Lagertechnik

Lager ohne Lücken

Von der Milch am Frühstücksbuffet bis zum Bier an der Hotelbar - den Nachschub dieser und vieler anderer Getränke sichert in Nordrhein-Westfalen häufig die Fako-M Getränke. Das inhabergeführte Handelsunternehmen ist seit über 60 Jahren auf die Belieferung von Gastronomie und Hotellerie spezialisiert. Mehr als 5.000 Kunden betreut das Unternehmen derzeit. Das Lieferprogramm umfasst das komplette Coca-Cola-Sortiment sowie mehr als 3.000 weitere Artikel.

Am Stammsitz in Neuss bewirtschaftet Fako-M sein Zentrallager auf ca. 12.000 qm Fläche. Hier stehen 350 Stellplätze im Block- und 2.200 Stellplätze in Paletten- und Durchfahrregalen zur Verfügung. Gabelstapler versorgen den Kommissionierbereich, in dem täglich zwischen 35.000 und 70.000 Picks durchgeführt werden. Die Auslieferung der Sendungen an die Kunden übernimmt der eigene Fuhrpark mit über 100 Lkw.

Dieses Auftrags- und Liefervolumen bewältigten die Mitarbeiter vor der Softwareumstellung mit Hilfe von Beleglisten. "Durch das weitere Unternehmenswachstum und die damit verbundenen gestiegenen Anforderungen stieß dieses System jedoch an seine Grenzen", erklärt Erwin Hotz, technischer Leiter bei der Fako-M, die Entscheidung für die Einführung eines neuen Lagerverwaltungssystems. Das Handelsunternehmen hat deshalb die Steuerung aller Warenbewegungen im Lager auf das Lagerführungssystem LFS von Ehrhardt + Partner umgestellt.

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Spezielle Anforderungen der Getränkeindustrie

Fako M bewirtschaftet eine Lagerfläche von 12.000 Quadratmetern…

Die lückenlose Chargenrückverfolgbarkeit und das Warenhandling nach dem FIFO-Prinzip (first in - first out), Soft-FIFO sowie FEFO (first end - first out) zählten zu den wichtigsten Zielen der Umstellung. Mit LFS können Auslagerstrategien wie FIFO definiert und den individuellen Anforderungen entsprechend modifiziert werden. Die Chargenrückverfolgbarkeit wird vom System automatisch gewährleistet. Alle für diese Prozesse notwendigen Daten wie Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Chargennummer werden bei jedem Wareneingang erfasst und in den Bestandsdaten weitergeführt und dokumentiert. Basis dieser durchgängigen Bestandsverwaltung bildet die NVE-Etikettierung. Sind die Original-Lademittel der Hersteller beim Wareneingang bereits mit einem NVE-Etikett versehen, können diese Daten weiterverwendet werden. Ist dies nicht der Fall, erzeugt LFS eine eigene NVE-Nummer, die ebenfalls vom System archiviert und weitergeführt wird. So ist eine eindeutige Identifizierung und Rückverfolgung der Ware transparent über alle Prozesse im Lager hinweg möglich.

Optimierte Kommissionierung

Die LFS-Implementierung ermöglicht Fako-M eine automatische Nachschubsteuerung im Kommissionierbereich. Ist dort ein Lagerplatz leer, erzeugt LFS automatisch einen Nachräumauftrag und der Lagerplatz wird wieder mit Ware aufgefüllt. Der so genannte "Nachräumer" generiert sich aus der Unterschreitung des Meldebestandes eines Artikels mit einer festgelegten Nachfüllmenge für den jeweiligen Lagerplatz.

Darüber hinaus führte der Getränkegroßhändler Pick-by-Voice ein. Das Verfahren sorgt für hohe Pickleistungen, da der Kommissionierer beide Hände frei hat. Weder MDE-Gerät noch Kommissionierliste stören ihn bei der Arbeit. "In der Getränkelogistik ist das besonders wichtig, denn Getränkekisten können in der Regel nur mit beiden Händen aus dem Lagerfach entnommen werden. Das beidhändige Arbeiten führt hier unter anderem zu weniger Bruchware und Verletzungen", betont Marco Ehrhardt. Zudem steigt durch Pick-by-Voice die Qualität: Das System führt den Kommissionierer sicher zu den richtigen Lagerorten und weist ihn an, welchen Artikel er in welcher Menge entnehmen soll. Dank verschiedener Prüf- und Kontrollstufen im Sprachdialog entfällt eine aufwendige Nachkontrolle der kommissionierten Ware. Zudem sorgt dieses Verfahren für eine reduzierte Fehlerquote und damit auch für eine Minimierung von Reklamationen.

Inzwischen arbeiten bei Fako-M rund 70 Mitarbeiter mit LFS. "Mit der Projektabwicklung durch Ehrhardt + Partner sind wir sehr zufrieden", resümiert Erwin Hotz. "Die Beratung und auch die Schulungen für die Mitarbeiter haben die Softwareumstellung sehr erleichtert." bw

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