Intralogistik

Voll im Wind

Die Standardisierung ist eine der größten Herausforderungen der Intralogistikbranche. Das betonten die Teilnehmer des 16. Deutschen Materialflusskongress in Garching. „Die bisher fehlende Standardisierung in vielen Bereichen wie etwa bei RFID war eines der größten Hemmnisse für Investitionen und Wachstum“, sagte Dr. Joachim Miebach, der Vorsitzende der VDI-Gesellschaft Fördertechnik Materialfluss und Logistik. Hier sind zunehmende Anstrengungen erforderlich, um Effizienz und Produktivität zu steigern. Vielversprechende Ansätze gebe es bereits bei den ERP-Herstellern (Enterprise-Resource-Planning) zur Gestaltung einer einheitlichen IT-Landschaft. Ein weiteres Beispiel für die Fortschritte der Standardisierung in der Intralogistik ist die Systemarchitektur „Sail“. Das ist ein plattformunabhängiges Modell zur strukturierten Beschreibung von Intralogistik, zunächst begrenzt auf reine Materialflusssysteme. Die Branche zeigt sich darüber einig, dass eine einheitliche Beschreibung der komplexen Strukturen in der Intralogistik benötigt wird. Das richtige Maß im Detaillierungsgrad muss nun definiert werden, damit sich unterschiedliche Hersteller darin wiederfinden können. Durch den reduzierten Anpassungsaufwand bietet die Systemarchitektur eindeutige Vorteile: modulare Baukastensicht der Anlage in der Planungsphase, transparente Funktionsbewertung in der Beschaffungsphase, weniger Änderungen durch undefinierte I/O, hohe Verfügbarkeit durch klare Problemabgrenzung während des Betriebes, risikoarmer Austausch von Teilgewerken beim Modernisieren sowie Wiederverwendbarkeit funktionaler Bausteine. Doch nicht nur wegen der Standardisierung gewinnt die Branche an Tempo: Auch bei Innovationen zählt Deutschland zu den Technologieführern. So werden künftig Behälter und Pakete eigenständig ihr Ziel erreichen – Stichwort ist hier „Internet der Dinge“. Durch den Einsatz kleinster Computer wird jeder Behälter zu einem autonomen Objekt. Dieses ist dann für sich und seinen Transport selbst verantwortlich, erklärte Professor Dr. Willibald Günthner von der Technischen Universität München. Konzepte hierzu werden bereits an die TU im Logistikinnovationszentrum erforscht und erprobt. pb

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