Kasto

Vom Ein-Mann-Betrieb zum Global Player

Von Achern in die Welt: In seiner 175-jährigen Geschichte hat sich Kasto zu einem international erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Heute hat der Säge- und Lagertechnik-Spezialist rund um den Globus ein engmaschiges Netzwerk aus Niederlassungen und Vertretungen.

Im Reich des Drachen: Seine jüngste Niederlassung eröffnet Kasto im Jahr 2018 in China. © Kasto

In den 1970er Jahren zählt Kasto bereits zu den innovativen Anbietern von Metallsäge- und Lagertechnik für Industrie und Handwerk. Die Lösungen des Familienunternehmens aus dem badischen Achern sind gefragt – nicht nur auf dem Heimatmarkt, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Um die Kunden und Märkte außerhalb Deutschlands besser bedienen zu können, setzt Kasto auf Internationalisierung. Dieser Schritt ist für den weiteren Erfolg des Herstellers von zentraler Bedeutung.

Erster Schritt ins Ausland führt nach Frankreich
1977 gründet Kasto im benachbarten Frankreich seine erste Niederlassung. Der jetzige Hauptstandort im elsässischen Obernai ist nur wenige Kilometer vom deutschen Stammsitz entfernt – das erleichtert die Organisation und sorgt für kurze Wege. Zielbranchen sind unter anderem der Stahlhandel, der Fensterbau und die Luftfahrtindustrie. Die neue Niederlassung wird schnell zum Erfolg: Heute betreut Kasto France mit 30 Mitarbeitern rund 4.000 Kunden in Frankreich, Belgien, Luxemburg und Nordafrika und erzielt einen erheblichen Teil des stetig steigenden Auslandsumsatzes.

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Kurze Zeit später wagt das Unternehmen den Schritt über den großen Teich und eröffnet im US-amerikanischen Pittsburgh eine weitere Niederlassung. Bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung in den USA erlebte dieser Standort Höhen und Tiefen: Aus dem ehemals boomenden „Steel Belt“, wie die Region um die Stadt aufgrund ihrer starken Stahlindustrie genannt wurde, wurde in Krisenzeiten der „Rust Belt“. Seit Ende der 2000er Jahre geht es jedoch in Pittsburgh wieder bergauf, zahlreiche Technologieunternehmen haben sich dort angesiedelt.

Anfang der 1990er Jahre gründet kastoim thüringischen Schalkau ein Zweigwerk – und auch international ist das Unternehmen zu dieser Zeit bereits auf Wachstumskurs. © Kasto

Die amerikanische Kasto Inc. mit rund 40 Mitarbeitern und einem umfangreichen Ersatzteillager ist auch für Anwender in Kanada Ansprechpartner. 2018 weiht das Unternehmen einen neuen Showroom mit Technology Center in Chicago ein. Kunden haben dort unter anderem die Möglichkeit, Maschinen und digitale Lösungen vorab zu sehen und Testschnitte durchzuführen.

Reif für die Insel
Anfang der 1990er Jahre investieren viele Firmen aufgrund der starken Nachfrage in den neuen Bundesländern. Auch Kasto baut im thüringischen Schalkau ein Zweigwerk auf. 2003 positioniert sich das Unternehmen auch auf dem britischen Markt mit einer eigenen Niederlassung. Kasto UK ist heute mit seinen 13 Mitarbeitern sowohl für das vereinigte Königreich und Irland verantwortlich als auch für die Betreuung der Kunden in Dänemark und Finnland sowie im Nahen und Mittleren Osten.

Damit ist das Unternehmen breit genug aufgestellt, um auch die wirtschaftlichen Risiken des aktuell bevorstehenden EU-Austritts Großbritanniens abfedern zu können. Trotzdem sind solche nationalorientierten Tendenzen für eine international agierende Firma wie Kasto natürlich wenig erfreulich.

Als das Unternehmen ab 2015 seine ersten Schritte auf dem asiatischen Kontinent macht, muss das Unternehmen feststellen, dass Protektionismus, gesetzliche Einschränkungen und administrative Hürden zu den größten Herausforderungen auf seinem Weg zum Global Player zählen. Eine Firma zu gründen ist in einem Land wie China ein sehr langwieriger Prozess. Von Rechtsformen über die Personalsuche und Versicherungen bis zur lokalen Gesetzgebung funktionieren viele Dinge komplett anders als in Deutschland. Trotzdem schafft es Kasto, sich erfolgreich in Asien zu etablieren: 2015 entsteht eine Niederlassung in Singapur, 2018 kommt eine weitere im chinesischen Taicang hinzu.

Nicht nur für Großbritannien zuständig: Die Kasto-Niederlassung im britischen Milton Keynes. © Kasto

Weltweit erfolgreiche Zusammenarbeit
In weniger exotische, aber genauso attraktive Gefilde bewegt sich Kasto im Jahr 2016: Das Unternehmen gründet eine Niederlassung im schweizerischen Rheinfelden. Auch wenn es von Achern aus nicht weit in die Schweiz ist, bietet es doch erhebliche Vorteile, direkt im Land präsent zu sein – etwa ein noch kundennäherer Service und eine zügigere Versorgung mit Ersatzteilen. Und auch hier freuen sich die Kunden über eine Betreuung in der Landessprache Schwyzerdütsch.

Damit ist Kasto mittlerweile in sechs Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten. Weitere werden nach aktuellem Stand in absehbarer Zeit nicht hinzukommen. Das liegt auch an der hervorragenden Zusammenarbeit mit zahlreichen unabhängigen Vertretungen in vielen Ländern der Welt – von Norwegen bis Südafrika und von Brasilien bis Neuseeland. Die älteste davon befindet sich in Japan und existiert bereits seit 1965. Regelmäßig lädt das Unternehmen alle Vertreter zu Schulungen an seinem Hauptsitz ein. Dann treffen sich am Fuße des Schwarzwalds Kulturen aus aller Welt.

Die Sägen und Lager aus Achern sind heute in jedem Winkel der Erde zu finden: zum Beispiel auf La Réunion im Indischen Ozean, auf den Karibik-Inseln Martinique und Trinidad, auf den griechischen Kykladen, in Namibia, im Oman und sogar in Neukaledonien im Pazifik. Dabei haben sie es mitunter mit extremen Umgebungsbedingungen zu tun, etwa im finnischen Lappland, den Bergen Nepals oder der Sahara in Algerien – das macht die Lieferung und Installation, aber auch den Betrieb gelegentlich zur Herausforderung. Die hohe Qualität und die robuste Konstruktion sorgen jedoch dafür, dass diese zuverlässig ihre Aufgaben erfüllen.

Für die Zukunft hat sich der Hersteller zum Ziel gesetzt, seine internationalen Standorte weiter zu stärken und den steigenden Umsatzanteil im Ausland auszubauen. Dafür sieht das Unternehmen noch viel Potenzial: In Regionen wie Asien und den USA ist der Bedarf an intelligenten Lösungen für die Säge- und Lagertechnik hoch, die Automatisierung ist dort noch nicht so sehr fortgeschritten wie in weiten Teilen Europas. Eine starke Präsenz in diesen vielversprechenden Märkten ist für Kasto die Grundvoraussetzung, um dortige Anwender bestmöglich zu unterstützen und so die Weichen auch weiterhin auf weltweiten Erfolg zu stellen. as

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