Lager und Logistik (2 S.)

„Ein Kommissioniersystem muss sich rechnen“

Erster Witron-Logistiktag 2004
Auf dem Witron-Logistiktag informierten sich Verantwortliche aus unterschiedlichsten Branchen über Nutzen und Anwendungsmöglichkeiten automatisierter Logistiksysteme mit hohem Standardisierungsgrad.

„Gerade in der Kombination zwischen maximaler Standardisierung und hoher Modularität sehen wir eine starke Nachfrage der Anwender.“ Witron-Geschäftsführer Helmut Prieschenk ist sich sicher, dass sein Unternehmen den Bedarf dieses Marktes erkannt hat. „Unser Dynamic Picking System (DPS) findet mittlerweile weltweit einen hohen Zuspruch.“

Die Anwendungsmöglichkeiten dieses modularen Lager- und Kommissioniersystems stand im Mittelpunkt der Veranstaltung – veranschaulicht unter anderem anhand einer Live-Vorführung im Witron-Technology Center. Hier konnten sich potenzielle DPS-Anwender informieren, wie schnelldrehende Artikel permanent und statisch, die Langsamdreher dagegen dynamisch (nach dem jeweiligen Bedarf) am Kommissionier-Arbeitsplatz bereitgestellt werden – vollkommen automatisiert mit Hilfe von Pick-by-Light-Displays. Sämtliche Schnelldreher befinden sich in unmittelbarer Umgebung des Kommissionierarbeitsplatzes. Schwere Artikel und Greifeinheiten stellt das System in ergonomischer Höhe bereit. Diese flexible Behälterlösung integriert die Kommissionierung direkt in den Lagerbereich. „Wir optimieren quasi Lagerung und Kommissionierung in einem System“, verdeutlichte Johann Roidl, Prokurist des Parksteiner Unternehmens.

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Individuelle ­Anpassungen möglich

Die Verbindung von maximaler Standardisierung mit hoher Modularität schafft ein Baukastensystem, das die Funktionalitäten in die Logistikabläufe der Kunden einbindet, die sie tatsächlich benötigen. „Die Wirtschaftlichkeit des DPS ergibt sich dabei insbesondere durch eine höhere Produktivität in den Prozessen“, so Roidl weiter. „Unser Ziel ist es, die beste Lösung für den Anwender zu finden, die dem Tagesbetrieb hinsichtlich Funktionalität, Leistung und Verfügbarkeit gerecht wird. Bei aller Innovation muss sich ein deratiges System auch immer rechnen.“

Der Prokurist verwies darauf, dass kundenspezifische Anpassungen an das Standardsystem problemlos über Schnittstellen vorgenommen werden können. „Die Grundlage dafür bildet unsere flexible Software, die das Picking System sowohl für große Applikationen als auch – in Form des Basismoduls – für kleine und mittlere Anwendungen sinnvoll anpassbar macht.“ Alle Anwendungsbereiche mit einer großen Zahl kleinvolumiger Artikel sowie einem mittleren bis hohen Kommissioniervolumen sind für DPS grundsätzlich geeignet.

Im Praxiseinsatz bei mittlerweile mehr als 20 Unternehmen – unter anderem Spar Österreich, Festo, Autoteile Unger, Schlecker und Libri – zeigte sich, dass das DPS durch die signifikante Verkürzung der „Pickfront“ die Wegezeiten in der Kommissionierung bis zu 75 Prozent reduzieren kann.

Daneben kam es in allen Fällen zu Personal- und Flächeneinsparungen in einer Größenordnung bis zu 50 Prozent.

Wahl zwischen ­Pickvorgängen

Für die filialgerechte Artikelbelieferung eignet sich das Picking System, weil der Anwender die Wahl zwischen seriellen und parallelen Pickvorgängen hat. Beim parallelen Picken zeigt das Pick-by-Light-Display dem Kommissionierer am Arbeitsplatz alle Bestellpositionen gleichzeitig an. Auf diese Weise kann in einem Arbeitsgang sehr viel sehr schnell kommissioniert werden.

Bei höherwertigen Waren ermöglicht das serielle Picken die sofortige Plausibilisierung der gepickten Artikel am Kommissionierplatz. Dabei wird dem Kommissionierer nur ein Artikel angezeigt. Nach dem Befüllen des Auftragsbehälters erfolgt eine Überprüfung durch Scannung des EAN-Codes. So tritt praktisch kein Fehler in der Kommissionierung mehr auf.

Auch hier kann man trotz der hohen Standardisierung im System auf Module zugreifen, die individuell auf Kundenanforderungen zugeschnitten sind. Außerdem lässt es sich sehr einfach modular erweitern: Steigt etwa die Anzahl der C-Artikel und somit das Kommissioniervolumen an, ist es ohne großen Aufwand möglich, ein weiteres DPS-Modul zu ergänzen oder im bestehenden System eine zweite oder gar dritte Kommissionierebene einzuziehen.(gm)

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