Kombidosen

Dosen vom laufenden Band

Gut kombiniert: Fertigung von Kombidosen auf Kettenfördersystem
Angefangen bei der Längswickelmaschine über die Kalibriersiegelmaschine bis hin zum Packtisch für den Versand werden die Kombidosen auf knapp 250 Metern Förderkette transportiert.
Die Kombidosen von Weidenhammer stehen in allen Supermarktregalen. In der optimalen Kombination von fünf Papierlagen, Aluminiumfolie und einem Kunststoffdeckel steckt viel Know-how. In einer neuen Fertigungslinie für diese Kombi- dose verbindet der Hersteller seine Maschinen mit dem Rexroth-Kettenfördersystem VarioFlow S.

Mit Sicherheit zur individuellen Verpackung – das ist eines der Leitmotive von Weidenhammer. In Hockenheim unterhält das Unternehmen zwei von insgesamt acht Produktionsstätten weltweit und gilt in der Branche als kreativer Technologieführer mit umfangreicher Kompetenz und innovativen Ideen. Beides zeigt der Verpackungsspezialist auch bei seiner neuen Fertigungslinie für Kombidosen. Durch einen Kundenauftrag zur Fertigung dieser Kombidose gab es die Möglichkeit, eine weitere Anlage aufzubauen – basierend auf der betriebsinternen Fördertechnik und guten Erfahrungen mit Rexroth-Profilen entschied sich der Dosenhersteller für das Kettenfördersystem VarioFlow S. In enger Zusammenarbeit mit Rexroth-Mitarbeitern und dem Rexroth-Systempartner für Kettenfördertechnik Winter Automation aus Neu-Isenburg entstand ein Verkettungssystem mit zwei Wendelspeichern, deren Strecken jeweils rund 30 Meter lang sind. Insgesamt kommen knapp 250 Meter Förderkette mit einer einheitlichen Breite von 80 Millimetern zum Einsatz. Das längste Einzelstück der Anlage, zu dessen Antrieb nur ein Motor erforderlich ist, misst 32 Meter. Weidenhammer setzt das Verkettungssystem in Aluminiumausführung ein.

Anzeige

Wendelspeicher mit Mehrfachfunktion

Die Anlage ist ausgelegt für 130 Dosen pro Minute – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr hindurch. Zuverlässigkeit spielt deshalb eine große Rolle. Der Hersteller fertigt die Kombidose in verschiedenen Varianten mit zwei bis acht Sortenwechseln pro Tag her. Die Fertigung beginnt mit einer Längswickelmaschine, in der fünf Papierschichten übereinander gelegt und verklebt werden. Das Papier wird im Anschnitt sauber abgestuft, so dass an der Klebeseite der Dose später keine Kante entsteht. Der so aufgebaute Dosenkörper wird dann aufgestellt und über den ersten Wendelspeicher transportiert. Der Speicher hat mehrere Funktionen: Neben dem Transport wird diese Strecke auch dazu genutzt, die zunächst noch weichen Dosen zu trocknen und damit aushärten zu lassen. Gleichzeitig dient sie als Puffer für die Fertigung. Zudem braucht diese Lösung wenig Platz und befördert die Dosen auf eine über dem Anlagenzugangsbereich angeordnete Strecke, die zum zweiten Wendelspeicher führt.

Im Anschluss daran folgt eine Kalibriersiegelmaschine, in der die Membrane eingesetzt und rundum versiegelt wird, so dass die Dose später luftdicht ist. Das meiste Know-how liegt in diesem Fertigungsschritt. Das perfekte Einsetzen und Versiegeln der Membrane sorgt dafür, dass Verbraucher später die Dose leicht öffnen können, ohne dass Schnittreste oder -kanten bleiben. Deshalb prüft eine Kamera in der Kalibriersiegelmaschine jede Dosenmembrane auf Lichtdurchlässigkeit. Danach wird ein Kunststoffdeckel aufgesetzt und die Dose zum Versand bereitgestellt.

Flexible Verkettung

Weidenhammer plant die Verkettung der einzelnen Maschinen und ihren Aufbau in Eigenregie. Die Verkettungstechnik ist stets an den vorhandenen Platz gebunden und erfordert viel Flexibilität. Hier zeigt sich das Kettenfördersystem VarioFlow S geeignet, besonders bei der Kettenmontage und dem Aufbau der Gleitprofile ohne Vernietung. Die patentierte Kurventechnik mit integrierten Kugellagern überzeugt: Damit wird die innere Reibung des Systems im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen erheblich reduziert. Ein weiteres Auswahlkriterium waren die Gleitleisten, die seitlich in das Streckenprofil eingerastet werden, weshalb aufwendiges Vernieten entfällt. Außerdem lassen sich die zweigeteilten Kettenglieder ohne Spezialwerkzeug an jeder Stelle des Förderers auswechseln, wenn beispielsweise ein Kettenteil beschädigt ist.

Kompatible Systeme

Auf der nahezu geschlossenen Kettenoberfläche werden die Kombidosen ohne Einsatz von Werkstückträgern direkt auf der Kette transportiert. In Kombination mit den offenen Profilen, auf denen sich praktisch kein Schmutz ansammeln kann, erfordert das System weniger Reinigungs- und Wartungsbedarf als geschlossene Systeme. Diese Merkmale waren für die Entscheidung des Dosenherstellers ausschlaggebend und Hauptgrund dafür, warum ein Ketten- und kein Gurtsystem favorisiert wurde. Er verwendete bereits zuvor Profile aus dem Rexroth-Aluminium-Profilbaukasten; durch die vollständige Kompatibilität des VarioFlow S sind jetzt sowohl die Profile als auch das Kettenfördersystem kombinierbar, so dass eine individuelle Lösung auf Basis Kosten sparender Standardkomponenten entstanden ist. PR/pb

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Ventilblock

Aus IT wird Bewegung

Der neue Ventilblock EDG von Bosch Rexroth übersetzt IT-Anweisungen in konkrete Bewegungsabläufe für individuell angepasste Lagervorgänge. In Logistiklagern ermöglichen IoT-Ansätze die schonende Ein- und Auslagerung sensibler Produkte.

mehr...
Anzeige

Kehrmaschine

Kehren für Einsteiger

Die KM 120/250 R Classic ist das neue Einstiegsmodell bei den Kärcher-Industriekehrmaschinen. Sie sei kompakt, wendig und dabei so zuverlässig, robust und einfach zu bedienen wie die größeren Maschinen der Reihe, verspricht der Hersteller.

mehr...

Warehouse Management

Einfacher zu bedienen

Das Jungheinrich-WMS hat eine neue Nutzeroberfläche. Zur Steigerung des Kundennutzen hat das Unternehmen ein Bedienkonzept entwickelt, das sicherstellt, dass sich das Lagerverwaltungssystem den spezifischen Arbeitsprozessen seiner Anwender anpasst.

mehr...