Automatisches Blechlager als Faktor der Vernunft

Das Herz der Bleche

Mit dem Kompakt-Blechlager Unitower B 3.0 rationalisiert der Mittelständler Ulrich Kaupp Blechbearbeitung den Materialfluss vom Einlagern der Bleche bis zur mannarmen Beschickung von Blechbearbeitungsmaschinen.

Zwischen den beiden Regalblöcken fährt das Regalbediengerät (RBG) mit beidseitig ausfahrender Zieh- und Schiebeeinrichtung und Kassettensitz-Kontrolle für einen sicheren und zuverlässigen Kassettentransport. (Foto: Kasto)

Die Konzentration auf die Kernkompetenzen bringt vielfach die Konsequenz mit sich, bestimmte Tätigkeiten aufzugeben und entsprechende Aufträge an einen leistungsfähigen Partner zu vergeben. Viele Hersteller von Maschinen, Geräten, Fahrzeugen und Apparaten beschreiten heute diesen Weg, womit sich so manchem Schlosserei- und/oder Metallbaubetrieb ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Ein schönes Beispiel dafür ist das Schwarzwälder Unternehmen Ulrich Kaupp Blechbearbeitung in Alpirsbach, dessen Gründung auf das Jahr 1919 zurückgeht. Damals begann Rudolf Kaupp mit einer Bauflaschnerei und mit Sanitärinstallationen. Sein Sohn Herbert führte den Handwerksbetrieb dann ab 1952 in bester Tradition und bis zum Jahr 1992 fort. Jedoch baute sich Herbert Kaupp schon ab den 60er-Jahren einen zweiten Geschäftsbereich auf, indem er als klassischer Zulieferer mit der Produktion von Maschinenbauteilen startete. Auch die dritte Generation, in Gestalt von Ulrich Kaupp, betätigte sich zunächst ebenfalls mit den beiden angestammten Geschäftsfeldern, bevor sich Ulrich Kaupp im Jahr 2002 schließlich von den Bereichen Bauflaschnerei und Sanitärinstallationen trennte, um sich voll der industriellen Blechbearbeitung zuzuwenden. Sehr früh setzte er auf die CNC-Bearbeitung und die Komplettfertigung von Teilen, Baugruppen und Maschinen-Grundkörpern aus Blechen und Profilmaterial. Der Fokus liegt heute auf der Fertigung von Behältern, Maschinenteilen, Grundkörpern, Verkleidungen, Schaltschränken oder auch Designblechen für Geländer auf Kundenwunsch. Entsprechend breit fächern sich die Aufgabenstellungen, weshalb Ulrich Kaupp auf alle Technologien (Konstruktion, Schneiden, Plasmaschneiden, Stanzen, Abkanten, Runden, Schweißen, Schleifen) zur wirtschaftlichen Be- und Verarbeitung von Blechen und Profilen zurückgreifen können. Ist allein dies für einen Betrieb dieser Größenordnung schon bemerkenswert, verdient das Investment in modernste Maschinen sowie vor allem in die Produktions-Automatisierung noch mehr Respekt. Dabei geht Kaupp pragmatisch vor und legt Wert auf die einfache Bedienung, sodass jeder die Leistungsfähigkeit und die Möglichkeiten des Maschinen- und Handhabungstechnik-Equipments maximal nutzen kann. Wie konsequent hierbei vorgegangen wird, zeigt das vor zwei Jahren erfolgte Investment in ein automatisches Blechlagersystem von Kasto. Da aufgrund des wachsenden Geschäftsumfangs im Jahr 2010 der Neubau einer Produktionshalle mit Verwaltungstrakt anstand, machte Kaupp Nägel mit Köpfen und organisierte die Produktions- und Materialfluss-Prozesse neu. Nachdem dann der Bedarf bezüglich Lagerkapazitäten und Abläufen ermittelt und entsprechende Vorgaben formuliert waren, machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Lieferanten. Zum Ende wurde der Vorschlag, ein Blechlager des Typs Unitower B 3.0 einzusetzen, in die Realität umgesetzt. Eigentlich wurde die neue Produktionsstätte sozusagen um das Hochregallager herumgebaut, denn das automatische Blechlagersystem bildet als hochbauende Einheit mit zwei Regalblöcken und dem dazwischen verfahrenden Regalbediengerät das "intralogistische Herz" des Betriebs.

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Garant für die Amortisation
Der Clou dabei ist, dass die Längsstation zum Ein- und Auslagern so konzipiert ist, dass der Fahrwagen zum Transport der mit Blechen beladenen oder auch leeren Lagerpalette nach beiden Seiten aus dem Lagersystem ausfahren kann. Damit ist es möglich, im "Kaltbereich" der Produktionshalle Bleche ab Lkw einzulagern und auch Bleche auszulagern sowie im Bereich der Maschinen ("Warmbereich") diese direkt ab dem Lager-Fahrwagen zu beladen beziehungsweise Reststücke zurückzulagern. Wie angedeutet, wurde die Halle um das 9,025 Millimeter hohe und 4,950 Millimeter lange sowie 5,730 Millimeter breite (ohne Längsstation-/Ausfahrbereiche) Lager herumgebaut. Da die Halle natürlich niedriger ist, erhielt der nach oben herausragende Lagerteil eine entsprechende Verkleidung mit Dach.

Das kompakt gebaute Lager bietet insgesamt 79 Plätze für zwei verschiedene Palettentypen, nämlich mit 130 Millimeter Ladehöhe (38 Paletten) und mit 70 Millimeter Ladehöhe (41 Paletten). Die Paletten nehmen Formate bis 3.000 mal 1.500 Millimeter auf und können mit jeweils maximal drei Tonnen beladen werden.

Zwischen den beiden Regalblöcken verfährt das Regalbediengerät mit Geschwindigkeiten von 22 Meter pro Minute im Hubwerk und 20 Meter pro Minute in der nach beiden Seiten ein-/ausfahrenden Zieh- und Schiebeeinrichtung zum Handhaben und Befördern der jeweiligen Palette. Ausgerüstet mit einer optischen Konturenkontrolle und mit der einfach zu bedienenden Steuerung Kasto Easy Control ist in jeder Betriebsart ein effizientes und sicheres Arbeiten gewährleistet. Außerdem ist in der Steuerung eine zusätzliche Bedienstelle eingerichtet, und sie verfügt über eine Bestandsverwaltung.

Das Arbeiten mit dem automatischen Lagersystem gestaltet sich einfach, sagt Kasto: Der Bediener gibt lediglich die gewünschte Ident-Nummer ein, das Regalbediengerät holt die gewünschte Palette zum Ein- oder Auslagern. Je nach Bedarf wird der Wagen mit der Palette dann in den Maschinenbereich ausgefahren und dort mittels Vakuum-Hebegerät zum Beispiel die Blechschere beladen, oder der Wagen mit Palette fährt in den "Kaltbereich" aus, und die Palette wird dort ab Lkw beladen und das Material im Hochregal eingelagert. Für alle Bedien-, Beschickungs- und Be- oder Entladearbeiten ist jeweils nur eine Person erforderlich. Somit kann der Bediener der Blechschere sich zielgerichtet und schnell das benötigte Blech selbst holen, während die Kollegen die zuvor kommissionierten Bleche bearbeiten und keiner dem anderen in die Quere kommt oder Wartezeiten entstehen. Darüber hinaus reduzieren sich die Stillstandzeiten der Maschinen, weil die Bleche sofort verfügbar sind und nicht erst umständlich herausgesucht und mit Hilfsmitteln transportiert werden müssen.    bw

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