Employee Engagement

Ohne Mitarbeiter läuft nichts

Engagement und Miteinbeziehung von Mitarbeitern sind wichtig in Zeiten des Fachkräftemangels um Erfolge zu sichern und Unternehmen wettbewerbsstark aufzustellen. Diesen Herausforderungen müssen sich auch Warehouse Manager vermehrt stellen.

Warehouse-Effizienz basiert zu großen Teilen auf motivierten, engagierten und produktiven Mitarbeitern. © Manhattan Associates

Analysten von Prognos gehen davon aus, dass bis 2030 in Deutschland insgesamt drei Millionen Fachkräfte fehlen könnten. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) sagt, dass ohne diesen steigenden Fachkräftebedarf die Wirtschaftsleistung in Deutschland um bis zu 0,9 Prozent oder rund 30 Milliarden Euro höher ausfallen würde. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten sind innovative Ansätze und Strategien vonnöten. Mitarbeiter müssen enger an das Unternehmen gebunden, Talente besser angesprochen und die Motivation gesteigert werden. Wie ein solches „Employee Engagement“ im Lagerumfeld aussehen kann und worauf Warehouse Manager diesbezüglich vermehrt achten sollten, zeigen die folgenden Ausführungen.

Bereits heute sind zwei von drei Arbeitsplätzen, die eine entsprechende Berufsausbildung oder ein Studium voraussetzen, laut IW schwer oder gar nicht zu besetzen. Diese Entwicklung betrifft auch Retail und E-Commerce. Vertriebszentren und Lager sind durch den boomenden Online- und Omnichannel-Handel zahlreichen Herausforderungen unterworfen. Diese werden durch den Mangel qualifizierter und engagierter Mitarbeiter noch verstärkt. Laut ARC Advisory Group bewerben sich nur fünf oder noch weniger Interessenten auf 50 Prozent aller offenen Stellen im Warenlager. Von diesen Bewerbern hat wiederum die Hälfte keine entsprechende Berufserfahrung.

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Auswirkungen des E-Commerce-Trends
Mit jedem neu gebauten Warenlager im Zuge des wachsenden Online- und Omnichannel-Handels, verstärkt sich der Druck, Arbeitskräfte zu finden und zu binden. Laut Moody’s Analytics wurden zwischen 2014 und 2019 fast 140 Quadratmeter an neuen Vertriebszentren gebaut: Diese riesigen Lager benötigen qualifizierte Mitarbeiter für ihren Erfolg. Hinzukommen immer höhere Erwartungen an den Kundendienst, eine schwankende Nachfrage, ein Anstieg der Stock Keeping Units (SKU, auch Artikelnummer genannt) und kleinere Auftragsgrößen erfordern Mitarbeiterproduktivität und -effizienz mehr denn je. Zudem kann eine motivierte Belegschaft zu mehr Innovationsstärke, Produktivität und Ertragsverbesserung bei gleichzeitiger Reduzierung der Personalkosten führen.

Einbeziehung der Mitarbeiter
Insbesondere die Bindung jüngerer Mitarbeiter, die sogenannten Millennials, die Generation, die zwischen 1981 und 1998 geboren wurde, erweist sich als schwierig. In einer Umfrage von Pew Research gaben zwei Drittel der Arbeitnehmer unter den Millennials an, dass sie vorhaben, ihren aktuellen Arbeitgeber bis 2020 zu verlassen. 79 Prozent dieser Altersgruppe sagen zudem, dass es wichtiger für sie sei, Freude an ihrem Job zu haben und nicht in erster Linie ein hohes Gehalt zu bekommen. Um gute Mitarbeiter zu finden und zu halten, müssen sich Warehouse Manager daher einiges einfallen lassen und diese Aspekte berücksichtigen. Leistungsstarke IT, Automation und Robotik können Angestellte entlasten. Zudem gilt es, Anforderungen und Wünsche der Mitarbeiter stärker zu beachten und sie in die Planungen und Strategiefindung miteinzubeziehen. Einige konkrete Beispiele sind höhere Gehälter, Bonuszahlungen für besondere Leistungen, aber auch mehr Urlaub oder flexiblere Arbeitszeiten für die oftmals geforderte, bessere Work-Life-Balance. Oberstes Ziel: Mitarbeiter sollen dazu bewogen werden, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren, an Bord zu bleiben und so Fluktuation zu vermindern.

Chancen und Herausforderungen für Warehouse Manager
Derzeit fließen immer mehr Bestellungen durch immer mehr Warenlager. Diese Entwicklung wird verstärkt durch immer engere Lieferfenster und weniger Beschäftigte. Um diese Mitarbeiter zu entlasten sowie Möglichkeiten zum stärkeren Employee Engagement zu schaffen, setzen Unternehmen vermehrt auf Automatisierungslösungen und Robotik für die effiziente Auftragsabwicklung im Lager. Eine Umfrage von Manhattan Associates hat in diesem Zusammenhang herausgefunden, dass 99 Prozent der weltweit Befragten bereits teilweise Automatisierung nutzt – insbesondere, um Angestellten unter die Arme zu greifen und den Fachkräftemangel abzufedern.

Ebenso wichtig sind Labor-Management-Strategien, also Ansätze eines durchdachteren Mitarbeitermanagements gepaart mit Modellen, um das Engagement der Mitarbeit zu forcieren – Employee Engagement. Labor Management und spezielle IT-Lösungen, die Prozesse diesbezüglich unterstützen, helfen, Produktgeschwindigkeit, Kundendienst, Collaboration (die Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten) sowie die Lagereffizienz zu optimieren.

Peter Schnorbach, Senior Director Product Management bei Manhattan Associates und Experte für Employee Engagement © Manhattan Associates

Ratsam ist IT-Unterstützung, mit der sich leistungsstarke Mitarbeiter identifizieren und belohnen lassen. Zudem sollte es Schulungen und Beratung für Mitarbeiter geben, die im Vorfeld definierte Ziele nicht erreichen. Eine derartige Lösung für das Labor Management ermöglicht es Managern und Entscheidern zudem, die benötigte Mitarbeiterstärke zu prognostizieren, die Produktivität zu verfolgen und Leistungsprämien zu berechnen. Bestenfalls ist die Labor Management-Software auch mobil nutzbar, sodass Warehouse Manager mehr Zeit im Warenlager mit ihrem Team verbringen, nötige Maßnahmen in Echtzeit in die Wege leiten und so Engpässe vermeiden können.

Weitere Möglichkeiten sind systemgestütztes Feedback für Mitarbeiter, basierend auf zuvor festgelegten und mit den Mitarbeitern entwickelten Wertelisten. Auch Leistungsprämien lassen sich mithilfe der IT berechnen und in das Gehaltssystem übertragen. Motivierend ist des Weiteren, wenn Arbeitseinsätze besser und auch für den Mitarbeiter verständlicher und effizienter nach Tag, Schicht, Job oder Einsatzzonen geplant werden. Datengestützte Prognosen und Pläne helfen zusätzlich, Überstunden zu reduzieren. Zur besseren Mitarbeiteransprache sollten Labor- und Warehouse Management-Funktionen außerdem gekoppelt werden. P. Schnorbach/as

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