175 Jahre Kasto

Ein Familienunternehmen feiert Jubiläum

175 Jahre Kasto – damit zählt der Säge- und Lagertechnik-Spezialist zu den ältesten Familienbetrieben in ganz Europa. Die Geschichte des Unternehmens ist eng mit jener der Gründerfamilie Stolzer verwoben.

Die Kasto-Familie heute (v.l.): Jonathan Riegel, Stephanie Riegel-Stolzer, Armin Stolzer, Ruth Stolzer, Sönke Krebber und Nicole Krebber-Stolzer. © Kasto

Aller Weitsicht zum Trotz: Als der Zimmermann Karl Stolzer im Jahr 1844 im badischen Achern seine eigene Werkstatt gründete, ahnte er wohl kaum, dass diese sich einmal zum weltweit führenden Anbieter von Metallsägemaschinen und automatischen Lagersystemen würde. Auch die Tatsache, dass heute, 175 Jahre später, sein Ururenkel die Geschicke des Unternehmens lenken würde, hätte ihn wahrscheinlich in Staunen versetzt. Und doch ist dieser Erfolg kein Zufall, sondern das Ergebnis unternehmerischer Vision und dem Gespür für die Bedürfnisse des Marktes.

Schnell wurde aus dem Zimmereibetrieb ein Fertigungsbetrieb von Maschinen, die sich die Wasserkraft der Bäche im Schwarzwald zunutze machten. Mit dem Bau von Sägemühlen und später von Sägewerken legte Karl Stolzer den Grundstein für den weiteren Erfolg des Unternehmens. Nach seinem Tod im Jahr 1891 übernahm sein Sohn Carl die Leitung der Firma. Carl Stolzer besuchte die ersten Jahrgänge der noch jungen Maschinenbauschule Esslingen und fertigte in seinem Unternehmen Walzenvollgatter zum Sägen von Holz. Auf ihn folgte sein Sohn Friedrich Stolzer, der die Produktion der Walzenvollgatter und Sägewerksausstattung weiterentwickelte und für diese Entwicklung ein Reichspatent erhielt.

Anzeige

Der Schritt zum modernen Maschinenhersteller
Im Jahr 1941 starb Friedrich Stolzer, woraufhin seine Frau Anna den Betrieb leitete, bis die Ausbildungszeit der gemeinsamen Söhne Friedrich und Paul beendet war. Mit dem Eintritt der beiden Brüder in das Unternehmen erfolgte schrittweise die Neuausrichtung in den Geschäftsbereich Metallsägen. Die Erfindung der Bügelsägemaschine durch Paul Stolzer im Jahr 1947 markierte den entscheidenden Schritt hin zum modernen Werkzeugmaschinen-Hersteller. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche weitere Entwicklungen wie Kreis- und Bandsägen sowie Kassetten- und Kragarmlager für Langgut, die in ihren Grundzügen bis heute bestehen.

Leitet seit mehr als 30 Jahren die Geschicke von Kasto: der Geschäftsführende Gesellschafter Armin Stolzer. © Kasto

Der jetzige geschäftsführende Gesellschafter Armin Stolzer trat 1984 in das Unternehmen ein. Bereits in jungen Jahren sammelte er Erfahrung mit Großprojekten, trieb die Weiterentwicklung von Technologien voran und war unter anderem für die Einführung des ersten CAD-Systems bei Kasto im Jahr 1986 verantwortlich. Auch arbeitete er direkt an Maschinenkonstruktionen und pflegte auf Baustellen und bei Serviceeinsätzen Kundenkontakte. Während der beiden großen Wirtschaftskrisen Anfang der 1990er und Ende der 2000er Jahre bewies Armin Stolzer sich als zuverlässiger Steuermann, der das Unternehmen erfolgreich auch durch raues Fahrwasser manövrierte.

Dabei wird er heute von seiner Ehefrau Ruth Stolzer aktiv unterstützt. Die studierte Volljuristin war zuvor als Richterin tätig und ist nun für die Bereiche Recht, Human Resources und administrative Aufgaben ebenso verantwortlich wie für einige Auslandsniederlassungen. Gemeinsam haben beide die Armin und Ruth Stolzer Stiftung gegründet, die sich für soziale Projekte, vor- und schulische Ausbildung und technische Weiterentwicklungen engagiert.

Die nächste Generation in der Geschäftsleitung
Auch die nächste Generation ist bereits seit mehreren Jahren als Teil der Geschäftsleitung mit am Ruder: Nicole Krebber-Stolzer und ihr Ehemann Sönke Krebber sind beide an der TU Darmstadt ausgebildete Ingenieure und teilen sich die technischen Bereiche wie Einkauf, Fertigung, Montage, Forschung und Entwicklung, Logistik und Werksinstandhaltung untereinander auf. Stephanie Riegel-Stolzer ist seit 2011 im Unternehmen und hat ebenso wie ihr Mann, Jonathan Riegel, ein betriebswirtschaftliches Master-Studium an der Universität St. Gallen absolviert. Sie verantworten die Bereiche Service, Marketing, Finanzen, Controlling, interne IT und haben zwischen sich und Ruth und Armin Stolzer auch die Verantwortung für den Vertrieb und den Auslandsniederlassungen aufgeteilt. as

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Warehouse-Management

Neubau für Industrie 4.0

Netzsch hat seine neue Produktionshalle mit einem SAP-Warehouse-Management ausgestattet. Das optimiert den Ablauf aller logistischen Prozesse in der Fertigung und das Unternehmen kann flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren.

mehr...
Anzeige
Anzeige

Regalbediengeräte

Bedient bis 18 Meter

Mit dem Mustang E+ präsentiert TGW, Spezialist im Miniload-Bereich, jetzt die neueste Entwicklungsstufe seiner Regalbediengeräte. Er bietet eine hohe Fahr- und Hubleistung und eignet sich für den Einsatz auch in mehrstöckigen Anlagen.

mehr...
Anzeige

Lagermodernisierung

Retrofit rund ums Rad

Klinkhammer modernisiert für Messingschlager das Hochregal- und Kleinteilelager für Komponenten rund ums Fahrrad. Neben zusätzlichen Regalgassen und einem neuen Kommissionierbereich wird auch die Steuerungs- und Lagerverwaltungs-Software...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Handschuhscanner

Vier Sekunden schneller pro Scan

ProGlove, Spezialist für Industrie Wearables, hat seine Mark-Produktfamilie um die die Handschuhscanner Mark Basic und Mark standard range erweitert. Typische Kommissionierungsfehler lassen sich damit um bis zu 33 Prozent reduzieren.

mehr...

Palettenregalsystem

Wo die Bio-Eier liegen

f&f aus Schötz, Kanton Luzern/Schweiz, liefert landesweit Eier und Eiprodukte – vornehmlich in Bio-Qualität. Für die Lagerhaltung dieser empfindlichen Lebensmittel hat das Unternehmen sein Betriebsgebäude mit dem AR-PAL-System von AR Racking...

mehr...