Materialflussrechner

Das Herz schlägt im Lager

SAP-Warehouse-Management und Sysmat-Materialflussrechner im Zusammenspiel. Der Lkw-Zulieferer Gigant setzt bei der Modernisierung des Hochregallagers auf einen herstellerunabhängigen Materialflussrechner von Sysmat.

Aus dem Hochregallager werden die Sektoren Fertigung und Montage versorgt. (Foto: Sysmat)

Gigant-Trenkamp & Gehle fertigt Achssysteme und Federaggregate für Anhänger und Sattelauflieger. Das Portfolio reicht von leichten Achsen mit Achslasten von 5,5 bis sieben Tonnen bis hin zu Schwerlast- und Tiefladerachsen. Dabei werden Starrachsen, Lenkachsen und Pendelachsen mit unterschiedlichen Bremssystemen hergestellt. In Dinklage beschäftigt das Unternehmen mehr als 140 Mitarbeiter. Die Produkte werden weltweit an Kunden im Bau-, Landtechnik- und Nutzfahrzeugsektor vertrieben. Als Herzstück des Achsen-Herstellers übernimmt ein zentraler Logistikbereich die Material-Versorgung der Fertigungs- und Montagebereiche sowie die Kommissionierung und den Versand von Ersatzteilen. Dieser Bereich soll mit SAP-WM geführt werden, welches das heute im Einsatz befindliche Lagerverwaltungssystem ersetzt. Das derzeitige System ist eng mit der Steuerung des automatischen Hochregallagers verbunden. Mit dessen Ablösung soll der Materialflussrechner Matcontrol die Steuerung der automatischen, teils kurvengängigen Regalbediengeräte und Fördertechnik übernehmen und die Kommunikation zum SAP-WM bereitstellen.

Modernisierung unabhängig vom System
Alle Bestände im SAP-System sollen in Echtzeit verwaltet werden. Die automatisierte Anlage erhält die Aufträge zukünftig direkt und meldet erledigte Aufträge unmittelbar zurück, wobei die Rückverfolgbarkeit durchgängig verfügbar ist. Mit ihrer Materialflussrechner-Software Matcontrol Graphics bietet Sysmat eine Lösung, mit der er seine Anlagen unabhängig von System und Hersteller modernisiert. Konfigurierbare Schnittstellen reduzieren Entwicklungszeiten auf ein Minimum. Mit diesen Schnittstellen werden bereits Anlagen von mehr als 20 unterschiedlichen Herstellern gesteuert. Durch Standardfunktionen, Inhouse-Inbetriebnahmen und direkt wirksame Änderungen spart Gigant bis zu 70 Prozent der Inbetriebnahme-Zeit. Über die grafische Bedienoberfläche matStudio graphics hat das Dinklager Familienunternehmen den Materialfluss jederzeit im Blick. „Einen weiteren Mehrwert bietet die Software bei der Verwaltung von Einlagertransporten, die als Avis vom SAP gesendet werden. Meldet sich später die Palette über den Scanner am Einlagerungsplatz, hat der MFR bereits den Auftrag mit dem Zielfach erhalten und kann die Palette nach Prüfung des Gewichts direkt einlagern“, erklärt Rainer Schulz, Geschäftsführer bei Sysmat. Eine zusätzliche Funktion ist die Verteilung der Paletten für die Kommissionierung – je nach Anforderung von SAP auch auf mehrere Kommissionierplätze. Diese wurden in Gruppen zusammengefasst, so kann der MFR die Verteilung aufgrund des Füllstands in der Anlage entscheiden.

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Visualisierung des Materialflusses. (Grafik: Sysmat)

Automatisches Hochregallagersystem
Das automatische Hochregallager für Paletten und Gitterboxen umfasst zwei Lagerbereiche. Ein Lagerbereich besteht aus einer Gasse mit einem schnellen, gassengebundenen Regalbediengerät. Daneben nutzt Gigant einen weiteren Lagerbereich mit sechs Gassen und einer Kopfgasse mit einem langsamen, kurvengängigen Regalbediengerät. Beide Bereiche sind durch Förderstrecken miteinander verbunden. Im ersten Lagerbereich werden die Schnelldreher-Artikel gelagert, der zweite und wesentlich größere Lagerbereich nimmt die weiteren Artikel auf. Die Arbeitsplätze für Einlagerung, Auslagerung und Kommissionierung befinden sich direkt am ersten Lagerbereich. In der Gasse findet am Kommissionierbereich (RBG1) eine automatische Zwischenpufferung von Paletten statt. Im bisherigen Verlauf wurde zunächst die Software Matstudio auf dem Kundensystem Gigants installiert. Anschließend erfolgten die systematische Erarbeitung der Funktionen von Matcontrol sowie die Abbildung aller Anlagenktudio. Im nächsten Schritt galt es, die Konfiguration von Schnittstellen – zum SAP-System, zur Fördertechnik und zu den Regalbediengeräten – herzustellen. „Mit unserer Software wird die Schnittstelle des Anlagenherstellers nachgebildet, deshalb sind keine Änderungen in der SPS-Steuerung notwendig. Das spart bis zu 70 Prozent Zeit bei Inbetriebnahme-Tests und ermöglicht jederzeit eine Erweiterung der Anlage mit Komponenten anderer Hersteller“, erklärt Rainer Schulz.

Um Fehler zu vermeiden, kann der Sysmat-MFR in einen Simulations-Modus geschaltet werden. Im Zusammenspiel mit der simulierten Anlage werden alle Funktionen und Prozesse im SAP-WM getestet. Die Kommunikation erfolgt genauso wie später mit der realen Anlage, nur dass sämtliche Anlagenfunktionen im MFR dargestellt werden. Der Bediener verfolgt auf der grafischen Oberfläche seine Aufträge und ist in der Lage, alle Prozesse und Funktionen im Zusammenspiel mit SAP zu testen. Dieses System bleibt dem Kunden erhalten und dient später als Anlagensimulation für SAP-Testsysteme und als Schulungssystem. bw

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