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Kommissionierlager - Ersatzteilehändler schaltet einen Gang hoch

KommissionierlagerErsatzteilehändler schaltet einen Gang hoch

Lagerlogistik beim Zweiradteile-Händler. Eine hohe Lieferperformance und Zuverlässigkeit in der Ersatzteilversorgung sind für Zweirad-Werkstätten und Fachhändler wichtig. Zweiradteile-Großhändler Niemann + Frey setzt in seinem Logistikzentrum auf hohe Verfügbarkeit und flexible Lagerlogistik.

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Hochverdichtetes Lagern

Bald ist Frühling – die Freude bei motorisierten Zweirad-Fans über die beginnende Saison wächst von Tag zu Tag. Dann werden Motorräder, Motorroller und Scooter wieder flottgemacht, um endlich die lang ersehnte erste Spritztour des Jahres zu unternehmen. Nicht selten führt der Weg zum Glück aber erst einmal über eine Zweirad-Werkstatt, um die Durchsicht oder erforderliche Reparaturen vom Profi erledigen zu lassen. Benötigt der Mechaniker dafür Ersatzteile, kann er sich auf Niemann + Frey verlassen. Denn der Großhändler für Zweirad-Ersatzteile und Zubehör führt über 150.000 verschiedene Artikel im Sortiment. 50.000 davon hat er ständig im Lager und garantiert damit eine Auslieferungsquote von 97 Prozent. Werden die Ersatzteile bis 16 Uhr bestellt, kommen sie noch am selben Tag in den Versand und gelangen über Nacht in das gesamte Bundesgebiet und in viele Teile Europas. Fast 80 Prozent der Bestellungen treffen inzwischen online über den Internetshop ein. Rund 750 Aufträge mit durchschnittlich 9,5 Positionen werden so pro Tag von den Mitarbeitern im Lager von Niemann + Frey in der Saison kommissioniert und versandfertig gemacht.

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Nach vier Jahren ausgelastet
Mit dem Teilespektrum und dem Auftragsvolumen ist auch die Logistik Schritt für Schritt mitgewachsen. „Wir arbeiten bereits seit 1995 partnerschaftlich und erfolgreich mit SSI Schäfer zusammen“, erinnert sich Thomas Schild. So rüstete der Hersteller von Lager- und Logistiksystemen mit Hauptsitz in Neunkirchen bereits das frühere Lager in Krefeld-Oppum inklusive mehrerer Erweiterungen aus. Doch auch hier wurden die zuletzt 3.000 Quadratmeter Fläche zu klein, so dass Gerd Frey 2008 entschied, ein neues Logistikzentrum zu bauen – ganz nach den Bedürfnissen des Unternehmens und seiner Kunden. Nach nur sechs Monaten Bauzeit konnte Niemann + Frey im Februar 2010 das neue Lager mit rund 7.500 Quadratmetern moderner Lagerfläche in Krefeld beziehen. Zusammen mit SSI Schäfer realisierte das Unternehmen acht Arbeitsplätze im 600 Quadratmetern großen Wareneingang, eine Palettenregalanlage mit 4.000 Stellplätzen, eine dreigeschossige Bühne mit Weitspannregalen und 12.500 laufender Meter Regalböden, sechs Packstationen, 16 Versandstraßen, zehn Überladebrücken und acht Laderampen.

automatische Förderanlage

Doch durch jährliche zweistellige Wachstumsraten und fortwährend neue Artikel drohte das Lager bereits 2014 an seine Kapazitätsgrenzen zu stoßen, so dass Gerd Frey und Thomas Schild mögliche Erweiterungen prüften – inklusive der Option, die angrenzende Reservefläche zu bebauen. Eine ökonomisch und ökologisch attraktivere Lösung versprach jedoch ein gemeinsam mit SSI Schäfer alternativ entwickeltes Logistikkonzept, das eine Teilautomatisierung des Lagers innerhalb der vorhandenen Infrastruktur vorsah – samt der Einbindung und Optimierung der bestehenden Prozesse. Im Wesentlichen sollten dabei zwei Logimaten zur Lagerung und Kommissionierung von Kleinteilen installiert sowie eine Behälter- und Kartonförderanlage, die den Wareneingang mit den verschiedenen Kommissionierstationen über drei Ebenen miteinander verbindet, realisiert werden.

Erste Schritte in die Lagerautomatisierung
Kurz nach der Beauftragung im Oktober 2014 begann SSI Schäfer mit den ersten Arbeiten im laufenden Betrieb. Zunächst wurden Teile der Bühnenanlage zurückgebaut, um die Logimaten nebeneinander an der vorgesehenen Stelle installieren zu können. Anschließend errichteten die Monteure die beiden Lagerautomaten, die sich aufgrund der frei wählbaren Maschinenhöhe bis knapp unter das Hallendach bauen ließen. Das Prinzip des Logimat lässt sich mit einem überdimensionalen automatischen Schubladenschrank mit zwei Tablarreihen vergleichen. Zwischen den beiden Tablarreihen befindet sich ein Lift, der die einzelnen Tablare von ihrer jeweiligen Position herauszieht und zur Bedienöffnung fährt, wo der Lagermitarbeiter die zu kommissionierende Ware auf ergonomischer Höhe entnimmt. Vor den beiden Logimaten ist bei Niemann+Frey eine Kommissionierstation für zehn Behälterstellplätze mit Put-to-Light-Anzeigen aufgebaut. Direkt dahinter verläuft die Förderstrecke in Richtung der drei anderen manuellen Kommissionierstationen.

Kommissionierbahnhof

Damit die dreigeschossige Bühnenanlage um eine ebenfalls dreigeschossige freitragende Bühne erweitert werden konnte, wurde der bestehende Wareneingang überbaut und mit neuen Arbeitsplatzsystemen umgestaltet. Ein Teil der neuen Bühne wird als Bahnhof mit Pufferstrecke für die einzelnen Kommissionierebenen genutzt. Durch die Installation der Fördertechnik inklusive Rollenbahn mit Gurtförderern zur Versorgung der Bühne konnten die Laufwege für die Kommissionierer verkürzt werden, während der müßige Ebenenwechsel über die Treppen mit Behältern oder Ware heute ganz wegfällt. Damit ist die Kommissionierung in den oberen Ebenen effizienter geworden und ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf die hier gelagerten Artikel.

„Niemann+Frey hatte ganz konkrete Vorstellungen und Ideen zur Erweiterung ihres Lagers, die wir dann zusammen weiterentwickelt haben. Vor allem der Prozess für die Auftragskommissionierung am Logimat in Kombination mit der Put-to-Light-Zuordnung und die weiterhin manuelle Steuerung der Behälter über die Fördertechnik zu den vier Kommissionierstationen anhand von Listen und einfachen Erkennungshinweisen war für uns in dieser Form neu“, betont Felix Lütkebomk, SSI Schäfer Projektleiter nach der rund zweieinhalb Monate dauernden Realisierungsphase.

Für Niemann+Frey hingegen bedeutete das Projekt die ersten Schritte einer automatischen Unterstützung der internen Lager-, Transport- und Kommissionierprozesse. „Wir mussten mehr Platz für unsere Ware schaffen, und da bot der Logimat uns die Möglichkeit, mit dem Ware-zur-Person-Prinzip auf der Bodenebene deutlich mehr Artikel im Zugriff zu haben, auch wenn sie in den oberen Ebenen lagern. Zudem konnten wir unsere Kommissionierleistung für das hier lagernde Artikelspektrum erhöhen, denn durch den Wegfall der Wegezeiten und die parallele Kommissionierung von zehn Aufträgen gleichzeitig sind wir deutlich schneller geworden“, freut sich Thomas Schild. bw

Auf der Logimat: Halle 1, Stand D21

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