Zusammenspiel aus automatischem Paletten- und Kleinteilelager

Durchdacht und kombiniert

Für Suer Nutzfahrzeugtechnik hat SSI Schäfer ein automatisches Zentrallager umgesetzt. Jetzt sorgt das Zusammenspiel aus automatischem Paletten- und Kleinteilelager mit angeschlossenem Kommissionierbereich für eine schnellere Belieferung der Kunden.

Zusammenspiel aus automatischem Paletten- und Kleinteilelager

Das von Emil Suer 1892 gegründete Familienunternehmen zählt heute zu den bekanntesten und führenden Großhändlern für Fahrzeugbau- und Landmaschinenersatzteilen in Deutschland. Mehr als 17.000 Kunden beliefert Suer mit insgesamt rund 27.000 bestellfähigen Teilen seiner Produktpalette – Fahrzeugbauteile, Aluminium-Profile und Landmaschinen-Ersatzteile. Um die Wege zum Kunden möglichst kurz zu halten, betreibt das Unternehmen vier Verkaufsniederlassungen in Deutschland, zwei im Süden, eine im Osten und eine am Firmenhauptsitz in Wermelskirchen. Zusammen bilden die Niederlassungen mit angegliederten Lägern die Basis des Versandsystems. Dabei fungierte das größte Lager in Wermelskirchen bisher als Verteilplattform für die drei weiteren Standorte, was zu einer Vierfachlagerung und Zweifachkommissionierung kleinerer Einheiten führte.

Der Lagerraum sollte voll ausgenutzt werden

Verkürzung von Lieferzeiten, höhere Lieferfähigkeit und eine entscheidende Steigerung der Wirtschaftlichkeit waren die ausschlaggebenden Faktoren, die das Familienunternehmen dazu bewogen haben, die Intralogistik neu zu strukturieren. Die bisherigen Erweiterungsmöglichkeiten waren erschöpft. Suer entschloss sich, die Bestände zu reduzieren und die Kommissionierprozesse effizienter zu gestalten. Dabei sollten die Kleinteile nicht mehr auf die anderen Lager verteilt, sondern in einem neuen, modernen Zentrallager am Firmenhauptsitz gebündelt werden. Mit einem System, das den Lagerraum voll ausnutzt und sich schnell, effizient und flexibel den sich verändernden Marktbedingungen anpassen lässt. Bereits seit einigen Jahren betreibt Suer ein automatisches Hochregallager für Lang-Material in Wermelskirchen, und der Großhändler entschied sich wieder für ein automatisches System nach dem Ware-zum-Mann-Prinzip. Es muss nicht immer die große Automationslösung sein – vielmehr war Suer eine intelligente Kombination der Systeme wichtig.

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Von SSI Schäfer erhielt Suer ein durchdachtes Lösungskonzept. Im neuen automatischen Zentrallager sorgt nun die Kombination aus automatischem Palettenhochregallager (HRL) und automatischem Kleinteilelager (AKL) für eine schnelle und effiziente Kommissionierung der Kundenaufträge. Rund 15.500 Behälterstellplätze hält das AKL für alle schnell- und mitteldrehenden Kleinteile bereit. Als Ladungsträger setzt Suer dort LTB-Behälter von SSI Schäfer ein, die speziell für die Optimierung automatischer Prozesse im High-Class-Segment entwickelt wurden. So durchlaufen die Behälter mit bis zu 50 Kilogramm den gesamten automatischen Prozess. Das HRL bietet unterdessen Platz für rund 3.200 Euro-Paletten und Gitterboxen. Es dient zugleich als Nachschublager für das AKL. Die beiden Anlagen sind effizient durch Behälter- und Palettenfördertechnik verbunden. Nur die überdimensional großen Teile sind nach wie vor im manuellen Bereich der alten Anlage untergebracht, vor allem auch die großvolumigen Topseller.

Neues Zentrallager als durchdachte Einheit

Das gesamte Lager bildet jetzt eine verzahnte Einheit. Für die Ein- und Auslagerprozesse setzt SSI Schäfer im zweigassigen HRL energieeffiziente Regalbediengeräte (RBG) ein, die speziell für den Einsatz in standardisierten Paletten-Hochregallägern konzipiert sind. Dabei sind die beiden RBG auf den Transport der gängigen Euro- und Industriepaletten mit einem Gesamtgewicht bis 1.000 Kilogramm pro Ladeeinheit ausgelegt. So können hier bis zu 50 Paletten pro Stunde eingelagert und kommissioniert werden. Die niedrigen Anfahrmaße des Systems ermöglichen zudem eine günstige Raumausnutzung im Lager. Im AKL sorgen dagegen zwei Schäfer-Miniload-Cranes (SMC) für die Kommissionierung der Kleinteile. Mit Fahrgeschwindigkeiten bis 300 Meter pro Minute und Hubgeschwindigkeiten bis 240 Meter pro Minute fahren sie durch die Regalzeilen und ermöglichen eine Kommissionierung von 240 Behältern pro Stunde. Im manuellen Bereich kommissionieren die Mitarbeiter die Waren mit Hilfe von Rollwagen und MDE-Terminals.

Geht ein Auftrag ein, wird über das Lagerverwaltungssystem ermittelt, in welchem Lagerbereich sich die erforderlichen Artikel für den Auftrag befinden. Anschließend übernehmen die Regalbediengeräte die Auslagerung der zu kommissionierenden Teile. Diese werden dann entweder auf Paletten aus dem HRL oder in Behältern aus dem AKL per Fördertechnik zum jeweiligen Arbeitsplatz des Lagerbereichs transportiert, dort von den Mitarbeitern kommissioniert und direkt versandfertig in Kartons verpackt. So gelangen jetzt alle Bestellungen, die online und/oder per App via Smartphone vor 15 Uhr erteilt werden, üblicherweise innerhalb von 24 Stunden zum Kunden. Dabei hat SSI Schäfer bei der Gestaltung der Kommissionier-Arbeitsplätze besonderen Wert auf ergonomische Aspekte gelegt, um auf diese Weise ein ermüdungsfreies Arbeiten zu ermöglichen. Zum Beispiel wurden alle Paletten-Kommissionierplätze mit Hubtischen ausgestattet.

Die Aufträge werden nach der Kommissionierung aus den beiden automatischen und den manuellen Lagerbereichen in einer speziellen Konsolidierungszone gesammelt, zusammengeführt und für den Warenausgang fertig verpackt. Die Lagerung möglichst vieler Artikel in den automatischen Lagerbereichen sorgt hierbei für eine Steigerung der Effizienz und eine Verbesserung der Kommissionierleistung.

pb

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