Retrofit Lagertechnik

Kasto modernisiert Überfahrlager in 6 Tagen

Armaturenhersteller Hawle arbeitet mit einem Überfahrlager Unitop aus dem Hause Kasto. Nach mehr als 20 Jahren musste das bestehende Lager modernisiert werden, um weiterhin von einer transparenten Produktionsversorgung zu profitieren.

Neue Sicherheitstechnik und Bedienpulte © Kasto

Vom Zwei-Mann-Betrieb zum renommierten Unternehmen mit rund 270 Mitarbeitern: Hawle Armaturen im oberbayrischen Freilassing kann auf eine Historie von mehr als 50 Jahren zurückblicken. 1967 von Engelbert Hawle Junior und Hans Fach gegründet, hat sich der Armaturenhersteller mit der Zeit zu einem vielseitigen Systemanbieter entwickelt. Das Sortiment umfasst heute mehr als 5.000 Standardartikel, von Absperrarmaturen, Be- und Entlüftungsventilen über Hydranten und Spülarmaturen bis hin zu Fittings, Flanschen, Schellen und Werkzeugen. Auch die Entwicklung kundenspezifischer Sonderlösungen zählt zu den Stärken des Unternehmens. Unter dem Dach der Hawle Gruppe befinden sich mittlerweile neben dem Stammwerk auch mehrere Tochterfirmen in ganz Deutschland.

Automatiklager versorgt die Produktion seit 1995
Die eigentliche Produktion und Montage befinden sich nach wie vor in Freilassing. Hier entstehen die Armaturen, die später unter anderem in der privaten und kommunalen Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zum Einsatz kommen. Das Rohmaterial für die Fertigung, das zu einem Großteil aus Stahl- und Edelstahlrohren besteht, bewahrt Hawle in einem Überfahrlager vom Typ Unitop von Kasto auf.

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Das Lager in Blockbauweise bietet 201 Kassettenplätze, von denen jeder eine Nutzlast von drei Tonnen besitzt. Es zeichnet sich vor allem durch sein Regalbediengerät (RBG) aus, das oben auf dem Lagerblock verfährt. Damit ist das Unitop zum einen kompakt und platzsparend, zum anderen erlaubt es einen schnellen Zugriff auf die selbsttragenden Kassetten. Sämtliche Artikel sind in der Lagersoftware erfasst und gespeichert, so dass Hawle jederzeit den vollen Überblick über seine Bestände hat. Das benötigte Langgut wird durch das RBG automatisch zu einer von mehreren Entladeeinrichtungen transportiert. Dort können Mitarbeiter die Rohre entnehmen und den weiteren Bearbeitungsschritten zuführen. „Die Anschaffung des Kasto-Lagersystems war damals für uns ein gewaltiger Schritt zu mehr Effizienz und Leistungsfähigkeit“, erinnert sich Thomas Bohl, Geschäftsführer bei Hawle.

Wartung und Instandhaltung
Bis heute ist der Armaturenhersteller mit dem Überfahrlager zufrieden. Allerdings machten sich nach mehr als 20 Jahren im Dienst auch gewisse Alterserscheinungen bemerkbar: „Mechanisch war das Lager zwar noch immer einwandfrei, Steuerungen und Antriebe waren jedoch irgendwann nicht mehr auf dem aktuellen Stand“, berichtet Martin Thomaszewski, Leiter Fertigung. „Dadurch kam es häufiger zu Ausfällen, die Verfügbarkeit des Systems ließ nach. Auch Ersatzteile waren nur noch schwer zu bekommen, das machte die Wartung und Instandhaltung zunehmend schwierig.“

Gemeinsam mit Kasto entschied man schließlich, das in die Jahre gekommene Lager nicht komplett zu ersetzen, sondern zu modernisieren. „In vielen Fällen ist das die deutlich wirtschaftlichere Alternative, weil die meisten Komponenten, wie etwa der Stahlbau, auch nach so langer Zeit noch tadellos in Schuss sind“, erläutert Alfred Schwörer, Projektleiter Retrofit bei Kasto. „Auch der Aufwand und damit die Stillstandszeit sind bei einer Modernisierung oft erheblich geringer – das heißt, der Kunde wird bei seiner täglichen Arbeit weniger gestört.“

Kasto erstellte im Vorfeld einen genauen Ablaufplan. Dieser bildete die Basis, um sämtliche Arbeitsschritte optimal zu koordinieren – denn der Umbau sollte in nur sechs Tagen über die Bühne gehen.

Austausch des technisch überholten Gleichstrommotors gegen Asynchron-Drehstrommotor. © Kasto

Antriebe und Steuerungen
Bis zu zehn Kasto-Mitarbeiter waren gleichzeitig vor Ort, um die verschiedenen Arbeiten auszuführen. Sie tauschten unter anderem die bestehenden Schaltschränke und Bedienpulte, die Energiezuführungsketten und Kabel zum RBG und der Lasttraverse sowie die Wägeelektronik, Messsysteme und Antriebsregler aus. Anstelle des bisherigen Gleichstrommotors bewegt nun ein moderner Drehstromantrieb das Hubwerk des Bediengeräts. Auch die Sicherheitstechnik wurde auf den neuesten Stand gebracht, um die Mitarbeiter so gut wie möglich vor Unfällen zu schützen.

Die veraltete S5-Steuerung ersetzten die Spezialisten durch die neue Kasto-Steuerung ProControl. Dabei kümmerte sich das Unternehmen auch um die Anbindung an das übergeordnete Rechnersystem bei Hawle über eine Host-Schnittstelle. Die aktuellen Lagerbestände konnten direkt aus dem alten System übernommen werden – das ermöglichte einen reibungslosen Übergang.

Nach den vereinbarten sechs Tagen war der Umbau abgeschlossen und das modernisierte Lager konnte in Betrieb gehen. Dank des Retrofit arbeitet das Unitop-Lager bei Hawle Armaturen nun wieder störungsfrei und zuverlässig. „Und sollte doch einmal ein Problem auftreten, sind die Techniker von Kasto jederzeit erreichbar“, betont Brunner. Viele kleinere Fehler lassen sich sogar unkompliziert per Fernwartung beheben – und falls nicht, ist ein Service-Fachmann schnell vor Ort. „Auch mit der Ersatzteilbeschaffung gibt es jetzt keine Schwierigkeiten mehr“, führt Harald Brunner weiter aus. as

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