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Artikel und Hintergründe zum Thema

Die Intralogistik bietet Chancen

Schnell zu anspruchsvollen Aufgaben

Welche Anforderungen stellen die unterschiedlichen Jobs in der modernen Intralogistik?
Wie kann ich mich darauf vorbereiten? Welches Gehalt darf ich erwarten?
Antworten darauf gaben Mitglieder des Intralogistik-Netzwerkes in Baden-Württemberg e.V. während der Logimat.

Karrierechancen, die die Intralogistik bietet, fanden vor allem bei jungen Messebesuchern der Logimat Interesse. (Foto: Intralogistik-Netzwerk BaWü)

Sieben Referenten stellten sich diesen und ähnlichen Fragen den interessierten Messebesucher am 12. Februar 2015 auf der Neuen Messe Stuttgart.

Prof. Dr. Michael Hauth, Vorstandsvorsitzender des Intralogistik-Netzwerks BW e.V., wies auf das Zusammenspiel der drei Elemente Ausbildung, Berufserfahrung und Verantwortungsbereich hin, welche in den großen tarifgebundenen Branchen, wie der Metallindustrie, die jeweiligen Entgeltgruppen bestimmen. In der Intralogistik sind diese Elemente in der Typologie der Stellenprofile zwar auch erkennbar, doch längst nicht so ausgeprägt. Hier entscheiden die personellen Anforderungen in der konkreten Unternehmenspraxis über das Gehalt stark mit.

Branchendynamik als Herausforderung
Jochen Mauch, Geschäftsführer bei Dambach Lagersysteme, schilderte die unterschiedlichen Aufgabenbereiche im Hause eines Intralogistik-Herstellers. Fördertechnik, Steuerungen und After-Sales-Geschäft müssen bestmöglich zusammenwirken, um einen echten Nutzen für den Kunden zu erzeugen  ohne das Denken in Zusammenhängen, auch über die eigenen Fachgrenzen hinaus, geht es nicht.

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Herbert Bass von der Wirth elektrotechnik betonte die großen Chancen, welche Abiturienten in handwerklichen Berufen haben – besonders in der Elektrotechnik. Mit logischem Denken, technischem Verständnis, gepaart mit Teamgeist, Kreativität und sicherem Auftreten lassen sich rasch große Verantwortungsbereiche erschließen – sei es als Meister im eigenen Betrieb, sei es als gesuchte Fachkraft für interaktive Leichtbau-Robotik, für M2M-Schnittstellen oder Industrie 4.O-Kommunikation.

Dirk Haarscheidt, Branchenmanager der viastore systems, sieht in der Branchen-Dynamik einen wesentlichen Treiber für die steigenden Anforderungen an Berufstätige in der Intralogistik, zugleich ist diese Branchen-Dynamik aber auch ein wesentlicher Motivationsfaktor für spannende Karrieren. Sein mittelständisches Unternehmen hat sich als Systemintegrator der Aufgabe verschrieben, mit effizienten Intralogistiksystemen die Konzentration aufs Kerngeschäft und den Kundenunternehmen damit die Grundlage für Wachstum zu ermöglichen und ist als Familienunternehmen mittlerweile in 17 Ländern der Erde präsent.

Marco Lederle, Partner der io-consultants, verdeutlichte anschaulich, wie sich der Berufsweg eines Jungakademikers in einem Beratungsunternehmen gestalten kann. Ingenieure, Wirtschaftsingenieure, Informatiker, Architekten und Mathematiker arbeiten vereint daran, Geschäftsprozesse in einem internationalen Logistikumfeld zu analysieren, zu planen und zu modellieren. Für die Projektzusammenarbeit sind eine schnelle Auffassungsgabe und Sicherheit im Umgang mit komplexen Sachverhalten, eine strukturierte Arbeitsweise, Begeisterung für Innovationen sowie IT-und Prozessverständnis von Vorteil – auch Eigeninitiative, Kommunikations- und Reisebereitschaft machen sich bezahlt. Über ein Mentoring-Programm werden Berufsneulinge rasch an anspruchsvolle Aufgaben herangeführt.

Janni Wahrenburg, Leiter Business Development der HPC Aktiengesellschaft, stellte die Anforderungen an „Chance-Manager“ in den Vordergrund seiner Darstellung. In seinem Unternehmen, das im Sektor Logistik-Consulting auf SAP-BAsis tätig ist, werden ebenfalls die schnelle Übernahme von Eigenverantwortung und Internationalität großgeschrieben, was das Unternehmen durch interne Weiterbildung fördert.

Dr.-Ing. André Richter, Practice Leader Logistics – Partner der Frankfurt Economics Enterprises AG, schilderte, wie akademische Berufseinsteiger in der Logistik-Beratung vom „universellen Spezialisten zum spezialisierten Generalisten“ werden. Der Blick fürs Ganze – sowohl über den fachlichen Tellerrand als auch für die Problematik beim Kunden – sei lösungsentscheidend. Wer in der Beratung langfristig überzeugen wolle, müsse zudem Leidenschaft für seine Aufgaben mit wirtschaftlichem Denken verbinden können und „Macher-Qualitäten“ mitbringen, besonders in kleineren Unternehmen.

Deutlich wurde in der Diskussion erneut, dass die Logistik – wesentlich mehr als andere Branchen – querschnittsorientiertes Denken und Handeln verlangt. Ob eher Fach- oder Führungskarriere – das ist eine Entscheidung, die sich im Laufe des Berufsweges ergibt. Das Weiterbildungsangebot in der Intralogistik bietet auch „alten Hasen“ fundiertes Wissen, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

In Form seiner halb- und ganztägigen PraxisWorkshops bietet das Intralogistik-Netzwerk in Baden-Württemberg e.V. (I.N.) zudem ein niederschwelliges Angebot, um vom Erfahrungsschatz Berufserfahrener und dem neu generierten Wissen direkt aus den Hochschulen zu profitieren. Als nächste derartige Veranstaltung findet der I.N. PraxisWorkshop „Lean Intralogistics - Führen durch mit Kennzahlen“ am 28. April 2015 in Bensheim statt. Eine Teilnahme ist auch für Nicht-Mitglieder möglich, eine formlose Anmeldung wird über die I.N. Geschäftsstelle erbeten: info@intralogistik-bw.de. bw

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