Lagersystem

Alles ist durchorganisiert

Blechlager Uniline. Mit Uniline konnte Schneider Edelstahlverarbeitung die Kapazitäten deutlich erhöhen, die Wege in der Produktion kürzer und effizienter gestalten und die Bestandstransparenz verbessern. 

Das Längslagersystem Uniline bei Schneider in Weimar. (Foto: Kasto)

Jörg Schneider Edelstahlverarbeitung fertigt hygienesensible Betriebseinrichtungen mit hoher Variantenvielfalt – was eine Herausforderung für die interne Logistik ist: 4.000 bis 6.000 Teile sind in der Produktion gleichzeitig im Umlauf. Um die komplexen Abläufe in der Rohmaterialversorgung und Kommissionierung zu vereinfachen und zu vereinheitlichen, investierte das Unternehmen in ein automatisches Lagersystem des Typs Uniline von Kasto. Hiermit konnte Schneider nun die Informations- und Materialflüsse effizienter und transparenter gestalten. Das Unternehmen in Weimar arbeitet meistens projektbezogen – dabei kommt es vielen Fällen zu Terminverschiebungen seitens der Kunden, was die Kommissionierung für Schneider noch schwieriger macht.

Im zuvor eingesetzten manuellen Kragarmlager waren die Waren chaotisch eingelagert; ein zweites manuelles Lager stand für die Kommissionierung der vorgefertigten Einzelteile für die Baugruppenmontage zur Verfügung. Dieses System war jedoch der zunehmenden Komplexität und dem steigenden Fertigungsdurchsatz nicht mehr gewachsen. Rohmaterialversorgung und Kommissionierung sollten in einem gemeinsamen Lagersystem vereint werden. Die Wahl fiel auf Uniline von Kasto; das Unternehmen ist auf halb- und vollautomatische Lagersysteme sowie automatisierte Handling-Einrichtungen für Metall-Langgut, Bleche und Zuschnitte spezialisiert. Das Längslagersystem Uniline ist speziell zur effektiven Materialbereitstellung an Bearbeitungsmaschinen und zum Kommissionieren konzipiert. Es wurde als Silokonstruktion mit Dach- und Wandverkleidung direkt an eine der bestehenden Fertigungshallen angebaut. Mit einer Systemhöhe von 14,5 Metern bietet es auf einer schmalen Grundfläche bis zu 750 Lagerplätze für Langgut, flächige und voluminöse Waren mit Längen bis zu sechs Metern und maximal einem Meter Höhe. Als Ladungsträger kommen drei Typen von Systempaletten mit Traglasten bis 5.000 Kilogramm zum Einsatz. Diese nehmen flexibel unterschiedliche Blech- und Profilmaterialien, aber auch Europaletten, Kisten und Gitterboxen auf. Das Längslager hat drei Auslagerstationen in der Halle und zwei Einlagerstationen im Außenbereich, die über ein Regalbediengerät (RBG) angefahren werden.

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An jeder Übergabestation kann der Benutzer Ein- und Auslagerbefehle eingeben. Der Transport der Systempaletten zu und von den Lagerplätzen erfolgt vollautomatisch per RBG mit einer Hubgeschwindigkeit bis 24 Meter pro Minute und einer Längsfahrgeschwindigkeit bis 60 Meter pro Minute. An den Übergabestationen bringen Querwagen und Kettenförderer die Ladungsträger ins Innere des Lagers und auch wieder hinaus. Die Mitarbeiter entnehmen das benötigte Material von Hand oder mit dem Stapler. Die Steuerung erfolgt über das Lagerverwaltungssystem Kastologic – es koordiniert alle Ablaufbewegungen des RBG und den Stationen und ermöglicht eine permanente Bestandsführung. Jeder Artikel ist lückenlos rückverfolgbar. Bemerkenswert ist auch die dynamische Fachhöhenverwaltung: Damit lassen sich Ladungsträger mit unterschiedlichen Auflagehöhen sicher und flexibel einlagern. Das System erfasst die Höhe der Palette und sucht selbstständig eine passende Stelle im Lager, an der diese Höhe noch frei verfügbar ist. Belegt die Palette dadurch mehrere Lagerfächer, werden diese geblockt und stehen für andere Ladungsträger nicht mehr zur Verfügung.

Kasto integrierte die Lagerverwaltung in das unternehmenseigene Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (PPS) – für zusätzliche Transparenz und einen einheitlichen Informations- und Materialfluss. pb

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