Flachgutlagersysteme

Volle Übersicht

Lagersysteme für Langes und Flaches
Unicompact-Wabenlager mit stirnseitigen Auslagerstationen zum Kommissionieren im Stahlhandel. (Foto: Kasto)
Rationelles Lagern und automatisiertes Handling von Langgutmaterial und Flachprodukten sind wesentliche Grundfunktionen im Handel und in der produzierende Industrie. Moderne Kompakt-Lagersysteme von Kasto sparen Platz und steigern die Materialfluss-Effizienz.

Ob im Metallhandel, der zunehmend durch die Lieferung angearbeiteter Materialien gekennzeichnet ist, oder in Lagerhaltung und Bereitstellung im Produktionsbetrieb – entscheidend ist stets eine schnelle Materialfluss-Logistik. Große Bedeutung gewinnt die Tatsache, dass Auftrags- und Lieferchargen immer kleiner, die Vielfalt an Materialien und Aufträgen immer größer und die kleinen Auftragspositionen zugleich mehr werden. Das führt zu einem großen Aufwand an Bereitstellung von Lagerkapazitäten und beim Material-Handling, denn oft müssen nur einzelne Stäbe ausgelagert, abgesägt und das Reststück wieder rückgelagert werden, weil der Kunde eben nur einen Abschnitt braucht und keine ganze Stange. Ohne einen hohen Automatisierungsgrad bei Lagerung und Handhabung dieser Materialvielfalt ist eine termingerechte und wirtschaftliche Materialversorgung aber nicht möglich. Für den Stahl- und Metallhandel sowie Metall verarbeitende Unternehmen hat Lagersystem-Spezialist Kasto eine umfassende Palette an halb- und vollautomatischen Lagersystemen sowie Handling- und Materialflusseinrichtungen im Angebot – sowohl für klassische Langgut-Materialien als auch Flachprodukte wie Bleche. Die meisten Lagersysteme lassen sich universell nutzen, da neben Flachprodukten oder Palettenware auch Behälter und Kästen gelagert werden können. Im Vordergrund steht immer die Symbiose aus möglichst kleiner Lagerfläche und maximaler Lagerkapazität, weshalb die meisten Lagersysteme als Türme oder Blocklager in die Höhe bauen und damit auf kleiner Grundfläche viel Lagerplatz bieten.

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Vom einfachen Stapeljoch-Lagersystem...

Zunächst bestimmen die Anforderungen sowohl Lagerbauart als auch Automatisierungsgrad. Daher bietet Kasto mit dem Stapeljoch-Lagersystem Unibloc eine praktische Lösung zur Lagerung von Langgutmaterialien mit Stablängen zwischen sechs und 24 Meter sowie für Lasten bis sechs oder neun Tonnen pro Joch. Stapeljoche eignen sich für mittlere bis große Lagervolumina und für kleinere und mittlere Umschlagsgeschwindigkeiten. Sie können mit einem vorhandenen Kran manuell oder automatisiert umgesetzt werden, wobei für den automatisierten Betrieb zur Erhöhung der Umschlagsleistungen – durch Umstapeln von mehreren Stapeljochen gleichzeitig – eine so genannte Automatik-Traverse zum Einsatz kommt. Bei Systemhöhen bis fünf Meter sind pro Stunde bis zu 20 Zugriffe möglich. Naturgemäß benötigt die Stapeljoch-Lagerung mehr Grund- und Verkehrsfläche als ein Blocklagersystem, jedoch können dank der Lagerhöhen vorhandene Flächen in Hallen oder im Freien besser genutzt werden als bei der konventionellen Bodenlagerung.

Eine andere Bauart ist das Turmlager Unitower. Dieses kompakte, vollautomatische Lagersystem wird als Einfach- oder Doppelturm für Langgut oder Blech zum Lagern kleinerer Lagervolumina oder auch als verbrauchernahes Pufferlager direkt in der Produktion eingesetzt. Hier lassen sich mittels Kassetten oder Paletten sowie spezieller Trägereinheiten unterschiedlichste Güter individuell ein- und auslagern. Die Belastung pro Lagerplatz darf je nach Bauweise zwischen einer und drei Tonnen betragen. Ein heb-/senkbares Regalbediengerät (RBG) mit integrierter Kassetten- oder Paletten-Ausziehvorrichtung sorgt für einen schnellen Zugriff. Die Systemhöhen liegen hier zwischen vier und 25 Metern. Pro Stunde sind bis zu 30 Zugriffe möglich. Diese Turmlager können dank ihrer selbsttragenden Stahlbau-Konstruktion wahlweise als Stand-alone-Systeme in Hallen aufgestellt oder mit einer Außenverkleidung an Gebäude angedockt werden. In diesem Falle sind die vorhandenen Hallenflächen vom gesamten Lagerbereich entlastet und der eingesparte Platz steht für andere Zwecke zur Verfügung.

...zum vollautomatischen Logistikzentrum

Ein mit noch höherem Automatisierungsgrad ausgestattetes Turmlagersystem ist der Typ Unitop. Bei diesem Konzept verfährt ein RBG auf einem oder mehreren Regalblöcken und hebt und senkt zur Entnahme und zum Einlagern der Kassette die Lasttraverse in die Gassen zwischen die Regale. In der jeweiligen Entnahme-/Übergabe-Position werden die Kassetten mit Lastgabeln aus dem Regalfach entnommen und anschließend zur Kommissionierstation gefördert. Der Vorteil eines solchen Überfahrlagers liegt in der platzsparenden und kompakten Bauweise bei hohen Lagervolumina. Es können Kassetten mit Lasten zwischen einer und fünf Tonnen genutzt werden. An Systemhöhen sind vier bis 25 Meter möglich und pro Stunde sind bis zu 32 Zugriffe realisierbar. Die modulare Bauweise ermöglicht einen späteren Ausbau entsprechend Kapazitätsbedarf.

Die bezüglich der reinen Lagertechnik am höchsten automatisierte Bauform ist das Wabenlager Unicompact. Hier verfährt ein schnelles RBG zwischen den Lagerblöcken und lässt mit hochdynamischer Antriebstechnik bis zu 60 Zugriffe pro Stunde zu. Es sind Lagerhöhen bis 30 Meter üblich. Auf Wunsch können sowohl Kassetten als auch spezielle lieferanten- oder kundeneigene Trägergestelle verwendet werden. Das RBG entnimmt im linken und rechten Lagerblock die Kassetten und befördert sie an eine Aus- oder Übergabestation für den weiteren Materialfluss. Dieser wiederum versorgt mehrere Kommissionierplätze, so dass es im Verbund mit dem dynamisch agierenden RBG beim Kommissionieren fast keine Stillstandzeiten gibt. pb

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