Kasto modernisiert Kaup-Sägezentrum

Rund-Um-Kur für‘s Sägezentrum

Seit 30 Jahren setzt der Spezialist für Stapler-Anbaugeräte Kaup in seiner Fertigung auf ein kombiniertes Lager- und Sägezentrum von Kasto. Im Zuge einer Modernisierung brachte Kasto nicht nur die Säge- und Lagertechnik auf den neuesten Stand, sondern installierte auch ein modernes Lagerverwaltungssystem.

Um das Metall-Langgut für die Produktion einzulagern und abzulängen, setzt Kaup auf ein kombiniertes Lager-Sägezentrum von Kasto. (Bild: Kasto)

Gabelstapler, die bis zu acht Euro-Paletten gleichzeitig transportieren, gigantische Reifen an Baumaschinen montieren oder ganze Eisenbahnwaggons auf den Kopf stellen – im unterfränkischen Aschaffenburg ist derart spektakuläre Technik gang und gäbe. Das Familienunternehmen Kaup zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Anbaugeräten für Gabelstapler. Auf Basis eines ausgeklügelten Baukastensystems entstehen individuelle Kundenlösungen, auch für ausgefallene oder besonders anspruchsvolle Handling-Aufgaben.

Kombiniertes Lager-Sägezentrum für schlanke Prozesse

Das meiste Material, das Kaup für die Herstellung seiner Geräte benötigt, besteht aus Stählen in verschiedenen Güten und mit unterschiedlichen Abmessungen. Davon wiederum bezieht das Unternehmen einen erheblichen Teil in Form von Langgut, also Rund-, Flach-, Rohr- und Profilmaterial. Um dieses einzulagern und für die weitere Verwendung abzulängen, setzt Kaup auf ein kombiniertes Lager- und Sägezentrum von Kasto. „Die Anlage stammt aus dem Jahr 1986 und ist bis heute in Betrieb“, berichtet Johannes Wenzel, Leitung Einzelfertigung, Großgeräte und Instandhaltung. In 93 Magazin- und 148 Kombifächern bewahrt der Hersteller hier fast 200 unterschiedliche Artikel mit Durchmessern zwischen zehn und 150 Millimetern und Längen bis zu sechs Metern auf. Ein Regalbediengerät (RBG) übernimmt die Ein- und Auslagerung, eine Kreissägemaschine ist nahtlos an die automatische Lagertechnik angebunden.

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Mechanisch funktionierte das Lager noch einwandfrei – allerdings häuften sich auf Steuerungs- und Elektronik-Ebene die Störungen und verursachten immer wieder Stillstände. Auch die Ersatzteilbeschaffung erwies sich als zunehmendes Problem. Dadurch sanken auch die Verfügbarkeit und die Leistung der Anlage – eine neue Lösung musste her. „Wir entschlossen uns daher, das bestehende Sägezentrum zu modernisieren, ohne den bestehenden Stahlbau zu ersetzen“, erklärt Wenzel.

Modernisierung im laufenden Betrieb

Gemeinsam mit Kaup erstellten die Verantwortlichen von Kasto einen genauen Plan, um das Sägezentrum wieder auf den neuesten Stand zu bringen. „Ganz oben auf unserer Liste stand dabei der Wechsel der kompletten Steuerungs- und Antriebstechnik“, beschreibt Kasto-Projektleiter Alfred Schwörer. „Weitere Punkte waren ein Umbau der Energiezuführung und der Austausch der bestehenden Kreissäge gegen einen neuen Vollautomaten.“ Besondere Herausforderung: Die Modernisierung sollte im laufenden Betrieb vonstattengehen und die täglichen Abläufe so wenig wie möglich beeinträchtigen.

Eine Quersortiereinrichtung entnimmt die Abschnitte aus der Maschine und legt sie automatisch in einem von drei an der Frontseite bereitgestellten Behältern ab. (Bild: Kasto)

Ein Zeitraum von drei Wochen wurde für das Projekt anvisiert. Kasto ersetzte sowohl den Einspeise- und Steuerungs-Schaltschrank wie auch den des Regalbediengeräts und installierte eine moderne Siemens S7-400-SPS. Auch die alten Gleichstrommotoren der RBG-Hub- und Fahrwerke, der Schnellwechsel- und der Einlagerstation wurden gegen zeitgemäße, präzisere und ruhigere Drehstromantriebe ausgetauscht. Zudem statteten die Experten die Anlage mit neuen Absolutwertgebern aus. „Das hat den Vorteil, dass sie bei einem Wiederstart, also etwa nach einem Not-Aus oder einem Stromausfall, sofort weiterarbeiten kann“, erläutert Schwörer. „Das Anfahren von Referenzpunkten ist damit nicht mehr erforderlich.“

Um die neuen Antriebe nutzen zu können, mussten auch die Energiezuführungskabel ausgetauscht werden. Kasto stellte die Anlage dabei auch gleich auf ein moderneres und langlebigeres System mit Energieketten um. Für die Notbedienung des RBG wurde ein funkgesteuertes Fernbedienmodul installiert.

Sägetechnik komplett ersetzt

Auch bei der Sägetechnik rüstete Kasto die Anlage auf: Die vorhandene Produktions-Kreissäge, die ebenfalls schon seit 30 Jahren in Betrieb war, wurde durch eine vollautomatische, CNC-gesteuerte Kreissäge vom Typ Kasto Variospeed SC 15 ersetzt. Mit einem Schnittbereich bis zu 152 Millimeter bei Rund-,155 mal 120 Millimeter bei Flach- und 135 mal 135 Millimeter bei Vierkantmaterial ist diese zum Trennen von Vollmaterial, Profilen und Rohren in allen Qualitäten, einschließlich schwer zerspanbarer Werkstoffe geeignet. Die Schnellwechselstation, die durch das RBG bestückt wird, führt das Material selbstständig der Säge zu. Eine Quersortiereinrichtung entnimmt die Abschnitte aus der Maschine und legt sie automatisch in einem von drei an der Frontseite bereitgestellten Behältern ab, größere Längen landen in einem Auffanggitter auf der Maschinenrückseite. Mitarbeiter transportieren die Abschnitte dann zu den weiteren Bearbeitungsschritten.

Die Lagerverwaltungs-Software Kasto lvr managt Artikel- und Lagerdaten, Sägeaufträge und Werkzeuge und lässt sich über eine grafische Benutzeroberfläche einfach und intuitiv bedienen. (Bild: Kasto)

Die Bedienung des Sägezentrums erfolgt nun über die Lagerverwaltungs-Software Kasto lvr. Das System managt eigenständig Artikel- und Lagerdaten, Sägeaufträge und Werkzeuge und lässt sich über eine grafische Benutzeroberfläche einfach und intuitiv steuern. Die Materialstammdaten und Bestände des alten Systems wurden komplett übernommen – das ermöglichte einen reibungslosen Übergang. Die gesamte Anlage ist zudem fernwartungsfähig. as

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