Lager-Retrofit

Retrofit bei Eisen Schmitt

Stahllager in neun Tagen modernisiert. Für die Lagerung seines umfangreichen Langgut-Sortiments setzt das Karlsruher Stahlhandelsunternehmen Eisen Schmitt auf mehrere Systeme von Kasto. Dank neuer Steuerung wurde wieder höchste Verfügbarkeit hergestellt.

Mechanisch arbeitet das Lager Baujahr 1999 immer noch einwandfrei – die Steuerungstechnik war nach 15 Jahren veraltet. (Foto: Kasto)

Seit mehr als 80 Jahren dreht sich bei Eisen Schmitt alles um das Thema Stahl. Das 1930 in Karlsruhe gegründete Unternehmen ist auf den Handel mit Blank-, Qualitäts- und Walzstahl, Rohren, NE-Metallen, Edelstahl, Kunststoffen sowie Halfen und Federbandstahl spezialisiert. Der badische Familienbetrieb hat sich mit der Zeit zu einem überregional tätigen Unternehmen entwickelt – mit Niederlassungen im württembergischen Plochingen, im saarländischen St. Ingbert und seit kurzem auch im hessischen Frankfurt. Insgesamt beschäftigt Eisen Schmitt heute rund 200 Mitarbeiter, die meisten davon in der 1999 neu bezogenen Karlsruher Firmenzentrale. Hier befindet sich auch das Hauptlager, dessen letzter Bauabschnitt im Jahr 2010 fertiggestellt wurde. Auf rund 22.000 Quadratmetern lagert Eisen Schmitt hier sein Metall-Langgut: Rund- und Flachstahl, Vier- und Sechskantmaterial, Winkelstahl und Sonderprofile – alles in unterschiedlichen Güten und Legierungen, insgesamt mehr als 15.000 verschiedene Abmessungen. Etwa 250 Tonnen Stahl verlassen das Lager jeden Tag. Mit einem Fuhrpark von 20 eigenen Fahrzeugen und zusätzlichen Vertragsspediteuren beliefert Eisen Schmitt täglich im Radius von rund 80 Kilometern Kunden aus Industrie, Handel und Handwerk. Nur der Handel wird überregional und europaweit mit Speditionen bedient. Ein eigener Online-Shop sorgt für eine unkomplizierte Abwicklung der Bestellungen.

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Langgutlager und Sägen
Bei der Lagertechnik setzt das Unternehmen seit Jahrzehnten auf Kasto-Produkte: Insgesamt vier Anlagen dieses Anbieters sorgen bei Eisen Schmitt für die effiziente und transparente Langgutlagerung. Auch mehrere Sägemaschinen von Kasto befinden sich in der Halle, denn der Stahlhändler bietet Einzel- und Serienschnitte fast aller Materialien an. Das älteste der vier Lagersysteme, ein Wabenlager vom Typ Unicompact mit 2.520 Fächern, ist so alt wie die Halle selbst. Seit 15 Jahren arbeitet es zuverlässig – bei kürzesten Bereitstellzeiten. Die Ein- und Auslagerung übernehmen zwei Regalbediengeräte (RBG), die links und rechts neben dem Lager angeordnet sind. Die geringen Anfahrmaße der RBG sorgen dafür, dass möglichst viel Raum für Lagerzwecke genutzt werden kann. Nach dem Prinzip „Ware-zum-Mann“ stellt das Langgutlager Unicompact die angeforderten Waren schnell an den Ausgabestationen bereit. Von hier werden diese für die Anarbeitung zur Sägetechnik oder direkt zu den Kommissionierstationen befördert.

Kasto ersetzte alle vorhandenen S5-Steuerungen durch zwei zentrale S7-400. Dafür mussten die Schaltschränke ausgetauscht werden. (Foto: Kasto)

Steuerung nach 15 Jahren überholt
„Mechanisch arbeitet das Lager auch nach 15 Jahren einwandfrei“, beschreibt Betriebsleiter Nagel. „Allerdings machte uns die Steuerungstechnik mit der Zeit immer mehr zu schaffen.“ Im Gegensatz zu den drei neueren Lagern war das Unicompact von 1999 noch mit der inzwischen veralteten Simatic-S5-Steuerung ausgerüstet. Die 1979 eingeführte SPS wurde mittlerweile vom Hersteller abgekündigt, das heißt Ersatzteile sind immer schwieriger oder gar nicht mehr zu bekommen. „Das führte natürlich auch zu immer längeren und häufigeren Stillstandzeiten und damit zu Verzögerungen bei manchen Lieferungen“, erinnert sich Nagel. „Ein Zustand, den wir nicht weiter hinnehmen konnten und wollten.“ In Absprache mit Kasto entschied sich Eisen Schmitt daher dazu, die Anlage zu modernisieren. Der Lagertechnik-Spezialist ist nicht nur Experte für den Bau und die Installation neuer Projekte, sondern kennt sich auch beim Retrofit bestehender Anlagen aus. „Eine solche Modernisierung bietet erhebliche Vorteile“, erklärt Alfred Schwörer, Projektmanager Retrofit bei Kasto. „Weil die eigentliche Konstruktion sowie die meisten mechanischen Komponenten äußerst robust und langlebig sind, genügt oft der Austausch einiger Teile – und schon hat man wieder eine Anlage, die komplett auf dem neuesten Stand der Technik ist.“ Oft konzentrieren sich die Modernisierungsmaßnahmen auf Systemkomponenten wie Antriebs- und Steuerungstechnik und Software, da der Lebenszyklus dieser Produkte aufgrund des technischen Fortschritts kürzer ist.

Dies war auch bei der Anlage von Eisen Schmitt der Fall. Hauptaufgabe bei der Modernisierung war, alle vorhandenen S5-Steuerungen durch zwei zentrale S7-400-Steuerungen zu ersetzen. Diese sind nicht nur schneller und verfügen über eine höhere Speicherkapazität als die bisherige Lösung – sie bieten auch die technische Unterstützung des Herstellers. Ersatzteile sind – anders als bei der veralteten S5 – problemlos erhältlich. Teure Anlagenstillstände können somit reduziert werden. Weiterhin kann durch das neue Steuerungskonzept bei Servicemaßnahmen an einer Anlagenseite an der anderen Anlagenseite weitergearbeitet werden, wodurch immer noch ein Zugriff auf den größten Teil der Kassetten möglich ist.

Auch die auf den beiden RBG mitfahrenden Schaltschränke und die Hubwerksantriebe wurden bei der Modernisierung ausgetauscht. Die Anlage läuft dadurch gleichmäßiger und verschleißfreier. (Foto: Kasto)

Aus alt mach neu – in nur neun Tagen
Mit den Steuerungen mussten auch die alten Schaltschränke weichen. Sämtliche stationären und auf den beiden RBGs mitfahrenden Schränke hat Kasto erneuert. Auch die Antriebsregler sowie die Bedienpulte und die Wägeelektronik der Ein- und Auslagerstationen wurden ausgetauscht. Die Wegmesssysteme für die Längsfahrt und die Hubwerke der RBGs wurden durch Absolutwertgeber ersetzt. Die Anlage läuft dadurch dynamischer und verschleißfreier. Die alten Gleichstrommotoren der beiden Hubwerke wurden durch neue Drehstrommotoren ersetzt – sie machen weniger Lärm und arbeiten energieeffizienter. Auch die Sicherheitstechnik sowie die bereits vorhandene Lagerverwaltungssoftware erhielten von Kasto Upgrades. Für Umbau und Inbetriebnahme waren nur neun Arbeitstage Zeit.    pb

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