durch mehr Transparenz, Vermeidung von Doppelbeständen, schneller Zugriff, raschere Rücklagerung sowie erhöhte Arbeitssicherheit wird deutlich, dass die Wertschöpfungskette in der Metall verarbeitenden Industrie, im Handwerk und zweifellos im Handel nicht erst bei hochproduktiven Fertigungsmaschinen beginnt sondern auch die hausinterne Logistik mit der Lagertechnik ihren Beitrag zu mehr Wirtschaftlichkeit leistet. PR/pb

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