Klimawandel und Reinraumlösungen bei Lagersystemen sind gefragt

Keine Keime, prima Klima

Spezielle Lösungen in der Intralogistik sind vor allem in den Bereichen Halbleiterindustrie, Pharma, Medizin, Optik, Chemie, Automotive, Flugzeugbau und Lebensmittel gefragt. "Diese Branchen benötigen für die Lagerung ihrer Produkte spezielle Umgebungsbedingungen", meint Manfred Schleicher, Geschäftsführer der Region Zentraleuropa bei Kardex Remstar. "Durch unsere jahrzehntelange Erfahrung kennen wir die Prozesse und Anforderungen unserer Kunden genau und können passende Lösungen entwickeln." Immer mehr Lagergüter sind temperaturempfindlich. Die Spanne reicht von tiefgekühlten Lebensmitteln bis hin zu Medikamenten, die konstante Lagertemperaturen benötigen. Für solche Anwendungen bietet Kardex Remstar den Lagerlift Shuttle XP und das Umlaufregal Megamat RS mit Klimafunktion an. Die Spanne reicht dabei von Temperaturen - 25 Grad bis + 60 Grad Celsius. Am häufigsten nachgefragt sind die Lösungen + 60 (für Prozesstechnik), + 20 (Lagertemperatur), + 5 (Kühlschrank) und - 25 Grad Celsius (Gefrierschrank). Speziell für die Lagerung von Blutkonserven bei - 30 Grad steht auch eine Variante des Megamat RS zur Verfügung. Um eine konstante Temperatur im Innern des Lagerliftes zu gewährleisten, werden vor und hinter der Bedienöffnung zwei abgedichtete Schleusentüren installiert. Diese reduzieren den Luftaustausch während des Ein- und Auslagerns auf ein Minimum. Da es wie bei allen dynamischen Lager- und Bereitstellungssystemen von Kardex Remstar auch bei dieser Air-Conditioning-Lösung um ein hochverdichtetes Lager handelt, bleibt der gekühlte oder beheizte Raum so klein wie möglich, was sich positiv auf die Betriebskosten auswirkt.

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Reinraumlösungen für eine partikelfreie Umgebung

Reinraum ist gefragt: Die Intralogistik-Anbieter müssen sich auf die Nachfrage aus den Bereichen Halbleiterindustrie, Pharma, Medizin, Optik oder Chemie einstellen. (Foto: Kardex-Remstar)

Halbleiterhersteller, Krankenhäuser, die Flugzeugindustrie oder auch pharmazeutische und optische Unternehmen - sie alle benötigen Lager- und Bereitstellungssysteme, die Reinraum-Bedingungen sicherstellen. Ob keimfreie Instrumente für den Operationssaal oder partikelfreie Bauelemente für die Halbleiterproduktion, die Reinraumlösung bietet Umgebungsbedingungen auf Basis der üblichen Norm ISO 14644, von den Klassen 5 bis 8 (bzw. die US-Klassen 100 bis 100.000). Um die Partikelmenge in der Luft möglichst gering zu halten, hat Kardex Remstar die Lagersysteme weiterentwickelt. Beispielsweise werden beim Lagerlift Shuttle XP Rollentablare an Stelle von Kufentablaren verwendet. Dadurch entsteht weniger Abrieb und weniger Partikel gelangen in die Luft. Beim Lagerlift sowie beim Umlaufregal sorgt außerdem eine kontrollierte Luftführung für Reinraumbedingungen im Inneren der Maschinen. Dazu sind an den gelochten Seitenteilen Luftkanäle angebracht. Auf der einen Seite wird die reine Luft an einer Vielzahl von Punkten zugeführt, an der anderen Seite wieder abgeleitet. Die dadurch erzeugte laminare Strömung flutet das Gerät gleichmäßig mit reiner Luft über die gesamte Höhe des Lagersystems.

Trockenlösung spart

Speziell für die Halbleiterindustrie hat der Intralogistiker dynamische Lager- und Bereitstellungssysteme als Trockenraum mit unter fünf Prozent relativer Luftfeuchtigkeit entwickelt. Neben einer zweckmäßigen Abdichtung und einer Schleuse an der Bedienöffnung sorgt eine spezielle Trockenvorrichtung im Innern von Lagerlift und Umlaufregal für den Entzug von Feuchtigkeit. Beim so genannten Sorptionstrocknen wird die feuchte Luft angesaugt und die Feuchtigkeit von einem wabenförmigen Glasfasermaterial aufgenommen. Die getrocknete Luft wird anschließend in das Lagersystem zurückgeleitet und die Feuchtigkeit im Sorptionsrotor als Regenerationsluft abgeführt. Die Lösung ist technisch auf maximale Effektivität reduziert. Eine Steuerung regelt den Energieeinsatz. Die Energiezufuhr wird gestoppt, sobald der Grenzwert von fünf Prozent Luftfeuchtigkeit unterschritten und die Luft im Lager somit optimal trocken ist. Im Gegensatz zur herkömmlichen Stickstoffflutung spart das Trockenraumlager von Kardex Remstar rund 95 Prozent an Betriebskosten ein. Die Lösung ist nach den internationalen Richtlinien von JEDEC (=Joint Electron Devices Engineering Council) ausgelegt und deshalb besonders für die Halbleiterindustrie geeignet.

Löschen ohne Nebenwirkungen

Wirksamer Brandschutz zahlt sich aus. Im Ernstfall verursacht nicht nur der Brand selbst Schäden. Das Löschen mit herkömmlichen Sprinkleranlagen oder Gaslöschsystemen kann unverhältnismäßig großen Schaden anrichten. Außerdem fordern Sachversicherer immer öfter zu den gesetzlichen Vorgaben zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. Wer diese nicht einhält, zahlt drauf oder verliert im schlimmsten Fall die Betriebserlaubnis. Deshalb hat Kardex eine Lösung entwickelt, die den Brand in kürzester Zeit löscht und die eingelagerten Güter schützt. Dafür wird Intertgas verwendet. Es handelt sich um natürliche, rückstandsfreie Gase, welche nur wenig mit anderen Stoffen reagieren und den Sauerstoffgehalt in der Luft rasch reduzieren. Positiver Nebeneffekt: Inertgase verursachen keine Löschschäden. Neu an der Lösung ist, dass sich spezielle Düsen in geringem Abstand von fünf Zentimetern über die gesamte Höhe des Shuttles befinden. Durch diese wird das Gas mit sehr geringem Druck von etwa ein bis zwei Bar direkt in die Lagereinheiten geleitet. Durch die vielen Einleitpunkte kann sich das Gas schneller verteilen, der Sauerstoffgehalt sinkt rasch unter 8,8 Prozent und der Brand wird innerhalb von ein bis zwei Minuten gelöscht. Die eingelagerten Bauteile nehmen bei diesem Verfahren keinen Schaden. Ergänzt wird das innovative Löschsystem durch ein ausgefeiltes Meldesystem. Aus dem Innern des Shuttles saugen Kunststoffrohre permanent Luft an und untersuchen sie auf Rauchpartikel. Überschreitet die Partikelkonzentration einen gewissen Grenzwert, wird Alarm ausgelöst.

Flexible Standardkonzepte

Alle Anwendungen für spezielle Umgebungsbedingungen sind als Standardkonzepte entwickelt worden, die bei Bedarf noch einmal an die individuellen Kundenwünsche angepasst werden können. "Flexible Standards sind die besten Mittel gegen Preis- und Wettbewerbsdruck. Sie helfen, lange Entwicklungszeiten zu vermeiden und schaffen Raum für technische Kreativität", so Manfred Schleicher. "So sind wir in der Lage, für unsere Kunden nicht nur innovative Lösungen zu entwickeln, sondern auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu realisieren." bw

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